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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Mobile,

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von der Heultonne auf 16.5 m Wasser über Sand- und Schlickgrund. Am nächsten
Morgen 6l/, Uhr kam der Lotsenschuner und gab uns einen Lotsen. Von diesem
erfuhren wir, daß der Schuner am Abend vorher außerhalb der Barre Anker
und Kette verloren hatte. Er war hierdurch nach Westen vertrieben und hatte
die ganze Nacht gebraucht, um gegen Wind und Strom aufzukreuzen. Nach
Aussage des Lotsen soll auch die Bank an der Westseite der Einfahrt nach
Westen. wandern.«
D. »Asia« trieb nachts.5 Stunden mit gestoppter Maschine bei Windstille
und ruhiger See in der Nähe der Heultonne; es wurde hierbei gefunden, daß
der Strom das Schiff !/, Sm in der Stunde nach Ost versetzte.
Leuchtfeuer: Siehe »Leuchtfeuer aller Meere« 1910, Heft VI, Tit. VII,
Nr. 351 bis 450.
Funkspruchstellen sind auf Fort Morgan, Anruf frz, und in Mobile, Anruf mn b.
Lotsenwesen. Lotsen sind vorhanden, Sie sind auf zwei weißgestrichenen
Gaffelschunern stationiert, von denen der eine beim Fort Morgan liegt, während
der andere außerhalb der Barre bei der Heultonne kreuzt oder dort bei Windstille
 vor Anker liegt. Die Schuner führen bei Tage eine blaue Flagge mit
weißem P, bei Nacht zeigen sie ein weißes Licht, das über den ganzen Horizont
sichtbar ist; Positionslaternen führen sie nicht. Beim Auslaufen verläßt der
Lotse unter gewöhnlichen Verhältnissen das Schiff außerhalb der Barre. »Augustus«
mußte den Lotsen mit nach New Orleans nehmen, da er stürmischen Wetters
halber nicht abgeholt werden konnte. Der Seelotse bringt eingehend das Schiff
bis zum Ankerplatz bei der Stadt Mobile, wo es der 2. Hafenmeister in Empfang
nimmt und ihm den Platz anweist. Auslaufend wechselte »Augustus« den Lotsen
beim Fort Morgan. Es herrscht Lotsenzwang. Halbes Lotsgeld braucht jedoch
nur bezahlt werden, wenn wegen schlechten Wetters kein Lotse abkommen kann
und das Schiff ohne Lotsenhilfe bis zum Fort Morgan läuft. Das Lotsengeld
ist nach Tarif geregelt. Es beträgt für den Barrelotsen, einkommend sowohl
wie auch auslaufend, für Schiffe
bis zu 2.7 m (9) Tiefgang
von 2.9 (9!%’) bis 3.2 m (101/,’)
- 8.4 (11’) « 3.7 (12)
3.8 (121) « 43 (14’)
« 44 (141) « 61 (20’)
über 6.1 m (20)

&

Für den Kanal beträgt das Lotsengeld jeden Weg 50c per 0,3 m Tiefgang.
Das Lotsen vom Ankerplatz querab der Stadt bis an die Anlegebrücken oder bis
zum Mooringsplatz kostet 10%, Ver- und Entmooren je 10 $, jedes Verholen im
Hafen 10 $.
Schleppdampfer. Es sind etwa 20 Schlepper von 100 bis 300 Pferdekräften
vorhanden, Sie halten sich gewöhnlich bei der Stadt Mobile auf; nur wenn
Segelschiffe erwartet werden, kreuzt einer bei der Heultonne. Sonst wird auch
beim Sichten eines Segelschiffes für einen Schlepper telegraphiert, Schlepperhilfe
 ist für Segelschiffe immer notwendig; ‚auch größere Dampfer müssen sich
Schlepper bedienen, um im Kanal die Biegungen machen und entgegenkommenden
 Schiffen ausweichen zu können. Zum Vermooren im Hafen ist ebenfalls
Schlepperhilfe notwendig. Schlepplohn. Es besteht feste Taxe für das Einund
 Ausschleppen, Dampfer bezahlen 10 c, Segler in Ballast 35 c, beladen 40 c
per R-T. netto. Für Vermooren und Entmooren bezahlte Kapt. G. Koopmann
je 30 $. Bergungsdampfer und Taucher sind vorhanden.
Sturmsignale werden auf dem Zollamt in Mobile und beim Fort Morgan gezeigt.
Quarantäne. Alle nach Mobile bestimmten Schiffe müssen beim Fort Morgan
ankern, um den Quarantänearzt zu erwarten, der vor 6 Uhr morgens jedoch nicht
an Bord kommt. Querab vom Fort befindet sich die Quarantänestation. Schiffe,
die von ungesunden Häfen kommen, werden ausgeschwefelt und eine bestimmte
Zeit in Quarantäne gelegt. Fruchtdampfer haben ein gewisses Vorrecht, indem
bei ihnen nur die Effekten der Mannschaft, nicht aber die Räume ausgeschwefelt
            
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