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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Beiträge zur Küstenkunde der Südsee-Inseln, 
sich ein langes Riff seewärts, das mit einigen. kleinen Inseln und vielen Steinen 
besetzt ist. 
Die Hauptinsel ist gehobene Koralle, bewohnt und dicht bewaldet, mit 
schmalem Sandstrand. 
Tench-Insel. 
Am Morgen des 1. Mai 9b V passierten die Tench-Insel. Da diese Insel 
nur klein und sehr niedrig ist, wurde von einem Besuch derselben abgesehen. 
Die Insel ist, wie von See aus zu erkennen, eine Sandinsel, fast rund, bewohnt 
und dicht mit Palmen bewachsen, Um die Insel läuft ein ziemlich breites Strand- 
riff, auf dem starke Brandung steht. Das Riff hat nur an der Südwestseite eine 
Unterbrechung und bietet an dieser Stelle für Boote einen Anlegeplatz; ob ein 
Ankerplatz vorhanden ist, konnte nicht ermittelt werden, 
Mahur-Insel. 
Erreichten am 2, Mai diese als die nördlichste einer größeren Gruppe von 
Inseln. Die Insel ist eine stark gehobene Koralleninsel, steil ansteigend, sehr 
zerklüftet und an den Ufern teilweise stark unterhöhlt. An der Westseite befindet 
sich ein schmaler Sandstrand mit ganz schmalem Strandriff, kaum einige Meter 
breit. Durch verschiedene Bootsdurchfahrten kann man die Landung mit Booten 
bei günstigem Wetter leicht und gefahrlos unternehmen. Einen Ankerplatz 
konnten wir nicht finden. Wir loteten noch etwa 1'/, Schiffslängen von der 
äußersten Kante des Strandriffes mit 50 Faden (91 m) Leine, ohne Grund zu 
bekommen, Die Insel ist bewohnt und stark bewaldet. Die KEingeborenen 
scheinen keine Kanuen zu besitzen. Palmen sind nur in sehr geringer Zahl 
zu sehen. 
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Malie-Insel. 
Malie-Insel erreichten am selben Tage 3% N, Diese Insel zeigt dieselbe 
Formation wie Mahur, nur ist sie bedeutend kleiner und niedriger. An der Süd- 
seite ist ein ausgedehnter Sandstrand mit vorgelagertem schmalen Saumriff, Das 
Landen machte keine Schwierigkeiten, da bei der ruhigen See nur wenig Brandung 
vorhanden war. Im Südwesten dieser Insel, etwa !/, Sm davon ab, befindet sich 
eine kleine Insel, die mit Malie durch ein breites Riff verbunden ist. Einen 
Ankerplatz konnten wir in Nähe der Insel nicht finden. 
Gerrit Denis (Lihir)-Insel. 
Am Abend des 2, Mai ankerten im Luisen-Hafen auf der Insel Gerrit Denis, 
Diese Insel ist vollständig vulkanisch, dicht bewaldet und bewohnt. Der Luisen- 
Hafen ist eine große Bucht, offen nach Osten. Ankerten auf 24 Faden (44 m) 
Tiefe nahe der Küste an der Südseite der Bucht in den Peilungen: Nordostecke 
der Bucht rw. 0°, Ostecke rw. 99°. An der Südseite der Bucht befinden sich ver- 
schiedene heiße Quellen, deren Dampf und Geruch deutlich zu bemerken war. 
Masahet-Insel. ; 
Masahet erreichten am 3. Mai. Diese Insel zeigt dieselben Formationen, 
wie die Inseln Mahur und Malie. Der Landungsplatz ist an der Südwestseite, 
woselbst sich auch eine Ansiedelung der Eingeborenen befindet. Ein Ankerplatz 
war bei dieser Insel trotz.häufigen Lotens nicht zu finden, 
Tanga-Inseln. 
Die Tanga-Inseln erreichten am Morgen des 4, Mai. An umstehender Skizze 
ist die Lage der einzelnen Inseln der südlichen Gruppe zu erkennen, ebenso der 
Weg des D. »Natuna« und die Lotungen, 
Die nördliche Insel Buen, die etwa 7 Sm von der vorerwähnten Inselgruppe 
gelegen ist, wurde nicht angelaufen, da dieselbe schon bei der vorigen Expeditions- 
reise untersucht war. Die südliche Inselgruppe ist größtenteils vulkanisch, und 
die größte Höhe beträgt etwa 300 m. Die Inseln sind. sämtlich dicht bewaldet 
und Bewohnt. Auf der Insel Lif bemerkten wir sehr viele Taro-Anpflanzungen.
	        
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