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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Monatskarten des Luftdrucks sowie der Luft- u. Wassertemperatur für den Indischen Ozean usw. 149

Wasser .des Kuro-shiwo, der auch an der Westküste von Formosa nach Norden
setzt, so daß wir in der Formosa-Straße im Februar z. B. 12° an der chinesischen
 Küste und 18° an der Küste Formosas antreffen.!) Die südwestlich setzende
kalte Strömung beginnt sich im Oktober zu entwickeln und findet in der Formosa-Straße
 im April-Mai ihr Ende. In den Sommermonaten ist die ganze Straße
von warmem Wasser erfüllt.
3. Die Temperatur der Luft.
Die Quellen für den Entwurf der Isothermen der Luft sind in der Hauptsache
 die Beobachtungen auf Küsten- und Inselstationen sowie der Klima-Atlas
von Indien und die Monatskarten des niederländischen Atlas, soweit sie zur Zeit
der Bearbeitung vorlagen. Die Isothermen Südafrikas sind hauptsächlich nach
Beutler: »Die Temperaturverhältnisse des außertropischen Südafrika«®) gezogen,
doch machen die großen Seehöhen die Isothermen im Innern unsicher. :Da:die
Wassertemperatur weniger veränderlich ist, auch sich leichter exakt bestimmen
läßt wie die Lufttemperatur, so wurden die Isothermen der Luft unter Berücksichtigung
 des Verhältnisses zwischen Wasser- und Lufttemperatur®) in allen
zweifelhaften Fällen an den Verlauf der Isothermen der Meeresoberfläche angeschlossen.
 Es sei hier namentlich auf die südliche Ausbuchtung der Isothermen
über dem Gebiet des Agulhas-Stroms hingewiesen, die weder in den Karten
Buchans im »Challenger«-Werk noch in Bartholomews Atlas berücksichtigt
ist, dagegen in der Veröffentlichung des Londoner Meteorological Office: »Meteorological
 charts for the Ocean district adjacent to the Cape of Good Hope,
London 1882« durch direkte Beobachtungen auch für die Luft unzweifelhaft
festgestellt ist.
Der Verlauf der Luft-Isothermen in den vorliegenden Kärtchen wird vornehmlich
 durch zwei Tatsachen bedingt: Einerseits durch die große jahreszeitliche
 Schwankung der Lufttemperatur über dem Festland im Gegensatz zur
Wasserfläche, anderseits durch den Parallelismus zwischen Wasser- und Lufttemperatur.
 So finden wir in 30° N-Br, auf dem asiatischen Kontinent im Januar
eine mittlere Temperatur unter 15° und im Juli über 30°, indessen auf den
Meeresflächen des südlichen Indischen Ozeans die Temperatur in gleicher Breite
(z. B. in 60° O-Lg.) nur zwischen 23° im Februar und 16° im August-September
schwankt. Die jahreszeitliche Anderung der Monatsmittel der Lufttemperatur ist
also in den Subtropen auf dem Kontinent über das Doppelte größer wie auf dem
Meer, Während im Südwinter Land und Wasser auf der südlichen Halbkugel gleich
warm sind, bilden sich hier im Südsommer selbständige Wärmezentren über Südafrika
 und Australien aus, so daß auf gleicher Breite das Land um 5° bis 7°
wärmer wie das Wasser ist. Von März an verlagern sich diese Wärmezentren,
dem Lauf der Sonne folgend, nach Nordbreite, und wir finden im April und Mai
die höchsten Temperaturen, sowohl auf dem Festland wie auf dem Meer, zwischen
dem Äquator und dem nördlichen Wendekreis. Bemerkenswert sind die ellipsen-Förmigen
 Gebiete hoher Wärme (35°) über Vorderindien und Arabien im Mai,
während in den folgenden Monaten die Temperaturen hier zum Teil unter 30°
im Mittel bleiben, -
In gleicher Weise wie die Temperatur der Meeresoberfläche im westlichen
Indischen Ozean sich namentlich im August und September relativ kühl erwies,
ist auch die Lufttemperatur zu dieser Zeit über diesen Gebieten ziemlich niedrig,
da sie durch den Kontakt mit dem durch Auftrieb abgekühlten Wasser erniedrigt
wird, Der abkühlende Einfluß des Regens zeigt sich gut ausgeprägt an den
Küsten der Indischen Halbinsel, deren regenreiche Luvseite kälter wie die trockene
Leeseite ist, jedoch ist die im Juni einsetzende Abkühlung Indiens in erster Linie
auf den Ausbruch des SW-Monsuns zurückzuführen, der Luft aus südlicheren,

1) Vgl. auch die Darstellungen der »Monatskarten f. d, Indischen Ozean«, Rückseite der Karten
für November bis April,
2) Dissertation. Jena, 1906.
3) Vgl. die Untersuchung von W. Köppen in »Ann. d. Hydr. usw.« 1890, 8. 445; auch
‚Erläuternde Bemerkungen« im Atlas. des Indischen Ozeans zu Tafel 10—14,
            
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