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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1910, 
einen Rücken verbunden ist. Wenn man die neueste Tiefenkarte!) des euro- 
päischen Nordmeeres, in der auch die »Belgica«-Lotungen verwertet sind, zu Rate 
zieht, so kommt man sofort zu der Anschauung, daß der breite Schelf von 
Nordostgrönland eine überaus große Ähnlichkeit mit dem nor- 
wegischen Schelf etwa zwischen dem Sogne Fjord und den Lofoten 
besitzt; die Breite, die Tiefen in ihren absoluten Beträgen, auch die relativen 
Tiefenverhältnisse, wie sie vor Fjordeingängen sich finden, sind die gleichen. 
Was wir an Norwegens Küste zwischen rund 62° und 68° N-Br. beobachten, tritt 
an Grönlands Küste zwischen 72° und 78° N-Br. auf. Tiefen in den Beträgen 
von 200 bis 500 m sind, wie auch die obenstehende Tabelle zeigt, die Regel, An 
ihrem nördlichsten Punkte, nördlich von 78° N-Br., hat die »Belgica« zwischen 
13 ° und 16° W-Lg. eine Bank angelotet, über der nur 58 m Wasser an einer 
Stelle steht, so daß Gerlache es für möglich hält, daß festes Land in der Nähe 
sich befindet. Vom Grönlandschelf geht es dann hinab in das Grönlandbecken, 
das eine dreieckige Gestalt erkennen läßt; die Basis wird von Mohns Quer- 
Station 35 33 
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Schnitt durch den Ostgrönlandstrom. Juli 1905. 
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rücken gebildet, der Jan Mayen mit der Bären-Insel verbindet (Tiefen mit weniger 
als 2500 m), die Spitze liegt ganz im Norden unter 80° N-Br. In dem Grönland- 
becken kommen Einsenkungen bis 3600 m vor; auch die »Belgica« hat 3400 m 
mit Sicherheit gelotet, eine 4000 m-Lotung ist als unsicher weggelassen. 
Auf dem breiten Kontinentalsockel Ostgrönlands hält sich nun, und darin 
liegt seine weitere ozeanographische Bedeutung, die kalte Polarströmung. 
Von ihrer Struktur haben wir nunmehr durch die »Belgica« eine äußerst 
genaue Kenntnis erhalten. Fig. 2 läßt die wesentlichen Züge erkennen, wobei 
zu beachten ist, daß es um Sommerbeobachtungen sich handelt, Obenauf 
in einer knapp 10 m mächtigen Schicht lagert Wasser von weniger als 32 %/oo 
Salzgehalt; dann folgt bis etwa 150 m Tiefe Wasser mit 32 bis 34 °/,0, und noch 
tiefer solches von mehr als 34, stellenweise sogar von 35%. Die alleroberste, 
wenig mächtige und geradezu angesüßte Schicht bringt es nun im Sommer auf 
Temperaturen von 0°, auch 1°; im Winter dürfte hier die Temperatur —1.0° bis 
—1,8° betragen, weil wir in der darunter liegenden zweiten Schicht von 10 bis 
909. 1) Siehe Helland-Hansen und Nansen a. a. 0. Tafel I, sowie de Gerlache in La Geographie 
1909, S. 386.
	        
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