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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Expedition soll Hamburg, wo die Schiffe für ihren besonderen Zweck umgebaut 
und ausgerüstet werden, im Sommer 1911 verlassen. 
Der halbe Erfolg einer jeden Expedition liegt in den Vorbereitungen. 
Was die wissenschaftliche Seite derselben anlangt, so darf Filchner der Unter- 
stützung der maßgebenden Kreise Deutschlands gewiß sein; für die nautische 
Unterstützung bürgt der Ausrüstungs- und Ausgangshafen Hambure, 
Brennecke, W.: Eine neue deutsche Antarktische Expedition. 
Ort und Ursache der Strandungen deutscher Seeschiffe. 
‚Von S. Herrmann, Assistent der Deutschen Seewarte. 
Von allen Gefahren, die die Schiffahrt bedrohen, ist die Strandungsgefahr 
am größten. Das zeigen die Zahlen der Seeunfallstatistik, in der die Schiffs- 
verluste durch Strandung allen anderen Ursachen gegenüber die Mehrheit bilden. 
Außer vielen Menschenleben gehen durch Strandung alljährlich große Werte an 
Schiffen und Ladung verloren, und diese Werte wachsen mit der zunehmenden 
Größe der Schiffe. Da liegt es wohl im Interesse der Schiffahrt, die Strandungen 
daraufhin zu untersuchen, ob sich nicht Mittel und Wege finden lässen, sie. auf 
das unvermeidliche Mindestmaß zu beschränken, 
Es soll daher versucht werden, bei der Betrachtung der Strandungs- 
ursachen auf Grund der seeamtlichen Untersuchungen gefährliche Küstenpunkte 
herauszufinden, vor denen gewarnt werden kann, besonders aber auf diejenigen 
Strandungen hinzuweisen, die sich bei gewissenhafter Anwendung aller zu Gebote 
stehenden nautischen Hilfsmittel und - der erforderlichen Vorsicht hätten ver- 
meiden lassen. Und diese letzteren Strandungen sind bei weitem zahlreicher als 
die durch besonders gefährliche Orte verursachten. Das geht schon aus der 
früheren Untersuchung!) deutlich hervor, und auch die Zahlen am Anfang des 
späteren Abschnittes »Strandungsursachen«*) lassen es klar erkennen. Den Ursachen 
dieser Strandungen wird daher besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden sein. 
Die folgende Übersicht zeigt zunächst die Anzahl der Schiffsverluste durch 
Strandung unter der Gesamtzahl. der Schiffsverluste in den zehn Jahren von 
1898 bis 1907 und gleichzeitig die dabei verloren gegangenen Menschenleben, 
Jahr 
1898 
1899 
1900 
1901 
1902 
1903 
‚904 
‚905 
‚906 
1907 
Anzahl der see- 
) amtlich untersuchten | Anzahl der 
Schiffsverhuste gi 
‘ 
5 
PR 
3 
5 
Davon 
Dampfer Segler 
nn 
“6 
„9 
20 
2) 
Verlust an 
Menschenleben 
67 
19 
26 
4 
26 
95 
Summe | 812 | 328 | 100 | 228 | 188 
Die Zahl der durch Strandung verlorenen Segler ist mehr als doppelt so groß 
wie die der Dampfer. Das ist bei ihrer vollständigen Abhängigkeit von Wind und 
Wetter erklärlich, besonders wenn man berücksichtigt, daß unter den angeführten 
Fällen eine beträchtliche Anzahl kleiner und wegen ihres Alters wenig wider- 
standsfähiger Fahrzeuge enthalten ist. 
In der nächsten Tabelle sind die Schiffsverluste durch Strandung nach 
Ort, Zeit und Ursache küstenweise zusammengestellt. Zugrunde gelegt ist die 
Schiffsunfallstatistik des Kaiserl. Statistischen Amts. Nicht berücksichtigt sind 
die kleinen Küstenfahrzeuge; sie fahren unter ganz anderen Bedingungen und 
werden ganz anders navigiert als größere Seeschiffe, sind daher für die Zwecke 
dieser Untersuchung ohne Interesse. Über die Strandungsfälle, bei denen die 
Schiffe wieder. abkamen, liegen leider keine Zahlen vor. Es sollen aber einzelne 
aus den Seeamtsverhandlungen bekannte, besonders lehrreiche Fälle bei der Be- 
sprechung der Strandungsursachen mit herangezogen werden, 
1 sAnn. d. Hrdr. usw.e 1899. 8.2289 —_ 2) Siehe nächstes Heft.
	        
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