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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

182 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1910, 
122 m Länge nicht herumschwaien. Schiffsboote werden nach Kapt. G. Koop- 
mann zum Verkehr mit dem Lande benutzt. Es gibt nach dessen Angaben jedoch 
auch Motorbarkassen, die für jede Tour nach Land und zurück 2 $ verlangen. 
Die Boote legen am Fuße der St. Franeis-Straße an. 
Hafenordnung. Kapt, J. Bockholt wurde vom Lotsen eine Hafenordnung 
überreicht. 
Dockanlagen. Ein 90 m langes, 24.4 m breites Schwimmdock mit 3000 t 
Hebekraft und ein 72 m langes, 18.3 m breites, 4.6 m tiefes Trockendock sind am 
Orte. Außerdem sind noch mehrere Patenthellinge vorhanden. Die Dockkosten 
für das Schwimmdock betragen für die ersten 24 Stunden 20 ec, für jeden folgenden 
Tag 10 ce per R-T.; für das Trockendock 25 c per R-T. für Schiffe bis zu 
1000 R-T., 30 c für über 1000 R-T. große Schiffe; außerdem muß, nachdem das 
Schiff im Dock ist, 7 e per R-T, Liegegeld für jeden Tag bezahlt werden. Schiffs- 
und Maschinenreparaturen irgend welcher Art können ausgeführt werden, 
Eine allgemeine Feuerwehr ist am Orte. 
Hafenunkosten, Tonnengelder. Schiffe, die von einem Hafen von Nord- 
amerika, Zentralamerika, Westindien, Südamerika, soweit diese Küste an das 
Karaibische Meer grenzt, Bermudas- und Bahama-Inseln, Neufundland, Norwegen 
oder Schweden kommen, bezahlen 3 c per R-T., kommen sie von einem andern 
Hafen, 6 c per R-T. Das Tonnengeld darf nur fünfmal in einem Jahre erhoben 
werden und 30 ce per R-T. nicht überschreiten. Löschen der Ladung kostet 
30 bis 35 ce per Tonne; Laden von Nutzholz 75 c per Last, von Bauholz 90 c 
per 1000 Fuß; Pressen von Baumwolle 50 c per Ballen; Stauen von Baum- 
wolle 35 6 per Ballen. Außerdem sind an das Zollhaus, für Quarantäne und an 
das Konsulat Abgaben zu entrichten. 
Kapt. J. Bockholt hatte mit seinem Schiffe folgende Hafenunkosten: 
Für Lotsen ein und aus 153.50 ® 
Hafenlotsen . . 20.00 
Zollhaus. 0 4.00 
Erlaubnisschein für Nachtarbeit ä 5% 50.00 
Quarantäne . ....... 15.00 
Schlepper ein, aus und im Hafen 162.60 
4 Deserteure 428. . . . 8.00 
Löschen 35 ce per Tonne. . . . . . 1260,35 
Das Schiff hatte einlaufend 5.8 m (19), auslaufend 4.3 m (14’) Tiefgang. 
Die Stadt Mobile liegt, wie schon erwähnt, am rechten Ufer des gleich- 
namigen Flusses eben innerhalb der Mündung desselben. Sie zählte im Jahre 1908 
60000 Einwohner, von denen ein großer Prozentsatz der schwarzen Rasse an- 
gehört. Die Straßen der Stadt sind nach Kapt. G. Koopmann nur teilweise ge- 
pflastert und nicht besonders rein; bei Regenwetter kann man die ungepflasterten 
Straßen kaum passieren. 
Schiffsverkehr im Jahre 1908. In den Hafen von Mobile sind 16 deutsche 
Schiffe von 22304 R-T. Größe eingelaufen und dieselbe Anzahl mit Ladung aus 
dem Hafen ausgelaufen, 
Die Haupteinfuhr besteht aus Früchten, die Hauptausfuhr aus Baum- 
wolle und Holz. 
Wöchentliche Dampferverbindung besteht mit New York, Habana, Mexiko. 
Deutsche Dampfer suchen den Hafen mehrfach auf. Die Stadt ist angeschlossen 
an die Eisenbahnlinien Mobile und Ohio, Louisville und Nashville, Great 
Southern, Mobile Jackson und Kansas City, sowie an die Telegraphen- 
kabel der Western Union Telegraph Co. und Postal Telegraph Cable Co. 
Wasserwege ins Hinterland bilden der Alabama- und der Tombigbee-Fluß, 
Die Flüsse können ihres geringen Wasserstandes halber nur von Hinterrad- 
dampfern befahren werden. Der Alabama-Fluß ist für Dampfer mit 1.2 bis 1.8 m 
Tiefgang, je nach dem Wasserstande, etwa 338 Sm weit, bis zur Stadt Montgomery, 
schiffbar, während den Tombigbee-Fluß fast das ganze Jahr hindurch Dampfer 
mit 1.2 m Tiefgang etwa 209 Sm weit befahren können.
	        
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