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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Herrmann, J.: Bemerkungen über Spitzbergen. 
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Anfang des Sommers zu empfehlen, Wenn die Jahreszeit vorgeschritten ist, 
kann man oft durch die großen vom Lilliehöök-Gletscher herrührenden Eisblöcke 
belästigt werden, deren vorspringende Sporen gefährlich sind. 
Lilliehöök-Bucht ist vollständig rein und‘ kann mit Sicherheit befahren 
werden. Sie ist im Juli im allgemeinen sehr frei von Eis, denn der prächtige 
Gletscher, der sie abschließt, entwickelt dann wenig Tätigkeit, aber gegen Ende 
des Sommers lösen sich sehr häufig bedeutende Eismassen davon los. Unter der 
Einwirkung des Windes sammelt sich dann das Eis an einer Stelle, um sich 
darauf bei einem Wechsel in der Wind- oder Stromrichtung über die ganze 
Breite der Bucht auszudehnen und die Bucht für die Schiffahrt zu sperren, 
Kleine Schiffe tun gut, nicht zu nahe an den Lilliehöök-Gletscher hinan- 
zugehen, denn das Loslösen des Eises erfolgt dort zuweilen in einer Länge von 
mehreren hundert Metern. Dann werden sehr starke Wellen erzeugt, .die auf 
große Entfernung gefährlich sind. ; 
Ankerplatz im Signe-Hafen sollte nur vorübergehend und nur in der Zeit 
der geringen Tätigkeit des Lilliehöök-Gletschers benutzt werden, Im übrigen ist 
der Ankerplatz ausgezeichnet, und der aus Schlick bestehende Ankergrund hält 
gut. Da keine Gefahr vorhanden ist, kann man auf geringer Wassertiefe ankern, 
wo man die großen vom Gletscher abgestürzten Eisblöcke nicht zu fürchten hat, 
Möller-Bucht. Die hydrographischen Verhältnisse dieser Bucht sind voll- 
ständig genügend für die Schiffahrt festgestellt worden. Südlich von der König 
Haakon-Halbinsel ist die Bucht ebenso wie die Louis Tinayre-Bucht voll- 
ständig rein. 
. Auf dem Wege nach dem Ankerplatze darf man nach dem Runden des 
Außenendes der Halbinsel den Abstand von ihrer Ostseite nicht geringer als 
200 m werden lassen, um die kleine Klippe etwa 4 Kblg weiter nördlich zu 
meiden. Darauf kann man nach Augenmaß nach dem Ankerplatze weitersteuern, 
indem man sich näher an der Halbinsel als an der Kohn-Insel hält, um die 
Gallopin-Klippe zu meiden, 
Die Lotungen in dem Teil der Bucht östlich von der Kohn-Insel sind sehr 
schnell ausgeführt worden, Schiffe, die dort hindurchlaufen, müssen vorsichtig 
fahren und loten, besonders zwischen der Kohn-Insel und dem Louis Mayer- 
Gletscher, 
Ankerplatz im Möller-Hafen ist ausgezeichnet und genügt für mehrere 
Schiffe. Man kann irgendwo ankern, der Ankergrund besteht überall aus weichem 
sehr gut haltenden Schlick. Auf weniger als 20 m Wasser darf man aber nicht 
ankern, weil innerhalb dieser Tiefe der Grund sehr schnell ansteigt. 
J. Herrmann. 
Mobile. 
Nach Konsulatsfragebogen Nr. 1004 vom Juni 1899, Nr. 1639: vom Mai 1901, Nr. 3267 vom Juni 1904; 
Nr. 3986 vom Juni 1906, Nr. 4555 vom Mai 1908; nach Fragebogen Nr. 2770 des Kapt. G. Koop- 
mann, D. »Asia«, vom Juli 1903; Nr. 3772 des Kapt. J. Bockholt, D. »Augustus«, vom Dezember 
1905. Ergänzt nach deutschen, englischen und amerikanischen Quellen. Brit. Adm-Krt. Nr. 392, Gulf 
of Mexico; Nr. 1467, Cape San Blas to Vermilion Bay; Nr. 2853, Mississippi Sound and Mobile Bay; 
Nr. 2344, Mobile Bay. Letzte Veröffentlichung »Ann. d. Hydr. usw.« 1897, S. 268 
Mobile, einer der bedeutendsten Handelsplätze im Golf von Mexiko, liegt 
im innersten Teil der gleichnamigen Bucht am rechten Ufer und eben oberhalb 
der Mündung des Mobile-Flusses, Die geographische Lage des Leuchtfeuers auf 
Sand-Eiland an der Einfahrt zur Mobile-Bucht ist 30° 11’ 15” N-Br., und 
88° 3’ 2” W-Lg. Die Mißweisung für das Jahr 1910 beträgt etwa 4,7° O, die 
jährliche Anderung ist gering. N 
Allgemeines. Die Mobile-Bucht ist ein ausgedehntes ÄAstuarium von etwa 
30 Sm Länge in N—S-Richtung. Die Wassertiefen in ihr sind im allgemeinen 
nur gering und betragen durchschnittlich 3.0 bis 3.7 m. In den innersten Teil 
der Bucht münden die Flüsse Alabama und Tombigbee, die bedeutendsten Flüsse 
Ann. d. Hydr. usw. 1910. Heft IV. 
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