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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1910. 
Schiffen, das in einer Publikation des Londoner Amtes vom Jahre 1887!) für die 
4 Monate Februar, Mai, August und November niedergelegt ist, anderseits die 
Barometerbeobachtungen von den Inseln, und endlich die Windbeobachtungen 
vom offenen Ozean auf Grund des barischen Windgesetzes zugrunde gelegt. 
Nach Herausgabe der Monatskarten für den Indischen Ozean wurden noch- 
mals die Isobaren an der Ostküste von Afrika und im Nilgebiet neu gezeichnet 
auf Grund einiges in der allerletzten Zeit veröffentlichten Materials, insbesondere 
des folgenden. 
In den monatlichen Wetterberichten des ägyptischen Vermessungsamtes?) 
erscheint eine Tabelle, in der u, a. die mittleren Barometerstände des betreffenden 
Monats und deren Abweichungen vom Normalwert für eine Anzahl von Orten 
im Niltal und am Roten Meere angegeben wird, reduziert auf Meeresniveau und 
Schwere für 84V. Es ist hier nicht bekannt, wie diese Normalwerte abgeleitet 
sind und ob sie von der genannten Behörde anderswo veröffentlicht sind. Bei 
den Verdiensten, die sich deren bisheriger Leiter, Herr H. G. Lyons (jetzt 
Professor in Glasgow), um die Meteorologie Ägyptens erworben hat, darf man 
aber voraussetzen, daß diese Werte das zurzeit best Erreichbare darstellen, 
Wir haben sie daher aus den Abweichungen berechnet und in Karten eingetragen. 
Folgendes sind die verwendeten Stationen nebst den Jahresmitteln des 
Barometerstands um 8% V und den angenommenen Korrektionen, durch deren 
Anbringung alle Monatsmittel dieses Orts für die Karten von der Morgenstunde 
auf das Tagesmittel zurückgeführt sind: 
Alexandria Cairo Suez Assiut Aswan Wadi Halfa Merowe 
761.3—0.2 761.2—0.6 760.5—-0.6 760.5—0,7 759.9—0.8 760.3—1.0 759.5—1.2 
Atbara Kassala Khartum Suakin Roseires El Obeid Kodok, 
758.6—1.2 758.2—1.6 757.7—1.5 758.7—1,3 758.6—1.7 759.9—1.8 758.3—1.8. 
Daß der Luftdruck von Khartum aus nach allen Seiten, selbst nach Ost 
und mehr noch nach Südwest, zunimmt, ist unerwartet, Gerade Khartum- 
Omdurman ist aber als Hauptstadt des Sudan und Sitz des Inspektors der 
meteorologischen Stationen des Sudan ganz besonders sicher. 
Eine fernere zuverlässige Quelle bot die Tabelle auf S. 116-—117 der eben 
erschienenen dritten Auflage des Bandes II von Hann’s Handbuch der Klima- 
tologie, welehe für eine Anzahl Stationen Ostafrikas und der Inseln »mit mög- 
lichster Annäherung die wahren, auf das Meeresniveau reduzierten Luftdruck- 
mittel« von allen Monaten gibt, 
In der Skizze des Klimas von Deutsch-Ostafrika, die H. Maurer kürzlich 
veröffentlicht hat,?) ist der mittlere Luftdruck von drei ausgewählten Monaten 
auch für die Hochebenen von Deutsch-Ostafrika nach einer Formel von Kohl- 
schütter berechnet. Bei der Unsicherheit dieser Werte und der Höhe dieser 
Landschaften über dem Meeresspiegel haben wir es vorgezogen, die Isobaren 
nicht in das Innere fortzusetzen, 
Die vorliegenden Monatskarten zeigen die Verschiedenartigkeit der jahres- 
zeitlichen Änderungen des Luftdrucks zwischen Festland und Ozean. Das in 
den Subtropen der südlichen Halbkugel auf dem Meer lagernde Hochdruck- 
gebiet erleidet im Laufe des Jahres relativ geringe Schwankungen sowohl 
hinsichtlich seiner Lage wie Intensität, Am höchsten ist der Luftdruck in 
30° S-Br. im August mit einem Maximum von etwa 770 mm, während im Dezember 
dies Maximum auf etwa 763 mm heruntergegangen ist; in den übrigen Monaten 
schwankt der höchste Luftdruck in diesem Gebiet zwischen 763 und 770 mm. 
Im Gegensatz hierzu sinkt auf dem südasiatischen Kontinent der Luftdruck in 
den Monaten Juni und Juli bis etwa 747 mm, um im Dezember und Januar 
770 mm und mehr zu erreichen, Von April bis September liegen die den süd- 
lichen Indischen Ozean einschließenden Kontinente im Bereich des west-östlich 
sich erstreckenden Gürtels hohen Luftdrucks, im Oktober sieht man die Anfänge 
') Charts showing the Mean Barom. Pressure over the Oceans, 
) Survey Deptmt.: Summary of the Weather in Egypt, the Sudan and the surrounding Region, 
3 Hans Mever: Das Deutsche Kolonialreich, Bd. I.
	        
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