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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Die Witterung an der deutschen Küste im Dezember 1909. 
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Niederschlag, mm 
Zahl der Tage 
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Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) 
Mittl. Wind- 
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Bei durchschnittlich etwa 5 mm, besonders im Westen, zu tiefem Baro- 
meterstande, war das Wetter im Monat Dezember an der deutschen Küste er- 
heblich, nämlich um etwa 1 bis 2 Grad, zu warm und weitaus zu niederschlagsreich 
(etwa um 40%). Die Windgeschwindigkeiten blieben nach den Registrierungen 
etwas hinter den Normalbeträgen zurück, Die Winde wehten vorwiegend aus 
südlichen Richtungen, Heitere Tage waren sehr selten; nur der 16. tritt als 
solcher hervor, die östliche Ostseeküste hatte auch am 15. und 17. heiteres 
Wetter. Als Nebeltage stellen sich der 9. bis 12., der 17. sowie der 238, bis 25, 
dar; an den übrigen Tagen trat Nebel nur vereinzelt auf. Entsprechend der 
vorherrschend zyklonalen Wetterlage stellten sich häufig Stürme ein; und zwar 
sind drei Perioden hervorzuheben, in denen die stürmischen Winde mehrere Tage 
anhielten und an der ganzen deutschen Küste auftraten. Diese Perioden ver- 
breiteten stürmischen Wetters sind der 3. bis 5., der 18. bis 22. und der 28. 
bis 30. Außerdem zeigten sich in geringerer Verbreitung stürmische Winde 
am 1., 10., 12., 29. und 31. Dezember, Gewitter wurden vielfach am 5. beobachtet. 
Was die Wetterlage im einzelnen betrifft, so herrschte zunächst vom 
1. bis 8. Dezember ein zyklonales Wetter mit starken Niederschlägen und vom 
1. bis 5. mit stürmischen Winden. Am 1. bedeckte eine umfangreiche Depression 
mit ihrem Minimum über der nördlichen Nordsee und einem Teilminimum vor 
dem Finnischen Meerbusen sowie über Schottland fast ganz Europa. Dabei 
traten an der Nordseeküste stürmische südwestliche Winde auf. Letzteres drang 
unter Vertiefung über Nacht nach Deutschland vor, während das Hauptzentrum 
seinen Ort nur wenig veränderte, Dabei flauten die Winde stark ab, Zugleich 
zeigte sich nordwestlich Schottland eine neue Depression, die sich mit dem 
Färöer-Minimum vereinigte und schnell herannahte. Sie lag am 3. mit ihrem 
Kern von 710 mm über der mittleren Nordsee und rief einen der stärksten und 
folgenschwersten Stürme hervor, von denen die Nordsee je heimgesucht wurde, 
1) Erklärung siehe »Ann. d. Hydr. usw.« 1905, 8. 143.
	        
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