Schott-Schu: Die Wärmeverteilung in den Tiefen des Stillen Ozeans.
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der. Gedanke sehr nahe, tunlichst bald auch die entsprechenden Verhältnisse im
größten Weltmeere, in dem Stillen Ozean, auf ähnlichen neueren Grundlagen zu
schildern, In dem »Valdivia«-Werk selbst war kein Raum dafür, zumal dieses
Forschungsschiff den Stillen Ozean gar nicht betreten hat. Die »Valdivia«-Arbeit
verlangte aber gebieterisch die Ergänzung; besonders von geographischer Seite
aus wurde eine solche mit Recht ausdrücklich gewünscht, da anzunehmen war, daß
manche neuen oder doch in der kartographischen Fixierung nahezu. neuen
überraschenden und fundamentalen Züge der ozeanischen Wärmeverteilung erst
bei der Hinzuziehung des Stillen Ozeans nach ihrer allgemeinen oder besonderen
Bedeutung richtig abgeschätzt werden könnten. Man muß sich dabei immer vor
Augen halten, daß — die Nebenmeere außer acht gelassen — der Stille Ozean
mit rund 166 Millionen qkm Oberfläche. größer ist als der Atlantische und
Indische Ozean zusammengenommen! (Atlantischer Ozean 81.6 Millionen qkm,
Indischer Ozean 78.4 Millionen qkm.) Und wenn wir die Nebenmeere zu den
einzelnen Ozeanen hinzurechnen, erhalten wir das Ergebnis, daß der Stille Ozean
nur um etwa 10 Millionen gkm kleiner ist als die beiden anderen Ozeane zu-
sammen (176 Millionen qkm gegen 186 Millionen qkm). Besonders reizte die
Frage zur Untersuchung, ob und in welcher Weise im Stillen Ozean sich die
gleichen merkwürdigen Warmwasseransammlungen unter den mittleren geogra-
phischen Breiten, Kaltwasseransammlungen unter den äquatornahen Breiten finden
wie in den zwei anderen Meeren. Daß die Untersuchung schon in dieser Hin-
sicht lohnend ausgefallen ist, lehrt ein kurzer Blick auf die ersten 5 bis 6 Tafeln.
Engländer, Amerikaner und Deutsche sind es hauptsächlich gewesen, die
im Laufe der letzten 40 Jahre das Beobachtungsmaterial beigebracht haben:
auf englischer Seite vornehmlich die zwei berühmten Schiffe »Challenger« und
»Penguin«, auf amerikanischer Seite die ebenfalls durch ihre Leistungen hervor-
ragenden zwei Schiffe »Tuscarora« und »Albatroß«, auf deutscher Seite endlich
auch zwei Fahrzeuge, nämlich S. M.S. S. »Gazelle« und »Planet«. Wenn nicht
durch die letzte große Expedition des »Albatroß«, die in den Jahren 1904/05
von Panama über die Galapagos zur Osterinsel, den Paumotus und von da nach
Acapulco führte, der östliche tropische Teil des Stillen Ozeans thermisch einiger-
maßen aufgeklärt, und kurz danach, 1906/07, durch S. M,S. »Planet« im ent-
sprechenden westlichen Teile ebenfalls wichtige feste und neue Stützpunkte für
die Tiefenisothermen geliefert worden wären, so hätten die Verfasser sich wohl
noch nicht zur Veröffentlichung der vorliegenden Arbeit entschlossen; erst durch
diese neuen Beiträge wurde es möglich, die Grundzüge der Wärmeverteilung in
der pazifischen tropischen Tiefsee etwas genauer festzulegen. Immerhin bleiben
noch ganz ungeheure Strecken nahezu vollkommen entblößt von jeglicher Beob-
achtungsstation, so z, B. die von der Westküste Zentralamerikas aus westwärts
und südwestwärts bis zu den Marquesas sich erstreckenden Flächen (siehe die
Linie auf Tafel 2), deren Areal nicht viel kleiner ist als das des Kontinents
Südamerika. Im nordwestlichen Teile des Ozeans, in den ostasiatischen Rand-
meeren, . verdanken wir sehr wichtige Beobachtungszeiten den Russen, unter
denen Admiral Makaroff immer hervorragen wird, nicht zum wenigsten auch
durch seine systematische Sammlertätigkeit für die älteren Messungen.
Eine kurze Übersicht über die Einzelreisen der Schiffe ist schon um des-
willen unerläßlich, weil sie die geographische Verteilung der Beobachtungen an-
deutet und damit ein Urteil über die Zuverlässigkeit der Isothermen an den
verschiedenen Stellen anbahnt!); die Schiffe sind alphabetisch geordnet, da die
Tätigkeit mancher Fahrzeuge über Dezennien sich erstreckt und eine chrono-
logische Schilderung deshalb schwierig wäre. Zugleich wird die zum Teil wenig
verbreitete Literatur tunlichst genau angegeben. Diejenigen — übrigens zahl-
reichen — Schiffe, wie z. B. Kabelleger u. a., die nur Bodentemperaturen oder
ganz unbedeutende Serientemperaturen beigebracht haben, sind nicht aufgeführt.
4) Von der Beigabe einer Übersichtskarte der Schiffsrouten mußte, so nützlich sie gewesen
wäre, abgesehen werden. Der Plan besteht, für alle 3 Weltmeere einmal solche Karte der. 0zeano-
zraphischen Forschungsreisen zu geben.