27x Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1910.
Beispiel.
Ballon
Chronometer
Los
1b i7m 258
Ballon-Messungen
; Höhen-
Zeit nach ! :
Ohronometer | Azimut | winkel
Berechnungen nn
N V NV=H!' H cotg
Sekunden Meter : Meter ' Abstand |
' Meter
Weg
des Schiffes
N7.2
Meter
*
1b 18m 08
1 19 0
1 20 0
121 0
S9°0O
39°0
S7t°O
39°0
46 35
43 95
41 155
37 215
3.1
179
185
791
1097
173 252
413 684
! 910 1116
1456 1548
Die allmählichen Änderungen in der Methode bestanden nur-.in wenigen
Punkten, Das Beschweren des Ballons wurde aufgegeben: ein möglichst großer
Auftrieb ist günstig, um den Ballon bis in große Höhen verfolgen zu können, da
die Horizontaltrift dann geringer ist; und diese ist es gewöhnlich, die ihn zum
Verschwinden bringt, wenn er nicht durch Wolken verdeckt wird. Das Anhängen
eines Stückes glänzenden Nickelpapiers verlängerte nach Kapt. Bortfeldts Ein-
drücken die Sichtbarkeit; die Herren Rohde und Siepermann fanden es aber
von keinem Vorteil und so wurde es, da es das Gewicht und den Luftwiderstand
des Ballons vergrößert, zuletzt nicht mehr benutzt und Herrn Dr. Meyer kein
solches Papier mitgegeben.
In allen hier besprochenen Aufstiegen wurden Gummiballons zum Preise
von 8 .,/ das Stück verwendet, und zwar auf den ersten vier Reisen solche von
Paturel in Paris, auf der zweiten Reise von Kapt. Siepermann solche von der
Kontinental-Kompanie in Hannover. Leider bewährte sich diese letztere Sendung
nicht so gut, wie die bekannten großen Ballons derselben Fabrik; eine Anzahl
dieser Ballons platzte beim Füllen oder gleich danach,
Da auf den ersten Reisen fast alle Ballons erst nach dem Außersichtkommen
platzten, so wurden später, um sie in größere Höhen verfolgen zu können, die
Ballons stärker gefüllt und ihnen statt 200 g 300 bis 350g Auftrieb gegeben,
Man kann eben auf dem Schiffe in Fahrt, wegen der schwankenden Unterlage,
von der aus die Beobachtung geschieht, nicht so kleine Ballons anwenden, wie
auf dem Lande, wenn man sie bis zu einigermaßen großen Höhen beobachten will.
In Tabelle 1 sind einige Angaben über die näheren Umstände der einzelnen
Aufstiege zusammengestellt. Die Aufstiege sind nach der geographischen Breite,
von N nach S fortschreitend, numeriert, ohne Rücksicht auf deren Datum. Das
letztere sowie den Ort findet man in Tabelle 2, Der »freie« oder »Netto«-Auftrieb
des Ballons, mit dem er in die Luft ging, ist in Grammen angegeben, sein Um-
fang in Zentimetern; die letztere Angabe fehlt bei den älteren Aufstiegen. V, ist
die von den Kapitänen selbst berechnete und der Zeichnung der Ballonbahn zu-
grunde gelegte Aufstiegsgeschwindigkeit. Die letzten drei Kolumnen geben unter
»Papier« an, ob ein Stück Nickelpapier angehängt war (durch +) oder nicht
(durch 0), unter »Last g«, ob und welche Last bzw. Beschwerung (in Grammen)
mitgegeben wurde (meist Schrot oder Bohnen in Flaggentuch), endlich, die letzte,
ob Löcher im Ballon bei der Füllung entdeckt wurden. Wo Angaben fehlten,
ist die betreffende Spalte leer gelassen,
Die graphische Niederlegung der Ballonbahn wurde von den Kapitänen
selbst ausgeführt, deren Auswertung durch Herrn Dr. Wendt, deren Reduktion
auf gleichen Maßstab und Reinzeichnung durch die Zeichner der Seewarte.
Die Berechnung des Ballonortes und die Zeichnung der Bahn des Ballons
wurden stets gleich nach dem Aufstieg von den Beobachtern selbst nach der
oben angegebenen Formel v == +/0.08A (wenn A in g, oder v = /80A, wenn es
in kg angegeben wird) ausgeführt. Ist v in Wirklichkeit größer oder kleiner
als angenommen, so hat dies, solange nur die Annahme einer gleichförmigen Auf-
stiegsgeschwindigkeit zutrifft, bei Aufstiegen von einem festen Punkt aus nur die
Wirkung einer Skalenänderung in der Bahnkurve; die Höhen sowohl als die
zurückgelegten horizontalen Wegkomponenten werden verändert, die Azimute
aber bleiben richtig. Anders beim Visieren vom bewegten Schiff aus: hier wird,
da für einen Teil der Figur — den Schiffskurs — die Skalenänderung nicht