184 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1910.
nach allen Seiten hin bequem klar zu schwaien; dieser Ankerplatz ist für größere
Schiffe nicht zu empfehlen, Der flache Sandstrand ist durch das vorgelagerte
Riff geschützt und Landen jederzeit, auch mit kleinen Booten, auszuführen, Die
Eingeborenen scheinen friedlich zu sein.
Liebliche Inseln und Ross-Inseln.
D. Adm-Krt. Nr. 90, Nord- und Südküste von Neu-Pommern.
Die Lieblichen Inseln erreichten wir am 20, April; es ist eine Gruppe von
sehr vielen Inseln, die der Südküste von Neu-Pommern vorgelagert sind. Wir
ankerten in der Nähe der südlichsten dieser Inseln, ungefähr !/, Sm vom Lande
ab auf 23 Faden (42 m) Wassertiefe in den Peilungen: Südinsel Südecke rw. 231°,
Nordecke rw. 132°,
Die Inseln sind gehobene Korallenriffe bis zur Höhe von etwa 10 m, um-
geben mit einem schmalen Sandstrand und Strandriff, Sie sind sämtlich, bis auf
eine kleine, bewohnt und alle dicht bewaldet und teils durch Korallenriffe ver-
bunden, Die Landung macht keine Schwierigkeiten, Da sich am Südende der
Insel ein langes Riff herausstreckt, umfuhren wir dieses in etwa 1’, Sm Abstand
von der Insel, konnten jedoch in Verlängerung dieser Riffzunge noch Grund
sehen in etwa 6 bis 10 Fad. (11 bis 18 m) Tiefe,
Die Ross-Inseln bestehen aus zwei Inseln, welche dieselbe Formation zeigen
wie die Lieblichen Inseln, Ein Ankerplatz war bis dicht an die Inseln nicht
zu finden, Da das Wetter beständig sehr günstig war, stand nur ganz
geringe Brandung auf dem schmalen Strandriffe und das Landen machte keine
Schwierigkeiten.
Amgr-Insel.
Die Amgr-Insel erreichten am 22, April; sie ist eine hohe gehobene Korallen-
insel von 126 m Höhe, sehr steil abfallend, bewohnt und dicht bewaldet. An der
Westseite ist ein schmaler Sandstrand zum Landen geeignet. Ankergrund konnten
nicht finden, da wir mit 40 Faden (73 m) Leine keinen Grund loteten,
Dampften von hier nach Simpsonhafen, woselbst am 23. April anlangten.
St. Matthias- Insel.
D. Adm-Krt, Nr. 161, Bismarck-Archipel, St. Matthias-Insel,
Am 29, April V erreichten die St. Matthias-Insel, fuhren langsam in die
St. Matthias-Straße und ankerten an der Nordwestseite von Eluane auf 25 Faden
(46 m) Tiefe, Mittags dampften weiter und ankerten nordwestlich von der Insel
Emsau auf 22 Faden (40 m) Tiefe. Die Südseite der St. Matthias-Insel ist von
einem breiten Riff umgeben, auf dem sich verschiedene Riffinseln befinden,
Durch einen !/, bis 1 Sm breiten Kanal von den Riffen der Hauptinsel getrennt,
befindet sich im Süden ein großes Atoll mit drei großen und verschiedenen
kleineren bewaldeten Inseln, Das Atoll ist auf allen Seiten geschlossen und hat
nur an der Nordseite eine Bootsdurchfahrt.
Emsau ist eine kleine, niedrige Insel mit schmalem Saumriff, bewohnt und
dicht bewaldet. Vom Ankerplatz peilte das Südostende der Insel Eluane rw. 167°,
das Nordwestende rw. 260°.
Squally Islands.
Am 30, April näherten wir uns den Squally-Inseln und sahen, daß es eine
Gruppe von mindestens 4 bis 5 Inseln war, die mit der Hauptinsel durch Riffe
verbunden sind. Die größte nördliche Insel erstreckt sich in einem Halbkreise
von Nordost nack Südwest mit einer großen nach Nordwest offenen Bucht. Loteten
beim Ansteuern der Insel häufig, jedoch ohne mit 35 Faden (64 m) Leine Grund
zu bekommen. Da der Wind östlich war, so war die See in der Bucht vollständig
ruhig; steuerten nach der Ostseite der großen Bucht und fanden dicht beim
Strande, etwa 2 Kblg davon, einen Ankerplatz mit 24 Faden (44 m) Tiefe. Die
ganze Bucht scheint frei von Korallenknollen zu sein, und es zog sich nur an
den Ufern ein schmales Strandriff entlang mit leichter Brandung. Dicht neben
dem Strandriff loteten 12 Faden (22 m) Tiefe. Im Süden der Inselgruppe streckt