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Expedition soll Hamburg, wo die Schiffe für ihren besonderen Zweck umgebaut
und ausgerüstet werden, im Sommer 1911 verlassen.
Der halbe Erfolg einer jeden Expedition liegt in den Vorbereitungen.
Was die wissenschaftliche Seite derselben anlangt, so darf Filchner der Unter-
stützung der maßgebenden Kreise Deutschlands gewiß sein; für die nautische
Unterstützung bürgt der Ausrüstungs- und Ausgangshafen Hambure,
Brennecke, W.: Eine neue deutsche Antarktische Expedition.
Ort und Ursache der Strandungen deutscher Seeschiffe.
‚Von S. Herrmann, Assistent der Deutschen Seewarte.
Von allen Gefahren, die die Schiffahrt bedrohen, ist die Strandungsgefahr
am größten. Das zeigen die Zahlen der Seeunfallstatistik, in der die Schiffs-
verluste durch Strandung allen anderen Ursachen gegenüber die Mehrheit bilden.
Außer vielen Menschenleben gehen durch Strandung alljährlich große Werte an
Schiffen und Ladung verloren, und diese Werte wachsen mit der zunehmenden
Größe der Schiffe. Da liegt es wohl im Interesse der Schiffahrt, die Strandungen
daraufhin zu untersuchen, ob sich nicht Mittel und Wege finden lässen, sie. auf
das unvermeidliche Mindestmaß zu beschränken,
Es soll daher versucht werden, bei der Betrachtung der Strandungs-
ursachen auf Grund der seeamtlichen Untersuchungen gefährliche Küstenpunkte
herauszufinden, vor denen gewarnt werden kann, besonders aber auf diejenigen
Strandungen hinzuweisen, die sich bei gewissenhafter Anwendung aller zu Gebote
stehenden nautischen Hilfsmittel und - der erforderlichen Vorsicht hätten ver-
meiden lassen. Und diese letzteren Strandungen sind bei weitem zahlreicher als
die durch besonders gefährliche Orte verursachten. Das geht schon aus der
früheren Untersuchung!) deutlich hervor, und auch die Zahlen am Anfang des
späteren Abschnittes »Strandungsursachen«*) lassen es klar erkennen. Den Ursachen
dieser Strandungen wird daher besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden sein.
Die folgende Übersicht zeigt zunächst die Anzahl der Schiffsverluste durch
Strandung unter der Gesamtzahl. der Schiffsverluste in den zehn Jahren von
1898 bis 1907 und gleichzeitig die dabei verloren gegangenen Menschenleben,
Jahr
1898
1899
1900
1901
1902
1903
‚904
‚905
‚906
1907
Anzahl der see-
) amtlich untersuchten | Anzahl der
Schiffsverhuste gi
‘
5
PR
3
5
Davon
Dampfer Segler
nn
“6
„9
20
2)
Verlust an
Menschenleben
67
19
26
4
26
95
Summe | 812 | 328 | 100 | 228 | 188
Die Zahl der durch Strandung verlorenen Segler ist mehr als doppelt so groß
wie die der Dampfer. Das ist bei ihrer vollständigen Abhängigkeit von Wind und
Wetter erklärlich, besonders wenn man berücksichtigt, daß unter den angeführten
Fällen eine beträchtliche Anzahl kleiner und wegen ihres Alters wenig wider-
standsfähiger Fahrzeuge enthalten ist.
In der nächsten Tabelle sind die Schiffsverluste durch Strandung nach
Ort, Zeit und Ursache küstenweise zusammengestellt. Zugrunde gelegt ist die
Schiffsunfallstatistik des Kaiserl. Statistischen Amts. Nicht berücksichtigt sind
die kleinen Küstenfahrzeuge; sie fahren unter ganz anderen Bedingungen und
werden ganz anders navigiert als größere Seeschiffe, sind daher für die Zwecke
dieser Untersuchung ohne Interesse. Über die Strandungsfälle, bei denen die
Schiffe wieder. abkamen, liegen leider keine Zahlen vor. Es sollen aber einzelne
aus den Seeamtsverhandlungen bekannte, besonders lehrreiche Fälle bei der Be-
sprechung der Strandungsursachen mit herangezogen werden,
1 sAnn. d. Hrdr. usw.e 1899. 8.2289 —_ 2) Siehe nächstes Heft.