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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Schott-Schu: Die Wärmeverteilung in den Tiefen des Stillen Ozeans. 
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der. Gedanke sehr nahe, tunlichst bald auch die entsprechenden Verhältnisse im 
größten Weltmeere, in dem Stillen Ozean, auf ähnlichen neueren Grundlagen zu 
schildern, In dem »Valdivia«-Werk selbst war kein Raum dafür, zumal dieses 
Forschungsschiff den Stillen Ozean gar nicht betreten hat. Die »Valdivia«-Arbeit 
verlangte aber gebieterisch die Ergänzung; besonders von geographischer Seite 
aus wurde eine solche mit Recht ausdrücklich gewünscht, da anzunehmen war, daß 
manche neuen oder doch in der kartographischen Fixierung nahezu. neuen 
überraschenden und fundamentalen Züge der ozeanischen Wärmeverteilung erst 
bei der Hinzuziehung des Stillen Ozeans nach ihrer allgemeinen oder besonderen 
Bedeutung richtig abgeschätzt werden könnten. Man muß sich dabei immer vor 
Augen halten, daß — die Nebenmeere außer acht gelassen — der Stille Ozean 
mit rund 166 Millionen qkm Oberfläche. größer ist als der Atlantische und 
Indische Ozean zusammengenommen! (Atlantischer Ozean 81.6 Millionen qkm, 
Indischer Ozean 78.4 Millionen qkm.) Und wenn wir die Nebenmeere zu den 
einzelnen Ozeanen hinzurechnen, erhalten wir das Ergebnis, daß der Stille Ozean 
nur um etwa 10 Millionen gkm kleiner ist als die beiden anderen Ozeane zu- 
sammen (176 Millionen qkm gegen 186 Millionen qkm). Besonders reizte die 
Frage zur Untersuchung, ob und in welcher Weise im Stillen Ozean sich die 
gleichen merkwürdigen Warmwasseransammlungen unter den mittleren geogra- 
phischen Breiten, Kaltwasseransammlungen unter den äquatornahen Breiten finden 
wie in den zwei anderen Meeren. Daß die Untersuchung schon in dieser Hin- 
sicht lohnend ausgefallen ist, lehrt ein kurzer Blick auf die ersten 5 bis 6 Tafeln. 
Engländer, Amerikaner und Deutsche sind es hauptsächlich gewesen, die 
im Laufe der letzten 40 Jahre das Beobachtungsmaterial beigebracht haben: 
auf englischer Seite vornehmlich die zwei berühmten Schiffe »Challenger« und 
»Penguin«, auf amerikanischer Seite die ebenfalls durch ihre Leistungen hervor- 
ragenden zwei Schiffe »Tuscarora« und »Albatroß«, auf deutscher Seite endlich 
auch zwei Fahrzeuge, nämlich S. M.S. S. »Gazelle« und »Planet«. Wenn nicht 
durch die letzte große Expedition des »Albatroß«, die in den Jahren 1904/05 
von Panama über die Galapagos zur Osterinsel, den Paumotus und von da nach 
Acapulco führte, der östliche tropische Teil des Stillen Ozeans thermisch einiger- 
maßen aufgeklärt, und kurz danach, 1906/07, durch S. M,S. »Planet« im ent- 
sprechenden westlichen Teile ebenfalls wichtige feste und neue Stützpunkte für 
die Tiefenisothermen geliefert worden wären, so hätten die Verfasser sich wohl 
noch nicht zur Veröffentlichung der vorliegenden Arbeit entschlossen; erst durch 
diese neuen Beiträge wurde es möglich, die Grundzüge der Wärmeverteilung in 
der pazifischen tropischen Tiefsee etwas genauer festzulegen. Immerhin bleiben 
noch ganz ungeheure Strecken nahezu vollkommen entblößt von jeglicher Beob- 
achtungsstation, so z, B. die von der Westküste Zentralamerikas aus westwärts 
und südwestwärts bis zu den Marquesas sich erstreckenden Flächen (siehe die 
Linie auf Tafel 2), deren Areal nicht viel kleiner ist als das des Kontinents 
Südamerika. Im nordwestlichen Teile des Ozeans, in den ostasiatischen Rand- 
meeren, . verdanken wir sehr wichtige Beobachtungszeiten den Russen, unter 
denen Admiral Makaroff immer hervorragen wird, nicht zum wenigsten auch 
durch seine systematische Sammlertätigkeit für die älteren Messungen. 
Eine kurze Übersicht über die Einzelreisen der Schiffe ist schon um des- 
willen unerläßlich, weil sie die geographische Verteilung der Beobachtungen an- 
deutet und damit ein Urteil über die Zuverlässigkeit der Isothermen an den 
verschiedenen Stellen anbahnt!); die Schiffe sind alphabetisch geordnet, da die 
Tätigkeit mancher Fahrzeuge über Dezennien sich erstreckt und eine chrono- 
logische Schilderung deshalb schwierig wäre. Zugleich wird die zum Teil wenig 
verbreitete Literatur tunlichst genau angegeben. Diejenigen — übrigens zahl- 
reichen — Schiffe, wie z. B. Kabelleger u. a., die nur Bodentemperaturen oder 
ganz unbedeutende Serientemperaturen beigebracht haben, sind nicht aufgeführt. 
4) Von der Beigabe einer Übersichtskarte der Schiffsrouten mußte, so nützlich sie gewesen 
wäre, abgesehen werden. Der Plan besteht, für alle 3 Weltmeere einmal solche Karte der. 0zeano- 
zraphischen Forschungsreisen zu geben.
	        
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