Kleinere Mitteilungen,
191
etwa 84 V sehen sollen, Als‘ wir unsere Länge berechnet hatten, fanden wir
aber, daß das Riff 4 bis 5 Sm östlicher liegt, als die engl. Adm, Karte Nr. 335
angibt, Wir fuhren zunächst in südlicher Richtung an der Ostkante des Riffs
entlang und drehten um, als wir um 84 V Pejet Cay mw. SWzW!/,W peilten, Um
9h 10min passierten wir »Carola« Cay und suchten dann auch noch die Nord-
kante des Riffs, aber auch ohne Erfolg, ab, ehe wir unsere Reise fortsetzten.
Das Marion-Riff halte ich für gefährlich, allerdings zeigten sich außer den beiden
schon genannten Cays noch mehrere kleine, sie lagen aber nur wenige Fuß über
Wasser; bei der Ansteuerung ist deshalb große Vorsicht geboten.
Eins dieser drei Riffe von Westen her anzusteuern, halte ich nicht für
ratsam, weil ihre Westränder wegen des ruhigen Wassers dort schwer zu
erkennen sind.«
Auf der Weiterreise wurde bis zum 27, Juni und bis 12° 42’ S-Br. in
154° 13’ O-Lg. keine nennenswerte Besteckversetzung gefunden, doch hatte man
von da bis zum anderen Mittag in: 9.5° S-Br. und 153.5° O-Lg., bei Utani, 20 Sm
Versetzung nach N63°W, und auch in den nächsten Tagen folgten WNW-liche
Versetzungen von durchschnittlich 20 Sm im Etmal, bis man am 1, August etwa
5° N-Br. in 144° O-Lg. erreicht hatte. Hier bemerkte man in der Nacht starke
Stromkabbelungen, und am nächsten Mittag fand man sich 39 Sm nach S56°0
versetzt, Von da an bis zur Bernardino-Straße hatte man durchschnittlich 17 Sm
SSO-liche Versetzung im Etmal,
3, Kometenbeobachtungen mit dem Sextanten. Der große Johannesburger
Komet (Komet 1910a, wie ihn die Astronomen nennen) ist auf deutschen Schiffen
vielfach beobachtet worden. Anlaß dazu mag vielleicht eine Bemerkung in den
meteorologischen Tagebüchern gegeben haben, nach der in der Spalte »Bemer-
kungen« außergewöhnliche Himmelserscheinungen jeder Art beschrieben werden
sollen. Soweit mir bekannt, sind brauchbare Kometenbeobachtungen auf deutschen
Schiffen zuerst im Jahre 1882 angestellt worden, und zwar auf der Bremer Bark
»Mozart« vom zweiten Steuermann Franz Weyer. Professor Dr. Weyer. hat
die Beobachtungen mit einer Ephemeride von Oppenheim verglichen und das
Ergebnis in diesen »Ann. d. Hydr. usw.« 1883, S. 225 und 226, mitgeteilt, Beob-
achtungen von Kometen in späteren Jahren finden sich in verschiedenen astro-
nomischen Zeitschriften. Wie daraus hervorgeht, ist auf den Schiffen großes
Interesse für solche Beobachtungen vorhanden. Solche Beobachtungen können
auch für die Bestimmung der Bahn dieser Weltkörper nützlich sein, und zwar dann,
wenn sie Lücken in den an festen Sternwarten gewonnenen Beobachtungsreihen
ausfüllen. Das wird namentlich der Fall sein für Kometen, die nur auf der süd-
lichen Halbkugel sichtbar sind. Es ist zu erwarten, daß von dem großen
Halleyschen Kometen zahlreiche Schiffsbeobachtungen eingeliefert werden, Daher
mag namentlich aus didaktischen Gründen eine kurze Betrachtung, welche Beob-
achtungen anzustellen sind, nicht unerwünscht sein, zumal die Schiffsführer ‚ver-
geblich in den nautischen Lehrbüchern danach suchen können. Der Komet wird
die Erwartungen, die man an sein Erscheinen geknüpft hat, wahrscheinlich nicht
bestätigen, denn weder Ende April, wo er am Morgenhimmel steht, noch Ende
Mai, wo seine Helligkeit am Abendhimmel am größten ist, dürfte der Glanz des
Kernes und des Schweifes ungewöhnlich groß sein, da die Strahlen der auf- bzw.
untergehenden Sonne die Helligkeit des Kometen störend beeinträchtigen,
In der Ebene bestimmt man den Ort eines Objektes am besten durch zwei
durch den Ort gehende, sich rechtwinklig schneidende Linien, gerade oder krumme.
Da gerade Linien auf der Sphäre nicht vorkommen, wird man auf der Sphäre
den Ort eines Gegenstandes durch zwei sich rechtwinklig schneidende Kreise be-
stimmen, Kreise schneiden sich bekanntlich rechtwinklig, wenn die Radien nach
den Schnittpunkten aufeinander senkrecht stehen. Als Radien solcher Kreise
kann man die Distanzen eines Kometen von zwei Fixsternen auffassen, Man
wird also die besten Ortsbestimmungen des Kometen erhalten, wenn man seine
Distanz von zwei Fixsternen, die links und rechts von ihm stehen, mißt. Man
wähle solche Sterne, bei denen das Lot vom Kometen auf die Verbindungslinie
der Sterne nicht zu klein ist. Hierin liegt ein wesentlicher Unterschied gegen