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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1910,
400 m Tiefe. (Taf, 4). Dies Niveau zeigt — wie übrigens auch im Atlan-
tischen und Indischen Ozean — das Auffällige, man ist versucht zu sagen, das
Naturwidrige der zonalen Anordnung der Tiefentemperaturen am klarsten, und
ist deshalb von jeher, z.B. auch in den von der Seewarte herausgegebenen
Atlanten des Atlantischen!) und Stillen?) Ozeans, ferner von Krümmel%) und von
Schott?) benutzt worden, um in Übersichtskarten den Kernpunkt dieser Ver-
hältnisse vorzuführen. In 400 m Tiefe hat im besonderen die Ausdehnung der
äquatorialen Kaltwassergegend, die wir auf den Karten von 100 und 200 m Tiefe
nur erst als schmale Kaltwasserrinne bezeichnen konnten, ungemein zugenommen;
wenn wir das Wasser mit einer niedrigeren Temperatur als 10° ihr zurechnen,
so erstreckt sich jetzt die Zone von rund 15° N-Br. bis 5° S-Br. Die subtropischen
Warmwasserzonen aber liegen zwischen 25° bis 30° N-Br. einerseits und zwischen
15° und 25° S-Br. anderseits, die Gebiete von mehr als 15° Temperatur in das
Auge gefaßt. Die Zentren dieser Warmwasserzonen sind also, im Vergleich mit
ihrer Lage in 200 m, wiederum etwas weiter polwärts gerückt, und haben sich
zugleich, wie wir außerdem feststellen, noch entschiedener als bisher an den west-
lichen Rand des nördlichen, bzw. südlichen Stillen Ozeans angelehnt. Während
in 200 m Tiefe das Gebiet hoher Temperaturen auf N-Breite mit zwei Kernen,
ainem in der Gegend der Marianen, einem bei den Hawai-Inseln, auf S-Breite aber
mit einem Kern bei den Fidji-Inseln liegt, ist in 400 m Tiefe das nordpazifische
Zentrum bei den Bonin-Inseln, das südpazifische zwischen dem australischen
Barrier Riff und Neu-Caledonien zu finden. Die Verlagerung nach NW bzw.
SW ist also ganz offenbar.
Die Ausdehnung des tropischen Kaltwassergürtels ist im wesentlichen auf
Kosten der nördlichen Hälfte des südpazifischen Warmwassergürtels erfolgt,
Während nämlich zwischen 5° und 10° N-Br. in der Gegend der Karolinen- und
Marschall-Inseln in 200m Tiefe das Wasser bereits nur 10° bis 12° warm ist und
seine Temperatur dortselbst für das 400 m-Niveau nur auf 8° bis 9° herabgeht,
ist auf südlicher Breite, z, B. in dem gesamten Streifen vom Bismarck-Archipel
ostwärts bis zur Phönix-Gruppe, die Wärmeabnahme für die Schicht von 200
bis 400 m außerordentlich groß; an der Außen- oder der östlichen Kante der
Salomonen und von Neu-Mecklenburg, Neu-Hannover sind in 200 m Tiefe noch
20° bis 21°, in 400 m aber nur rund 10° Temperatur zu erwarten, Da übrigens
die allgemeine Wärmeverminderung mit wachsender Tiefe die Warmwasser-
yegenden offenbar in höherem Maße trifft als die Kaltwassergegenden, so beginnt
sich schon im Niveau von 400 m, wenn wir lediglich die Temperaturwerte als
solche berücksichtigen, ein Ausgleich der Gegensätze sowohl zwischen dem Westen
und Osten des Ozeans, wie zwischen Subtropen und Äquatorialzone anzubahnen.
Dies ist bei einem Vergleich der Tafeln 3 und 4 rein äußerlich auch daran
erkennbar, daß die Zahl der für das Niveau 400 m eingezeichneten Isothermen
sehr stark abgenommen hat.
In 600m Tiefe (Taf, 5) sind die Verhältnisse denen von 400 m ungemein
ähnlich, was den Verlauf der Isothermen anlangt; natürlich sind die Temperatur-
grade als solche durchweg etwas niedriger. Die zwei Ovale relativ höchster
Wärme sind noch deutlich vorhanden. Aber östlich von rund 170° W-Lg., dem
Meridian der Samoa-Inseln, ist doch schon nahezu überall das dem Aquator je-
weils nächste Wasser auch das wärmste, ist also die sozusagen naturgemäße An-
ordnung der Tiefentemperaturen bereits erreicht,
In 800 m Tiefe (Taf. 6) hat das Bild der horizontalen Wärmeverteilung
auf nördlicher Breite nunmehr seine bisherige, auffällige Eigenart vollkommen
eingebüßt; wir beobachten eine normale Temperaturzunahme vom Bering-Meer
bis zum Äquator, und nur zwischen rund 140° und 150° O-Lg., unter den Meri-
dianen der Bonin- und Marianen-Inseln, ist an dem gekrümmten Verlauf der 5°-
Isotherme der letzte Rest der dort in den oberen Schichten vorhandenen, relativ
) 2, Auflage, Hamburg 1902,
‘) Tamburg 1896. .
) Handbuch der Ozeanographie, I., 2. Aufl., Stuttgart 1907, S, 425.
“) Physische Meereskunde, 2. Aufl., Leipzig 1910, Fig. 15.