v. Kobbe: Über astronomische Ortsbestimmung im Luftschiff,
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für die astronomische Ortsbestimmung im Ballon.« Von Dr, E. Kohl-
schütter. Annalen der Hydrographie usw., 1909, S. 449 bis 459,
Im vorstehenden Beispiel geschah die Bestimmung des u-Wertes nach der
Fig. 3, Taf. 24, aus u == HS 15 60 — 06.
Die Bestimmung von @%, A, 2 A, erfolgt hinreichend genau aus einer
Zeichnung (Fig. 3, Taf, 24) entweder unmittelbar auf der Karte oder auf besonderem
Blatt. In letzterem Fall ist dann noch eine Multiplikation mit sec @ erforderlich,
= % FU; A = A + V+SCCH
P | sec | ig | P | sec tg
30° ! 115 |: 058 40° | 131 | 084
© | sec | tg
50° | 156 * 1.29
31 | 1.17 0.60
32 1.18 0.62
39 1.19 0.65
41 | 1.33
42 1.35
42 1.37
0.87
0.90
0.93
4
35
36
121° | 0,67
1.22 | 0.70
194 0.73
44.
45
46 |
1.39
1.41
1.44
0,97
1.00
1.04
M
55 '
36
1.70 .
1.74
1.79
1.38
1.43
148
37 1.25 0.75 47 1.47 1.07 5 1.84
38 | 127 | 0.78 48 149 | Lu 58 8 1.89
39 ! 1.29 0.81 49 1.52 1.15 59 1.94
40 1 131 | 084 | 50 | 156 | 119 ‚ 60 | 200 | 1.78
Ein Rechenstab als Zeichenlineal ist mit Vorteil für diese Multiplikation
zu verwerten in Verbindung mit dem hier eingefügten Täfelchen. Die Spalte »tg«
dient in gleicher Weise zur leichteren Berechnung der Meridian-Konvergenz
c=v-tigg. Das vorstehend mitgeteilte Verfahren ist stets brauchbar, wenn
überhaupt eine Ortsbestimmung durch Höhe und Azimut eines Gestirns möglich ist.
Genauigkeitsprüfung. Der Fehler J, bedingt durch den Unterschied der
Höhengleiche und der benutzten Tangential-Standlinie kann ausgedrückt werden
durch J, = Ta? worin 9 = 280° %_ — arcrad in Minuten ist, und J, sowie
go in-Bogenminuten verstanden sind. Soll dieser Fehler 0°.1 = 6’ = 11.1 km nicht
überschreiten,!) so muß sein 0” << 120osinz. Als kleinste für die Peilung noch
brauchbare Zenitdistanz nehme ich 30° an, dann erhält man als Grenzwert:
6 — V60 = 144’; der wahre Beobachtungsort (2) darf also bis zu 2.°4 = 266 km
vom Bestimmungspunkt (1) entfernt sein, ohne daß der Fehler der Tangential-
Standlinie 6’ überschritte.
Der Mittelwert x kann überall in Deutschland auf 5 Einheiten der zweiten
Dezimalstelle genau ermittelt werden... Nehmen wir demnach 0.05 als Unsicherheit
von u, eine mittlere Zenitdistanz z == 45° und das sehr ungünstige n = 0, So
ergibt sich daraus für o der Fehler: J, = 0:20. Damit J, den zulässigen
Maximalwert von 6’ nicht überschreite, darf also o nicht größer werden als
120’ = 2° = 222 km.
Als Regel kann also gelten: Beträgt die Entfernung des wahren Beob-
achtungsortes (2) vom Bestimmungspunkt (1) mehr als 200 km, so ist die Rechnung
mit besseren Koordinaten des Punktes O zu wiederholen.
Meist wird es aber auch dann noch genügen, den Fehler J, = PT
durch unmittelbare Anbringung dieses Wertes am Punkt 2 in Richtung des
Gestirns zu beseitigen und demnächst mit dem nunmehr sicher zu ermittelnden u
den letzten Teil der Rechnung zu verbessern.
Königsberg i. Pr. Januar 1910. v. Kobbe, Oberstleutnant,
\ Vgl. »Astronomische Ortsbestimmung im Ballon« von Prof. Dr. Adolf Marcuse, 8.21