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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Köppen, W.: Aufstiege von Pilotballons auf deutschen Handelsschiffen usw. 203 
8. Hat man die Beobachtung eines Höhenwinkels n Sekunden nach Abgang 
gemacht, so ist die Höhe des Ballons nv. und mit Hilfe des Höhenwinkels @ 
findet man die horizontale Entfernung des Ballons von der augenblicklichen 
Position des Schiffes durch den Ausdruck nv. cotg g. 
9, Trägt man auf Millimeterpapier den Kurs des Schiffes nach der be- 
kannten Schiffsgeschwindigkeit und Schiffsrichtung auf und für jede Position das 
ermittelte Azimut und die vorhin berechnete Entfernung vom Schiff, so ergeben 
sich eine Reihe von Punkten, welche die horizontale Projektion der Ballonbahn 
bilden. Dieselbe bestimmt in leichter Weise die in jeder Höhe herrschende Wind- 
richtung: und Geschwindigkeit. . 
10. Nach Beendigung der Reise wird gebeten, die Stahlflaschen als Fracht- 
gut, das übrige Zubehör — Schlüssel, Schlauch mit zwei Ansatzstücken, Sack 
mit Schrot und eventuell bei der Füllung geplatzte Ballons — als Postpaket der 
Deutschen Seewarte zurückzusenden, 
Abänderung vom Herbst 1907, 
Die gelieferten Ballons sind bei der Füllung auf einen Durchmesser von 
90 bis 93 cm und auf einen Auftrieb von 300 bis 350 g zu bringen, 
Am Schluß der Füllung wird die Tülle des Ballons fest zugeschnürt, ohne 
Pfropf. Versuche darüber, ob die Anhängung eines Stücks blitzenden Nickel- 
papiers (dicht unter dem Ballon) das Auffinden des Ballons in großen Höhen 
merklich erleichtert, werden den Beobachtern freigestellt. Das Papier darf aber 
höchstens die Größe eines Viertelbogens Schreibpapier haben, um die Aufstiegs- 
geschwindigkeit des Ballons nicht zu beeinflussen. 
Die Tageszeit des Aufstiegs ist so zu wählen, daß das Schiff sich zwischen 
Sonne und Ballon befindet. Als Ort der Aufstiege sind die Breiten zwischen 10° 
und 35° sowohl Nord als Süd am interessantesten; es empfiehlt sich, vorläufig 
sich auf diese Breiten zu beschränken. 
Die Höhe und das Azimut des aufgelassenen Ballons werden nach Möglich- 
keit zu jeder vollen Minute bestimmt. Die Messung seiner Höhe geschieht mit 
dem Sextanten, In der Regel ist es dabei vorteilhaft, nicht den Ballon auf den 
Horizont herunter-, sondern den letzteren an den Ballon hinaufzuholen, wobei 
der Sextant umgedreht werden muß. Um den Ballon möglichst lange im Gesicht 
zu behalten, ist es zweckmäßig, daß zwei Personen mit zwei Sextanten beob- 
achten und abwechselnd ablesen, während eine dritte die Richtung des Ballons 
mit dem Kompaß peilt. Ein Vierter ruft jede Minute die Zeit aus, indem er 
5 Sekunden vor der vollen Minute die Sekunden zu zählen beginnt — 1,2, 3, 4, Null! — 
und schreibt dann die Ablesungen der andern nieder. 
Die Ergebnisse werden einerseits in Zahlenform in die Tabelle, anderseits 
auf der gegenüberliegenden Seite graphisch niedergelegt; letzteres geschieht in 
der Form, daß mit einem willkürlichen Maßstabe — je nach Umständen 100 m 
= 1 oder 2mm — sowohl Kurs und abgelaufene Distanz zwischen den Beobachtungen, 
als Azimut und Abstand des Ballons abgesetzt werden (vorletzte Rubrik) und an 
das Ende jeder Linie die Höhe des Ballons (Rubrik NV = H) angeschrieben wird, 
Beispiel. 
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Beschwerung des Ballons: Keine. 
Bemerkungen: Ballon fehlerfrei, Die Bewölkung wechselte rasch und wir wollten einen Moment 
Kritik de Aufstiegs: | mit schwacher Bewölkung benutzen. Der Ballon verschwand aber bald hinter 
gs: einer cu Wolke und wir sahen ihn nicht wieder.
	        
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