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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1910, 
Im Mareuseschen Buche (S. 16) ist gesagt, daß die Genauigkeit der 
magnetischen Peilung bis auf 0.1° getrieben werden kann, in der Regel aber, 
z. B. bei schnellen Einstellungen der Sonne, nicht mehr als eine Genauigkeit von 
0.25° erreicht werden kann. Die drei Beispiele, die Marcuse mitteilt, ent- 
sprechen dieser Angabe nur teilweise, Rechnet man rückwärts aus der Angabe 
des richtigen oder genauen Ballonorts die für die betreffenden Zeiten gültigen 
Höhen und Peilungen der Sonne aus, und vergleicht sie mit den beobachteien 
Werten, so findet man: 
1908 Juli 18. . 
1908 September 1] 
1908 November : 
richtige oder genaue 
Werte 
a =— 35° 30 
Pl = 87,329 
h = 41° 17 
Pl = 175.289 
h = 12° 15.5 
Pl — 42.65° 
beobachtete 
Werte 
35° 31’ 
87.5° 
41° 227 
175.5° 
12° 9 
423 0° 
Fehler der 
Höhe — Ah 
16.5 
Fehler der 
Peilung = 4 Pl 
— 0.18° 
— 0.220 
— 0.35 
Hiernach kommt einer der Peilungsfehler nahe an den von Marcuse an- 
gegebenen Höchstbetrag von 0.25° heran, während ein anderer diesen Höchst- 
betrag nicht unwesentlich übersteigt, 
Aus den angegebenen Zahlen ergeben sich folgende Peilungsfehler im 
Horizont. 
"908 
APL 
Juli 18 — 0.159 
September 11 — 0.17 
November 5 — 0.34 
Nach dieser Tabelle wird man bis auf weiteres bei Benutzung eines Ballon- 
fluidkompasses!) nach Marcuse den mittleren Maximalfehler von Gestirns- 
peilungen im Horizont 4 Plo = + 0.35° ansetzen müssen. Dementsprechend ist 
auch oben bei den Beispielen in Abschnitt 3 verfahren worden. 
Die rechte Seite von Gleichung (16) würde demnach noch mit 3.5 multi- 
pliziert werden müssen und auch die Zahlen der Tabellen der halben begrenzten 
Standlinien in meinem ersten Aufsatz”) wären mit 3.5 zu multiplizieren, um die 
dem Marcuseschen Maximalfehler entsprechenden Längen der halben begrenzten 
Standlinie zu geben, 
Der unter Umständen große Einfluß der Peilungsfehler auf den wahr- 
scheinlichen Ballonort läßt es wünschenswert erscheinen, die Genauigkeit der 
magnetischen Peilungen zu erhöhen. Da nach Marcuse diesem Ziele in erster 
Linie die Drehungen des Ballons hindernd in den Weg treten, gilt es den Kompaß 
von diesen Drehungen unabhängig zu machen, Dazu könnte ein Kreisel dienen, 
der in das leicht drehbar auf den Ballonrand aufgesetzte Kompaßstativ eingebaut 
ist, und der, in schnelle Rotation versetzt, den Kompaßkessel hindert an den 
Ballondrehungen teilzunehmen und ihn in einem bestimmten Azimut festhält. 
Die Rose würde dann nicht nachgeschleppt werden und Zeit haben sich genau 
auf Kompaßnord einzustellen. 
Schließlich legt die große Wichtigkeit der richtigen Mißweisung für die 
astronomische Ortsbestimmung nach einem Gestirn den Gedanken nahe, ob es 
wirklich zulässig ist die für die Erdoberfläche gültigen Isogonen auf große 
Höhen zu übertragen. Für die allgemeinen Züge dieses Liniensystems ist die 
Frage nach den Ansichten der Erdmagnetiker wohl zu bejahen, da keine Kräfte 
bekannt sind, die einen ändernden Einfluß ausüben könnten. Die lokalen 
Störungen und Abweichungen aber, die ausschließlich im Erdboden ihren Sitz 
') Von Bamberg in Friedenau gebaut. 
2 a. a. O0. SS. 457.
	        
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