134 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1910.
später durch Rundschwojung angestellte Deviationsbestimmung ergab die Koeffi-
zienten:
A= — 1°, B= —1°, C= —13°, D = 422°, E 0.0°,
Die früheren Koeffizienten waren:
A = —1.9°, B = 00°, C= — 12° D +2.5°, E + 11°.
Wallis.
29, Richters Tiefseethermometer. Das große wissenschaftliche Werk über
die Expedition des Herzogs von Orl6ans auf der »Belgica« 19051), über das
an anderer Stelle dieser Zeitschrift Bericht erstattet wird, enthält auch des Nor-
wegischen Meeresforschers Koefoed Erfahrungen mit den Tiefsee-Umkippthermo-
metern, die C, Richter-Berlin seit Jahren in stets steigender Vollkommenheit
anfertigt. Diese Erfahrungen verdienen weitere Verbreitung, als sie das eben
genannte Werk naturgemäß bieten kann.
An Bord waren 4 Thermometer genommen, von denen 2 ausschieden, weil
sie teils zu träge, teils nicht genügend sicher bei dem Abreißen des Quecksilber-
fadens funktionierten. Die 2 anderen aber, Nr. 713 und Nr. 716, waren ganz
vorzüglich, und mit diesen 2 Instrumenten ist das gesamte große Tem-
peraturmaterial der »Belgica« beigebracht worden. Die im Zentral-
laboratorium zu Christiania bestimmten Korrektionen waren folgende:
to Cels. I 20 | 00 ! 40 1 8 [| 12° | 16
Nr, 713 | Vollkommen zu vernachlässigen, da zu klein.
Nr. 716 | — 0.01 | 0.00 | +0,02 | +0.02 | + 0.02 | + 0.02
Während der Expedition wurden dann vielfach, besonders während der
ersten Hälfte der Reise, beide Instrumente gleichzeitig versenkt, und es fand sich
bei 96 solchen Simultanbeobachtungen, daß in
30 Fällen die korrigierte Temperatur identisch war,
41 verschieden war um 0.01°
14 »” » »” 0.02°
4 ” » ” 0.03°
7 ” ” ” » ” ” „ 0.04° und mehr,
In 74% der Fälle betrug also die Differenz der von den beiden Thermometern
gelieferten Temperaturen !/,99 oder weniger; in 89°, %/,9o oder weniger. Zieht
man 2 Fälle ab, bei denen Ablesefehler oder sonst ein Irrtum untergelaufen sein
dürften (der Unterschied ist in dem einen Falle 0.96°), so erhält man einen mitt-
leren Unterschied zwischen den gleichzeitigen Temperaturbestimmungen von 0.004,
und zwar zeigte Nr. 716 um diesen Betrag durchschnittlich höher als Nr. 713.
Diese Differenz fällt innerhalb der Genauigkeitsgrenzen der Korrektionsbestimmung,
Hier ein Beispiel von Station 16, in 79° 56’ N-Br., 1° 29' O.-Lg. 11. Juli 05.
Tiefe 10 |10| 20 | 50 |100! 150| 200 | 300 | 400 | 500 | 600 ı 800 | 1200 | 1800
Nr. 713 [9:8] 0.69 — 0.32 — 0.041 2.19; 2.03 2.02| 1.56 | 1.28 | 0.97, 0.56 |— 0.11— 0.89 — 1.07
Nr. 716 |0.68| 0.68|— 0.32'— 0.95/ 2.18' 2.03, 2.011 1,55 | 1.29 | 0.97 |_0.7 —0.12.— 088 — 1.01
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in 1,°©
Noch vor 10 Jahren hätte wohl niemand derartige Fortschritte für möglich
gehalten; ein ehrenvolles Zeugnis auch für die deutsche Präzisionsarbeit eines
Mannes wie C. Richter, Koefoed glaubt sagen zu können, daß die Temperatur-
messungen der »Belgica« in den meisten Fällen bis auf + 0.01 genau sind!
Schott.
3. Rückkehr der französischen Südpolarexpedition des Dr. Charcot.
In der ersten Hälfte des Februar d. J. ist Herr Dr. Charcot mit »Pourquoi-pas®?«
in Punta Arenas eingetroffen. In seinem telegraphischen Bericht hält er das
wissenschaftliche Programm der Expedition für gut erfüllt. Im ersten Sommer
ı Oroisiere occanogranhique de la. Mer An Grönland, Bruzelles 1900.