Beiträge zur Küstenkunde der Südsee-Inseln.
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Sandbank lag ungefähr in der Position von dem in der Karte angegebenen Sable-
Eiland, wie wir durch Beobachtungen feststellten. Steuerten von hier auf die
Nordspitze von Pinipel zu, die nördlichste Insel des Nissan-Atolls. Dieser Kurs
sollte uns nahe an einer Sandbank vorbeiführen, die in der D. Adm-Krt,. Nr, 100
auf 3° 44’S-Br. und 154° 35’ O-Lg. verzeichnet ist; wir konnten jedoch trotz
scharfen Ausgucks diese Sandbank nicht ausmachen.
Nissan-Inseln.
Am 5. Mai 3b 30" N passierten wir die Nordspitze von Pinipel. 5#N
fuhren durch die enge Einfahrt des Nissan-Atolls und ankerten innerhalb des-
selben. Die Insel Nissan ist ein gehobenes Atoll von großer Ausdehnung, die
etwa 14 Sm in Ost—West- und 17 Sm in Nord—Südrichtung beträgt. Die Haupt-
insel ist ringförmig mit einer großen und tiefen Lagune im Innern. An der
Nordwestseite der Insel ist dieselbe offen und sind daselbst einige kleinere Inseln
vorgelagert. Hierdurch entstehen verschiedene Einfahrten in die Lagune. Die
beste ist die südliche, zwischen der Hauptinsel Nissan und der Insel Barahun.
Diese Einfahrt ist etwa 5 bis 6 Faden (9 bis 11 m) tief und *!/, Sm breit. Der
deutsche Händler (Firma Fosayht), welcher auf der Station Pokanien ansässig ist,
hat eine Bake an der Südseite des Fahrwassers auf der äußersten Kante des Riffes
errichtet und einige kleine Bojen an der Nordseite des Fahrwassers ausgelegt.
Dadurch wird die Navigation durch diese Durchfahrt sehr erleichtert. D. »Natuna«
ankerte in der Lagune an der Westseite nahe der Händlerstation auf 15 Faden
(27 m) Tiefe etwa !/, Sm vom Lande entfernt. Sämtliche Inseln sind bewohnt,
dicht bewaldet und auch teilweise mit Palmen bepflanzt. Schweine, Hühner und
alle Sorten Früchte sind genügend vorhanden; frische Fische, die, sonst in der
Südsee schwer zu bekommen sind, erhielten wir von dem Händler in großer
Anzahl und in den verschiedensten Arten, Der Händler schießt dieselben auf
dem Riff mit Dynamitpatronen; die Ausbeute ist eine sehr reiche.
Am 8. Mai morgens lichteten Anker: und dampften vorsichtig aus der
Durchfahrt. Dampften nach der nördlichen Insel Pinipel. Dieselbe ist an der
Westseite mit einem breiten Saumriff umgeben, auf dem sich noch zwei kleine
Inseln befinden. Wir ankerten nördlich von diesem Riff auf 71/, Faden (13.7 m) Tiefe.
Insel Lamassa.
D. Adm-Krt. Nr. 215, Bismarck-Archipel, St. Georgs-Kanal.
Die Insel Lamassa erreichten wir am 9. Mai morgens; dieselbe ist vor der
Südwestküste von Neu-Mecklenburg gelegen. Dampften von Süden her zwischen
Neu-Mecklenburg und den Inseln Nigin und Lamassa hinein und ankerten um
72 30min V bei der Nordostecke von Lamassa auf 34 Faden (60 m) Tiefe, Der
Kanal zwischen den Inseln und dem Festlande ist etwa !/, Sm breit, jedoch
ziemlich tief. Die Küsten des Festlandes steigen direkt aus dem Wasser steil zu
bedeutender Höhe an, ebenso sind die beiden Inseln Nigin und Lamassa sehr
hoch. An der Nordwestseite der Insel Lamassa ist ein kleiner Sandstrand mit
einer Ansiedelung von Eingeborenen nebst einigen Palmen. An der Nordseite
des Hafens befindet sich ein kleiner SüBwasserflußB.
Bougainville-Inseln.
Br. Adm-Krt, Nr. 214, Salomon Islands; Nr. 209, Anchorages in the Salomon Islands,
Plan: Queen Carola Harbour.
Kaiserin Augusta-Bucht, an der Westseite von Bougainville gelegen, er-
reichten wir am 27. August 4% N und ankerten daselbst etwa 2 Kblg vom Lande
auf 7 Faden (12,8 m) Tiefe, Die Bucht ist sehr ausgedehnt, erstreckt sich etwa
5 Sm an der Westküste von Bougainville entlang, und ist allen westlichen Winden
ausgesetzt. Der Strand ist Sandstrand mit schmalem Strandriff. In einer Ent-
fernung von 2 Kblg ist Ankergrund zu finden in etwa 10 bis 12 Faden (18 bis 22 m)
Wassertiefe. Das Landen macht keine Schwierigkeiten, da eine Anzahl kleiner
Flüsse sich in die Bucht ergießt, deren Mündungen gute Bootseinfahrten bieten.