Ann. d. Hydr. usw., XXX VII. Jahrg. (1910), Heft IV.
14;
Monatskarten des Luftdrucks sowie der Luft- und Wassertemperatur
für den Indischen Ozean nebst angrenzenden Gebieten.
(Hierzu Tafeln 21, 22 u. 23.)
Auf den 1908 von der Deutschen Seewarte herausgegebenen »Monats-
karten für den Indischen Ozean*!), die in erster Linie den Bedürfnissen der Schiff-
fahrt dienen sollen, sind auf der Rückseite Darstellungen der Verteilung von
Luftdruck, Luft- und Wassertemperatur für die einzelnen Monate gegeben. Die
Karten des Luftdrucks und der Lufttemperatur erstrecken sich auch auf die
den Indischen Ozean umschließenden Festlandsgebiete von Südafrika, Südasien
und Australien; die gesamten Kärtchen dehnen sich bis 50° S-Br. und 160° O-Leg.
aus, Wenngleich das der Konstruktion der Isobaren und Isothermen zugrunde
liegende Material zum Teil recht verschiedenartig und zuweilen noch unzureichend
war, so dürfte doch diese Neuzeichnung‘ manchem willkommen sein, da die leicht
zugänglichen Karten dieser Art sich nur auf die extremen Monate beziehen und
die übrigen teils in englischem Maß, teils mehr oder weniger veraltet sind.
Daher erschien es angezeigt, die Kärtchen (in verkleinertem Maßstab) in dieser
Zeitschrift übersichtlich zusammengestellt wiederzugeben, gleichzeitig das der
Darstellung zugrunde liegende Tatsachen-Material zu erörtern und einige Haupt-
züge in dem Vergleich der Isobaren und Isothermen kurz hervorzuheben.
1. Der Luftdruck.
Für die Zeichnung der Isobaren sei zunächst auf die den Atlas des Indischen
Ozeans begleitenden Erläuterungen verwiesen, welche die Luftdruckkarten für
Januar-Februar, Mai, Juli-August und November zum Gegenstand haben. Die-
selben Veröffentlichungen, die diesen Karten zugrunde liegen, wurden auch hier
wieder berücksichtigt, Im Unterschied zu den Karten im Atlas des Indischen
Ozeans sind jedoch die neuen Karten auf die Schwere in 45° Br. korrigiert.
Neben den von A. Buchan entworfenen Isobaren-Karten?) stand namentlich für
den Raum südlich von 30°S-Br. die Publikation »Meteorolog. charts of the Southern
Ocean« (London, 2. ed., 1907) und für das Gebiet des nördlichen Indischen Ozeans
(bis 12° S-Br.) neueres Material in den »Normal weather charts of the Indian
monsoon area«°) zur Verfügung. Die in diesen Karten enthaltenen Luftdruck-
angaben bezogen sich auf 82 V und wurden auf das Tagesmittel reduziert,
auch die in Zoll angegebene Höhe des Luftdrucks in Millimeter verwandelt. Die
Karten des 1908 erschienenen. »Meteorological Atlas of the Indian Seas and the
North Indian Ocean«*) unterscheiden sich von diesen ungünstig darin, daß die
Isobaren nicht auf die angrenzenden Festländer ausgedehnt und die Barometer-
stände nicht auf gleiche Schwere reduziert sind, wie jetzt üblich; sie sind hier
nicht benutzt, geben‘ aber auf dem Meere nur geringe Abweichungen von den
hier vorgelegten. ‚Auch die im Laufe der letzten Jahre erschienenen Bearbei-
tungen des ‘niederländischen Beobachtungsmaterials®), die ebensowenig an die
angrenzenden Festländer angeschlossen sind, schienen keine merklichen Änderungen
in den Isobaren veranlassen zu können. Für die Zeichnung der Isobaren über
dem Festland von Indien bot der 1906 erschienene »Climatological Atlas of
India« von Sir John Eliot die beste Grundlage. Bei der Zusammenschließung
des gesamten Materials und bei der Ausfüllung der Lücke zwischen 12° und
30° S-Br. wurden einerseits das englische Beobachtungsmaterial von britischen
” Vgl. »Ann, d. Hydr. usw.« 1908, S. 28.
% Challenger-Report, Physics und Chemistry, Vol. II.
*) Engraved at Survey of India Offices, Calcutta 1903, herausgegeben vom Director General
of Indian Observatories,
*) Published by the Meteorological Department of the Government of India, Simla 1908.
5) Waarnemingen in den Indischen Oceaan. Erschienen: erstes Quartal 1889, letztes erst 1908
(Amsterdam).
Ann. d. Hydr. usw., 1910, Heft IV.