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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Brennecke, W.: Eine neue deutsche Antarktische Expedition, 151 
Ross-See im Jahre 1911 aufbrechen soll. Beabsichtigt ist eine Durchquerung des 
zwischen Weddell- und Ross-Meer liegenden unbekannten Gebietes, es soll also das 
Schwergewicht der Expedition auf die Feststellung der Wechselbeziehungen 
zwischen Ost- und Westantarktika gelegt werden. Der von Filchner skizzierte 
Plan fand den Beifall des in der Sitzung anwesenden Polarforschers O. Norden- 
skjöld, auch der Präsident der Gesellschaft, Penck, trat voll für den Plan ein.!) 
Da Filchner eine Durchquerung des antarktischen Gebiets von der 
atlantischen zur pazifischen Seite plant, ist es selbstverständlich, daß er dort 
vorgehen muß, wo einerseits der gemutmaßte antarktische Kontinent seine ge- 
ringste Breite hat, und wo anderseits die Eisverhältnisse des Meeres so günstig 
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sind, daß Aussicht vorhanden ist, das Festland wirklich zu erreichen.‘ Ebenso 
wie im Nordpolargebiet sind auch im Südpolargebiet die Eisverhältnisse, wie 
namentlich die Expeditionen der letzten Jahre gelehrt haben, sehr wechselnde. 
Den günstigsten Angriffspunkt bietet wohl unzweifelhaft das Ross-Meer, wo es 
schon im Jahre 1841 James Clarke Ross gelang, bis zur Küste in 78° S-Br. 
vorzudringen. Borchgrevink, Scott und Shackleton haben, allerdings nicht 
immer mit gleicher Leichtigkeit, den dem Ross-Meer vorgelagerten Eisgürtel 
durchbrochen; selbst als 1902/03 die »Discovery« bei Mount Erebus und Terror 
nicht aus dem Eise frei kam, gelang es doch der Entsatz-Expedition auf der 
»Morning« sich bis auf 10 Sm der »Discovery« zu nähern und mit ihr in Ver- 
bindung zu treten. Sehr wechselvoll sind ohne Zweifel die Eisverhältnisse im 
Weddell-Meer. Hier war es schon 1823 dem bewährten Robbenschläger-Kapitän 
Weddell gelungen, nach gefahrvoller Schiffahrt durch einen Gürtel von Eis- 
bergen in 68° S-Br. bis 74° 15’ S-Br. in 34° 17’ W-Lg. vorzudringen. In dieser 
) Vgl. hierzu »Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin« 1910, 153 bis 158.
	        
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