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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Monatskarten des. Luftdrucks sowie der Luft- u. Wassertemperatur für den Indischen Ozean usw. 147 
des asiatischen Hochdruckgebiets an den nördlichen Grenzen unseres Kärtchens, 
indessen Gebiete niedrigen Drucks zwischen 0° bis 20° N-Br. sich befinden. Dem 
Lauf der Sonne folgend, verschieben sich diese Gebiete niedrigen Drucks in den 
folgenden Monaten nach Süden. Von Dezember bis Februar liegt dann je ein 
Depressionsgebiet über Südafrika und Australien, die miteinander durch die Iso- 
baren von 757.5 mm verbunden sind, welche in den nächsten Monaten wieder, der 
Sonne folgend, nach Nordbreite zu wandern, 
2. Die Temperatur der Meeresoberfläche. 
Zum Entwurf der Isothermen der Meeresoberfläche konnten neben den 
4 im Atlas des Indischen Ozeans vorhandenen Monatskarten mit Vorteil für das 
Hauptgebiet des Ozeans die holländischen Monatskarten!) verwandt werden. 
Für einzelne Gebiete, wie für den Persischen Golf, wurden die Werte aus dem 
auf der Seewarte befindlichen Material neu berechnet, für das Rote Meer wurde 
die englische Bearbeitung?) zugrunde gelegt, für die ostasiatischen Gewässer die 
Arbeit von G. Schott,°) unter gleichzeitiger Benutzung einschlägiger japanischer 
Veröffentlichungen, und schließlich für die auf den Kärtchen befindlichen. Rand- 
gebiete des Stillen Ozeans die Abhandlung von Puls*) sowie der Atlas der 
Seewarte für den. Stillen Ozean. . 
Die Gebiete größter Veränderlichkeit, Formosa-Straße und Somali-Küste, 
sind auf den Rückseiten der »Monatskarten für den Indischen Ozean« in jedem 
Monat näher beschrieben; die Verhältnisse an der Somali-Küste behandelt außer- 
dem A, Puff in seiner Arbeit: »Das kalte Auftriebwasser an der Ostseite des 
Nordatlantischen und der Westseite des Nordindischen Ozeans«.5) 
Bei einem Überblick über die im Laufe des Jahres erfolgenden Änderungen 
in den Temperaturverhältnissen des hier behandelten Gebietes sind zunächst die 
landumschlossenen Mittelmeere des Roten Meeres und Persischen Golfes von dem 
großen Indischen Meeresgebiet zu trennen, da ihre Temperaturen durch die land- 
umschlossene Lage beeinflußt werden. Ferner ist für sich zu behandeln das 
Gebiet der ostasiatischen Randmeere in 20° bis 35° N-Br., dessen Temperatur- 
verhältnisse durch die wechselnde Ausdehnung der äquatorialen oder polaren 
Strömung bestimmt wird, und schließlich das Auftriebgebiet an der Somali-Küste 
und an der Südostküste Arabiens. ; 
Betrachtet man zunächst den Indischen Ozean im ganzen, ohne die kleinen 
Erscheinungen, ‚so ergibt sich, daß die Schwankungen der mittleren Monats- 
temperatur der Oberflächen am bedeutendsten sind. auf etwa 30° S-Br. In dieser 
Breite beträgt die Mitteltemperatur des wärmsten Monats (Februar) unter 60° O-Lg. 
etwa 238!/,°, diejenige des kältesten Monats (September) etwa 18°, die Jahres- 
schwankung beträgt also 5/,°. In 50° S-Br. ist die Schwankung der mittleren 
Monatstemperaturen nur 2° bis 3° und wird noch geringer in den äquatorialen 
Breiten, wo sie im allgemeinen 1° bis 2° beträgt.) Für die Erklärung der Lage 
des Gebiets größter Temperaturveränderlichkeit in etwa 30° bis 35° S-Br. führt 
Schott die große jährliche Anderung der Sonnenhöhe, die geringe Windstärke und 
große Klarheit des Himmels in diesen Breiten an. Das erste Moment, die große jähr- 
liche Anderung der Sonnenhöhe, veranlaßt nun, außer dem Unterschied in der zu- 
geführten Wärmemenge, daß das Gebiet der relativ kalten Westwindströmung im 
Südwinter infolge der nördlicheren Lage des Gürtels niedrigen Luftdrucks mehr 
nach Norden rückt, daß also mehr Wasser aus polwärts gelegenen Breiten in die 
niedrigen Breiten geführt wird. Dieses zeigen z. B. klar die auf den »Monats- 
karten des Indischen Ozeans« südlich des 30° S-Br. eingetragenen Stromver- 
setzungen. Während wir auf der Monatskarte vom Februar längs des 30° S-Br. 
Waarnemingen in den Indischen Oceaan. Amsterdam. Abgeschlossen 1908, 
Meteorological charts of the Red Sea, London 1895. 
Aus dem Archiv d. Deutschen Seewarte, XIV. Jahrg. 1891. 
Ebendort, XVII. Jahrg. 1895. 
, Dissertation. Marburg. 1890. 
(805 A G. Schott: Die jährliche Temperaturschwankung des Uzeanwassers in Peterm. Mitt,
	        
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