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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

38 
- Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1910. 
weichung, daß in jedem Fall außer dem eigentlichen Sturmsignal noch auf der 
anderen Seite der Rahe stets eine rote Laterne geheißt wird, die das Sturmsignal 
als solches kennzeichnen soll und die Gefahr einer Verwechslung des in dieser 
Weise aus drei Laternen bestehenden Sturmsignals mit anderen Signalen gewiß 
erheblich verringern wird; auf diese Weise würde es voraussichtlich auch möglich 
sein, bei angeordnetem Signalball in der Nacht ein Sturmsignal zu zeigen, was 
jetzt bei Benutzung von nur einer roten Laterne wegen der Verwechslungsgefahr 
an vielen Stellen nicht durchführbar ist. 
Mit diesen drei Systemen von Nacht-Sturmsignalen sollen nunmehr die 
Versuche in der Weise angestellt werden, daß das modifizierte Laternendreieck 
(Tafel 18 unter 1.) auf den Masten der Sturmwarnungsstellen in Memel, Darsserort 
und Hamburg (auf dem Dache des Dienstgebäudes), das modifizierte zum inter- 
nationalen Gebrauch vorgeschlagene Nacht-Sturmsignal (Tafel 18 unter 2.) auf 
den Sturmwarnungsstellen in Süderhöft und Hela und endlich das international 
vorgeschlagene Signalsystem unter Beibehaltung der einzelnen roten Laterne 
(Tafel 18 unter 3.) in Cuxhaven auf dem Lotsenwachthause geheißt werden; 
für die Auswahl des letzteren Ortes ist dabei die Erwägung bestimmend gewesen, 
daß an dem belebtesten Hafenplatz die beste Gelegenheit gegeben ist, um fest- 
zustellen, wie weit die Bedenken gegen die Benutzung des einfachsten der drei 
Nacht-Signalsysteme aufrechtzuerhalten sind. 
Die Versuche werden voraussichtlich Mitte März beginnen, und es wird 
erwartet, daß bis Ende des Jahres genügende Erfahrungen vorliegen werden, um 
ein gesichertes Urteil zu gewinnen und damit dann die Versuche abzuschließen. 
Da der Frage der Gewinnung eines allen Anforderungen tunlichst genügenden 
und möglichst einfachen Systems von Nacht-Sturmsignalen eine große Bedeutung 
beizumessen ist, so würde es der Deutschen Seewarte sehr erwünscht sein, im 
Laufe der Versuche aus direkten Zuschriften die Erfahrungen und Ansichten 
der schiffahrttreibenden Kreise kennen zu lernen, 
Die Deutsche Seewarte. 
Tiefseelotungen S. M. S. „Planet“ 1909 unter dem Kommando 
von Korvettenkapitän v. Trotha. 
(Hierzu Tafeln 19 und 20.) 
Die zu Beginn des Jahres 1909 von dem Kommando ausgeführten Lotungen 
sind im vorigen Jahrgang dieser Zeitschrift (1909, S. 347) schon veröffentlicht 
worden, jedoch erfahren zwei der dort zusammengestellten Lotungen eine Ver- 
besserung. Bei Station Nr. 5 muß die Tiefenangabe 1312 m (statt 1220 m), 
bei Station Nr. 11 5281 m statt 5017 m lauten. 
Im Juni und Juli 1909 nahm $S.M.S. »Planet« auf der Fahrt von Sydney 
nach dem Vermessungsgebiet den Kurs über Neu-Kaledonien entlang der Ost- 
küste der Neu-Hebridengruppe, um hier die Tiefenverhältnisse zu erkunden. 
Nach seismologischen Berechnungen sollte nämlich eine große Anzahl der zur 
Beobachtung gelangten Beben die Region der Neu-Hebriden als Ausgangspunkt 
haben, so daß hier ein Gebiet junger Bodenbewegungen und eine grabenförmige 
Einsenkung des Bodens zu vermuten war. 
Nach Ausführung einiger Lotungen zwischen Sydney und Noumea (vgl. 
die Tabelle am Schluß Nr. 12—14) wurde der Kurs auf die Südinseln der Hebriden- 
gruppe gesetzt. Zwei Lotungen südwestlich der Inseln (vgl. Tabelle Nr. 15 u. 16 
sowie Tafel Nr. 19) lassen darauf schließen, daß die westlich der Inselgruppe be- 
findliche tiefe Rinne mit über 5000 m sich nicht weiter nach Süden erstreckt. 
Bei der Lotungsarbeit östlich der Hebriden gestatteten die verfügbare Zeit und 
der Aktionsradius des Schiffes es leider nicht, die Aufgabe so anzulegen, daß die 
Inselgruppe nach Westen durchbrochen und dadurch die Erforschung der Tiefen-
	        
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