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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1910. 
Bemerkungen über Spitzbergen.” 
Nach einem Bericht des Linienschiffsleutnants H. Bourree, Adjutanten des Fürsten Albert von Monaco, 
Die nachfolgenden Bemerkungen über einige Buchten und Ankerplätze an 
der Westseite von Spitzbergen bilden eine Ergänzung zu den Aufnahmen der 
Expedition des Fürsten von Monaco in den Jahren 1906 und 1907. Diese 
Aufnahmen sind in zwei kürzlich herausgegebenen Karten niedergelegt, von denen 
die eine die Westküste von Spitzbergen vom nördlichen Teile des Prinz Karl- 
Vorlands bis zur Magdalena-Bucht umfaßt, während die andere Pläne der 
Möller-Bucht, Hamburger Bucht, des Ebeltoft-Hafens und Signe-Hafens enthält, 
Prinz Karl-Vorland. Die Vermessungen von 1906 und 1907 haben ergeben, 
daß auf den vor dieser Zeit herausgegebenen Karten der nördliche Teil des 
Vorlands zu weit nördlich liegt, Die Vermessung der Küste ist zwar flüchtig 
ausgeführt, aber ziemlich genau, doch konnten wegen Zeitmangels keine Lotungen 
ausgeführt werden. An verschiedenen Stellen vor dieser Küste wurde jedoch 
Brandung bemerkt, so daß man gut tut, 4 bis 5 Sm vom Lande entfernt zu 
bleiben. 
Kreuz-Bucht ist sehr malerisch und eine der schönsten Buchten von Spitz- 
bergen. Man findet dort mehrere ausgezeichnete Ankerplätze und kann nach 
der oben genannten sehr vollständigen Karte in voller Sicherheit navigieren, 
Die Kreuz-Bucht eignet sich sehr als Zufluchtshafen für Schiffe, die aus irgend 
einem Grunde Schutz suchen müssen, und ist ganz besonders der Beachtung von 
Touristen zu empfehlen. Sie ist früher von Walfischfängern besucht worden, 
von denen man noch Spuren im Ebeltoft-Hafen findet, 
Mitten im Fahrwasser ist die Wassertiefe beträchtlich. Vor den Gletschern 
der Möller-Bucht und besonders vor dem Lilliehöök-Gletscher findet man zahl- 
reiche Robben. An verschiedenen Stellen und hauptsächlich im südlichen Teil 
der König Haakon-Halbinsel gibt es ungeheure Schwärme von Seevögeln. Häufig 
sieht man auch kleine Füchse. 
In der Möller-Bucht, die den schönsten Teil dieser Gegend bildet, findet 
man zahlreiche Eidergänse auf der Kohn-Insel. Gänse sind auch zahlreich, doch 
kann man nicht an sie herankommen, Renntiere gibt es in dieser Gegend nicht. 
Fische sind anscheinend nur wenig vorhanden, abgesehen von einem ganz kleinen 
Polardorsch, der den Vögeln zur Nahrung dient, Auf den Meeresgrund hinunter- 
gelassene Reusen haben jedesmal ziemlich große Mengen von Krabben herauf- 
gebracht. - 
Einsteuerung in die Kreuz-Bucht. Von See aus sollte man die Nordhuk 
des Prinz Karl-Vorlands ansteuern und beim Einlaufen in die Kreuz-Bucht nach 
Augenmaß die Mitte des Fahrwassers halten. Man kann ohne Bedenken etwas 
näher am Kap Guissez (Südhuk der Bucht) als am Kap Mitra vorbeilaufen; die 
Umgebung des letzteren Kaps ist gefährlicher (die Karte zeigt dort Brandung 
und zahlreiche Klippen). 
Aus der Königs-Bucht oder aus dem Blomstrand-Hafen kommende Schiffe 
sollten in etwa 2 Sm Abstand an der Küste entlang steuern, um mit Sicherheit 
einige Brandungsstellen zu meiden, die sich in geringer Entfernung vom Lande 
befinden, 
Sobald man das Kap Guissez dwars hat, braucht man sich nur nach der 
Karte zu richten. 
Ankerplatz im Ebeltoft-Hafen genügt für Schiffe mittlerer Größe, Man 
sollte mit rw. 270° (mw. WzN)-Kurs auf die Huk des Enjalbal-Strandes 
zusteuern, der sehr steil ist und dem man sich daher ohne Bedenken nähern 
kann. Sobald die Bourree-Huk südlich frei von der König Haakon-Halbinsel 
kommt, kann man auf 15 bis 16 m Wasser, Grund Sand und Kies, ankern, 
Man kann auch weiter südlich ankern, nicht aber nördlich von der angegebenen 
Stelle, da sich dort eine auf der Karte verzeichnete blinde Klippe mit 3 m Wasser 
befindet. Der Ankergrund hält ausgezeichnet; der Ankerplatz ist besonders am 
Vol. »Ann. d. Hrdrogr. usw.« 1893 S. 369.
	        
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