accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Kleinere Mitteilungen. — Neuere Veröffentlichungen. 
ka 
Kleinere Mitteilungen. 
Änderung der Fahrtrichtung eines Segelschiffes in Windstille. Nach 
einem Bericht des Kapitäns E, Parow vom Segler »Walküre«. »Am 12. August 1909 
mittags auf der Reise nach Taltal (Chile) hatten wir uns der chilenischen Küste 
in der Nähe von Taltal, etwas südlich von Taltal Point, bis auf 1 oder 2 Sm 
genähert, als plötzlich Windstille eintrat. Obgleich das Schiff noch etwas Fahrt 
durch das Wasser machte, wollte es doch nicht mehr dem Ruder gehorchen und 
lief, wenn auch langsam, geradeswegs auf die Küste zu. Die südwestliche Dünung 
irug ebenfalls dazu bei, das Schiff näher auf das Land zu zu setzen. Um den Kopf des 
Schiffes vom Lande ab zu drehen, ließ ich von Backbord-Seite aus der vorderen 
Seitenklüse eine sechszöllige Manila-Leine stecken und nachschleppen. Der Erfolg 
trat sofort ein, das Schiff veränderte. augenblicklich seinen Kurs nach Backbord 
vom Lande ab, und ich konnte genügenden Abstand von Taltal Point halten, 
Vielleicht kann diese einfache Methode manchmal dazu beitragen, ein Schiff vor 
dem Stranden zu bewahren.« 
Dieses Mittel, die Fahrtrichtung eines Schiffes in Windstille zu ändern, 
dürfte noch nicht allen Seeleuten bekannt sein. Es ist dabei so einfach und 
auch Erfolg versprechend, daß es wert ist, weiter bekannt gemacht zu werden, J. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Dr. Wilh. R. Eckardt: Das Klimaproblem der geologischen Vergangenheit und 
historischen Gegenwart. »Die Wissenschaft«, Heft 31. Braunschweig 1909. 
Friedr. Vieweg u. Sohn. 6.50 M. 
Jeder, der weiß, wie ungeheuer verzettelt die Literatur der klimatologischen Probleme früherer 
Perioden bis an die Schwelle der unmittelbaren Gegenwart ist, wird das Buch von Eckardt, das von 
umfassender Literaturkenntnis zeugt, mit Freuden begrüßen. Besonders finden sich dabei auch die 
biologisch-klimatologischen Arbeiten genügend berücksichtigt, die gerade bei Behandlung klimatologischer 
Fragen, häufig zu wenig, häufig gar nicht beachtet werden. Weiter ist hervorzuheben, daß Eckardt 
sine seiner Hauptaufgaben darin sieht, die noch viel verbreitete Ansicht — fast jedes geographisch- 
geologisches Schuliehrbuch zeigt es z. B. — von der Gleichmäßigkeit des Klimas in früheren Zeiten zu 
bekämpfen und nachzuweisen, daß auch früher Klimazonen bestanden haben, wie mit zuerst, und für 
die jurassische Zeit, M. Neumayr es annahm. 
Im einzelnen ist natürlich die Beweisführung eine äußerst delikate Aufgabe. Wenn Hann in 
der neuen Klimatologie (Bd. IS. 364, III. Aufl.) über die Anderung der geologischen Klimate auf der 
Erdoberfläche sagt, daß ihre Erklärung zum größten Teil noch aussteht oder doch als höchst hypo- 
;hetisch bezeichnet werden muß, so kennzeichnet das »höchst hypothetisch« die ganze Sachlage. Und 
wenn nun Eckardt mehrfach Hypothesen als zu hypothetisch verwirft, um neue aufzustellen, so sind 
es wohl neue Gesichtspunkte, die manches unter anderem Licht erscheinen lassen, aber doch absolut 
keine Beweise, 
Das Buch zerfällt, von der Einleitung abgesehen, in zwei Abschnitte, Den größeren Teil nimmt 
das Klima vergangener geologischer Perioden ein, wobei einerseits Karbon und Permokarbon, andererseits 
Tertiär mit folgender diluvialer Eiszeit ausführlicher behandelt werden. Im zweiten Teil beschäftigt 
sich Eckardt dann mit den Änderungen des Klimas in historischer Zeit, insbesondere mit dem Aus- 
irocknungsproblem. Hierbei sei erwähnt, daß Eckardt energisch auf die unangenehmen Folgen einer 
Urbarmachung der Moore und Moose, die eine wichtige wasserhaltende Aufgabe zu erfüllen haben, 
aufmerksam macht und aus dem gleichen Grunde auch auf die Erhaltung des Laubwaldes, gegenüber 
dem forstmännisch jetzt vielfach mehr bevorzugten Nadelwald, dringt. Lütgens. 
B. Neueste Erscheinungen im Bereich der Seefahrt- und der Meereskunde 
sowie auf verwandten Gebieten. 
a. Werke. 
Witterungskunde. 
Weber, L.:: Wind und Wetter, 5 Vorträge über die Grundlagen und wichtigeren Auf- 
gaben der Meteorologie. 2. Aufl. m. 28 Fig. u. 3 Taf. -8%°. IV, 1168. Bd. 55 aus: »Natur 
und Geisteswelt«. Leipzig, 1910. B. G. Teubner. ; 1.00 4 
Granger, F. S.: Weather forecasting by simple methods. 8%. 121 p. Nottingham. 
H. B. Saxton., ) 2sh. 6d. 
Pernter, J. M.: Meteorologische Optik. 4. Abschn, v. F. M. Exner, 8%. XVII, 5. 559—799 m. 
294 F.. Wien 1910. W. Braumüller. 10.00.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.