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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Köppen, W.: Aufstiege von Pilotballons auf deutschen Handelsschiffen usw, 207 
verwandelt; die Richtungen sind in Graden der Abweichung vom Meridian an- 
gegeben; natürlich wie beim Winde durch die Richtung, von wo die Bewegung 
kommt. In Spalte 4 bedeutet V Vor-, N Nachmittag. Die Ortsbestimmung ist 
so wiedergegeben, wie sie sich in den Originalen fand: teils nur bis auf Viertel- 
grade, teils bis auf Minuten. 
In jeder der 65 Figuren der Tafeln 26 bis 28 bezeichnet die gestrichelte 
Gerade den Kurs des Schiffes und geben die fein ausgezogenen Geraden nach Lage 
und Richtung die gewonnenen Ballonpeilungen sowie in ihrer Länge den nach 
einer der beiden Formeln gewonnenen Horizontalabstand des Ballons vom Schiff. 
Die beiden Kurven stellen dann die Ballonbahn nach der Formel ncotg p VkA 
dar, worin n die Zahl der Sekunden seit dem Auflassen, 9 der Höhenwinkel, A 
der freie Auftrieb in Gramm bedeutet und k bei der dünnen Kurve den Wert 
0.08, bei der dicken den Wert 0.06 hat. In sämtlichen Figuren ist Nord oben, 
und ist (außer Figur 51) der Maßstab 50 m = 1 mm; der isolierte Pfeil gibt die 
Windrichtung und die Stärke nach Beaufort an. An der dünnen Kurve ist, wie in 
den Originalen, bei jeder Peilung die nach der Formel der Instruktion berech- 
nete Höhe beigeschrieben, nur wo die Peilungen allzu dicht lagen, sind einige 
weggelassen; bei der dicken Kurve sind dagegen nur die für die Höhenstufen 
500 m, 1000 m, 1500 m usw. interpolierten Kurvenpunkte durch ein Kreuzchen 
bezeichnet. Peilungen vom Schiffsorte zu diesen Punkten und über sie hinaus 
würden auf der dünnen Kurve entsprechend Höhen von 666 m, 1333 m, 2000 m usw. 
ergeben. Der Raumersparnis wegen ist in manchen Figuren der spätere Teil des 
Schiffskurses nebst entsprechenden Stücken der Peilungen weggeschnitten, Da 
der Kurs in allen Fällen unverändert blieb, so ergeben sich die OÖrter der 
Peilung durch die Verlängerung der. beiderlei Geraden ohne weiteres. Die ur- 
sprünglichen Zahlentabellen der Peilungen jedes Aufstiegs abzudrucken, würde 
unzweckmäßig viel Raum beansprucht haben. 
Nur diejenigen Aufstiege sind in die Tafeln sowie in die Tabellen 1 und 2 
aufgenommen, bei denen nach der alten Formel eine Höhe von mindestens 1000 m 
erreicht wurde, Wo der Ballon schon vorher, sei es beim Füllen, sei es bei oder 
kurz nach dem Auflassen, geplatzt ist, wurde der Aufstieg als verunglückt fort- 
gelassen. 
Aus den Figuren wurden die in den Tabellen 2 und 2a angegebenen 
Richtungen und Geschwindigkeiten der Luftbewegung in 500 m, 1000 m usw. 
Höhe abgeleitet, indem einerseits der Winkel, den die Tangente am betreffenden 
Punkt. mit dem Meridian machte, anderseits der Weg, der vom Ballon in 
100 Sekunden zurückgelegt wurde, bestimmt wurde, letzteres mittels der bekannten 
Schiffsgeschwindigkeit und den interpolierten Peilungen vor und nach dem frag- 
lichen Zeitmoment. Die in 100 Sekunden vom Schiff zurückgelegte Strecke be- 
irägt in Figur 30 (10’/, Kn) 10.8 mm, in den Figuren 6, 15, 28, 31, 44 und 52 
{11 Kn) 11.3 mm, in den Figuren 2, 34, 42 und 49 (12 Kn) 12.3 mm, in den 
Figuren 1, 4, 11, 12, 18, 20, 22, 25, 26 und 29 (121/, Kn) 12.8 mm, in den Figuren 
38, 21, 23, 27, 32, 36, 39, 40, 45, 46, 51, 53, 54, 65 (13 Kn) 13.4 mm, in den Figuren 
5, 7, 9, 10, 13, 16, 17, 19, 24, 33, 35, 41, 43, 47, 48, 50, 55 bis 64 (14 Kn) 14.4 mm. 
Bei den Aufstiegen Fig. 14, 37 und 38 lag das Schiff still. 
Zur Beurteilung der Frage, welche von den beiden Bahnen unserer Figuren 
bzw. von den beiden Zahlenreihen jedes Aufstiegs in Tabelle 2 der Wahrheit 
näher liegt, dazu gibt Tabelle 1 einige Anhaltspunkte, ohne freilich zu einer 
yanz sicheren Entscheidung führen zu können, Auch ohne eine solche dürften 
aber die großenteils neuen und sehr bemerkenswerten Ergebnisse dieser 65 Auf- 
stiege in so engen Grenzen sicher sein, daß sie als ein wesentlicher Fortschritt 
in der Kenntnis der Luftzirkulation der Passatzone zu betrachten sind, den wir 
dem Eifer unserer Seeleute verdanken.!) 
Vgl. Fußnote auf S. 206.
	        
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