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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1910. 
und Celsius umgeformt werden mußten, verteilen sich auf die wichtigsten der 
im vorhergehenden $ 1 genannten Schiffe wie folgt. Es stammen: | 
von »Albatroß« . . . ‚ etwa 72 Temperaturreihen, 
»Challenger« . 126 
»Gazelle« , 0 
»Penguin« +1 
‚Planet« . 30 
Tuscarora« . 107 
USW. 
Die in dem westlichen Teile des Südlichen Stillen Ozeans zwischen 0° und 
50° S-Br. 140° O0 bis 160° W-Lg. gemessenen Reihen sind übrigens vollständig 
aufgeführt in einer Arbeit Sir John Murrays vom Jahre 1906.) 
Begreiflicherweise entscheidet nun die Anzahl der von einem Schiffe bei- 
gebrachten Temperaturreihen nicht über ihre wissenschaftliche Bedeutung; so 
sind z. B. die sehr zahlreichen und seinerzeit verdienstvollen Arbeiten der 
‚Tuscarora«, "weil mit noch mangelhaften Max.-Min.-Thermometern ausgeführt, 
nicht überall ohne weiteres verwendbar, während anderseits in den bisher nur 
etwa 30 Reihen umfassenden Ergebnissen der »Planet«-Fahrten kaum eine einzige 
Zahl beanstandet zu werden braucht, da an Bord dieses Fahrzeuges die neuesten 
Richterschen Kipp-Tiefseethermometer zur Benutzung gelangen. Es hat eben 
die instrumentelle und allgemein technische Seite auch der ozeanographischen 
Forschung in den letzten 30 Jahren bereits einen achtunggebietenden Weg der 
Entwicklung hinter sich gebracht. 
Aus denselben Erwägungen, die seinerzeit bei den Temperaturtafeln des 
‚Valdivia«-Werkes angestellt wurden, ist auch für die Karten der horizontalen 
Temperaturverteilung im Stillen Ozean (Taf. 1 bis 12) die flächentreue Ent- 
wurfsart gewählt worden; der Maßstab ist freilich kleiner. Die Tiefenhorizonte 
sind, abgesehen davon, daß die für 50 und 150 m weggelassen wurden, ebenfalls 
die gleichen wie in den eben erwähnten Tafeln des Atlantischen und Indischen 
Ozeans, und es dürfte daher eine ebenso naheliegende wie dankbare Aufgabe der 
Zukunft sein, eine moderne Statistik des Wärmehaushaltes des ganzen Weltmeeres 
durch planimetrische Messungen aufzustellen; vielleicht findet sich dafür bald 
einmal eine Kraft. Hier müssen wir uns in der Hauptsache auf eine Erörterung 
der pazifischen Wärmeverhältnisse beschränken. 
Von den stellenweise sehr zahlreichen Messungen sind in den Karten und 
Profilen immer nur einzelne mit Auswahl zwischen die Isothermen noch einge- 
tragen, eine Vollständigkeit ist also nicht angestrebt. Ganz weggelassen sind 
Einzelangaben in der Karte der Oberflächentemperaturen; denn dieser 
Karte ist eine Darstellung der Jahresisothermen des ganzen Weltmeeres zugrunde 
gelegt, die Schott im Jahre 1906 auf Veranlassung und für die Challenger Society 
for promotion of oceanography in London gezeichnet hat und die nicht in den 
öffentlichen Verkehr gelangt ist. Die Oberflächenisothermen des Stillen Ozeans 
haben hier auf Taf, 1 einige Korrekturen gegenüber denen von 1906 erfahren, 
besonders in der Nähe der Westküste Nordamerikas, wo durch die Untersuchungen 
Thorades®) eine neue und gesicherte Grundlage letzthin beschafft worden ist, — 
Als ein Vorgänger, der systematisch die Wärmeverhältnisse der Tiefsee 
des Stillen Ozeans untersucht und — worauf das Hauptgewicht zu legen ist — 
auch kartographisch in übersichtlicher Form darzustellen unternommen hat, ist 
Alex. Buchan zu nennen, dessen Report on oceanic ecireulation im Schluß- 
band des »Challenger«-Werkes 1895 erschien und Temperaturkarten nach Fahren- 
heit für die Tiefen von 0, 100, 200, 300 usw. bis 1000 Faden, 1500, 2200 Faden 
und den Meeresboden enthält. Auf eine ganze Reihe der in den nachfolgenden 
Zeilen erörterten thermischen Verhältnisse hat Buchan schon in seiner verdienst- 
1) On the depth, temperature of the ocean waters and marine deposits of the South West 
Pacific Ocean. Roval Geographical Society of Australia, Queensland. Brisbane 1906. S. 78 bis 95. 
2) .Die Kalifornische Meeresströmung; Oberflächentemperaturen usw. in Ann, d. Hydr. usw. 
1909, S. 17ff.. 63f£., Taf. 5. 10. 11.
	        
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