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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Mobile. 
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den Kurs nach rw. 11° (mw. N!4„O) und steuere so nordwärts, die schwarze, 
stumpfe Tonne Nr. 3 an B-B., die roten, spitzen Tonnen Nr. 2A und Nr.4 an 
St-B. lassend. Das Befahren dieser letzten Strecke bietet keine Schwierigkeiten, 
und es ist genügend Wassertiefe vorhanden. 
Über die Fahrt im Kanal schreibt Kapt. J. Bockholt: »Die zur Kennung 
des Fahrwassers errichteten Baken stehen alle an der Ostseite des Kanals; die 
Feuer auf ihnen brennen Tag und Nacht. Sobald bei Nebel oder Regen die 
nächste Bake nicht deutlich zu sehen ist, geht kein Lotse mit einem größeren 
beladenen Dampfer nach der Stadt hinauf; auch »Augustus« mußte deswegen 
24 Stunden beim Fort Morgan zu Anker liegen. Von Fort Morgan bis zur Stadt 
wurde das Schiff von zwei Schleppern assistiert. Wie notwendig deren Hilfe 
war, erkannten wir, als wir im Kanal an zwei auslaufenden beladenen Segel- 
schiffen passieren mußten, Obwohl diese wie auch »Augustus« hart gegen die 
Bank waren, blieb doch nur etwa 3m Zwischenraum, so daß wir ohne die Hilfe 
der beiden Schlepper schwerlich ohne Kollision hätten passieren können. Näher 
bei der. Stadt wurden die Biegungen des Fahrwassers so kurz, daß wir trotz der 
beiden Schlepper verschiedentlich auf Grund liefen. Auslaufend mit beladenem 
Schiff soll man ja auf seine Schraube achten, da der Fluß oft voll von gesunkenen 
Balken liegt. Ein Lübecker Dampfer schlug alle vier Schraubenflügel ab, mußte 
löschen und docken, um eine neue Schraube einzusetzen, was mit Zeitverlust 
von 17 Tagen und 4500 $ Kostenaufwand verbunden war.« . 
Schiffe bis zu 4.3 m Tiefgang können bei klarem Wetter auch nachts ein- 
und auslaufen, größere Schiffe jedoch nur von See bis Fort Morgan oder von 
da nach See. 
Ankerplätze innerhalb der Einfahrt. Gewöhnlich ankern Schiffe im Lower 
Fleet vor dem Südende des nach Mobile führenden Kanals. Die Wassertiefe be- 
trägt hier 5.8 bis 7,3 m, der Grund ist weicher Schlick, 9.1 bis 12.8 m Wasser 
über gut haltendem Grund findet man nordwestlich vom Fort Morgan, südlich 
vom Middle Ground.‘ Der Quarantäneankerplatz befindet sich‘ nördlich von der 
Quarantänestation auf der Mobile-Huk. 
Verbotener Ankerplatz. Zum Schutze der unterseeischen Telegraphen- 
kabel dürfen Schiffe nicht ankern innerhalb 550 m (600 Yards) Abstand von 
einer Linie, die von der Old Engineer-Ladebrücke an der Nordwestecke der 
Mobile-Huk nach der Südseite des alten Werkes beim Fort Gaines läuft. 
Hafenanlagen, Von der Mündung des Mobile-Flusses bis in das tiefere 
Wasser bei Lower Fleet ist eine 61 m breite und 6.7 m tiefe Fahrrinne aus- 
gebaggert worden. Im Jahre 1909 haben jedoch im Sommer, wenn südliche 
Winde vorherrschen, die meisten Schiffe mit über 7 m Tiefgang den Kanal be- 
fahren können; einige waren sogar bis zu 7.1 und 7.16 m beladen, Im Winter, 
wenn nördliche Winde herrschen, ist in der Fahrrinne aber höchstens 6.7 m 
Wasser, Bagger sind beständig tätig, um den Kanal auf dieser Tiefe zu halten, 
Bei der Stadt Mobile sind am westlichen Ufer des Flusses hölzerne mit 
Gleisen belegte Landungsbrücken errichtet, auf denen Schuppen und Kräne 
stehen. Die Wassertiefen längsseit betragen 4.9 bis 7 m bei Hochwasser, Löschen 
und Laden. Schiffe holen längsseit der Brücken oder vertäuen im Strom ober- 
halb der Stadt. In diesem Falle liegt das Schiff vorn und hinten vor je einem 
Buganker mit je 55 m Kettenlänge. Auf den 55 m-Schäkel der hinteren Kette 
wird vom Heck aus von jeder Seite eine starke Stahltrosse befestigt. Die Ladung 
wird dann aus Leichtern mit eigenem Schiffsgeschirr übergenommen; Balken 
werden in Flößen längsseit gebracht, Kosten und Risiko für die Ladung in 
Leichtern trägt der Absender; sobald aber die Ladung längsseit ist, haftet das 
Schiff dafür. D. »Augustus« löschte an den Brücken mit den eigenen Dampf- 
winden in Eisenbahnwagen. Ballast wird in Leichter gelöscht. Für Steinballast 
zahlt die Regierung 1 bis 1!/, $ per Tonne und stellt außerdem Leichter frei 
längsseit. 
Ankerplatz auf dem Strom. Schiffe, die auf einen Liegeplatz warten 
müssen, ankern querab von der Stadt auf etwa 7.3 m Wasser über Sand- und 
Schlicekerund. Der Ankerplatz ist gut, aber beschränkt; es können Schiffe von
	        
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