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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Kohlschütter, E.: Betrachtungen über Höhenstandlinien im allgemeinen und ihre Anwendung usw. 79 
Da die beobachtete Peilung 232.1° ist, so stimmt die Kontrolle nicht. Es 
x 1— . . 
wurde daher mit Ka = f= 0.5 ein dritter Ort gerechnet 
1 
Az = 14.6 - 3 = 51.65 . Az = 223,95 
dazu gehört nach der Isogonenkarte Mw, =— 8.45, so daß 
; Pl, = 223.95 + 8.45 =" 232.4° 
wird, Daher ist weiter 
Plı— Pl. — — 0.30 
Plz — Pl = +1.19 
A 
| AA = 1225 
A = 14.6 — 0.65 = 13.95°  — 51.65 40.36 = 52.0° 
Az = 223.95 — 0.61 = 223.3° 
Hauptkontrolle: Aus der Karte Mw==88, ‘ * Pl= 2233488 = 232.1. 
Die Kontrolle stimmt jetzt, daher ist der gefundene Ort der wahrschein- 
liche Ballonort. Die zweite Näherung ist nur des Beispiels wegen gerechnet 
worden. Die Verbesserung, die sie liefert, ist nur formal. Ferner wird 
1, St = 71km. 
3. Dasselbe Beispiel wurde auch mit dem zweiten Stab unter Zugrunde- 
legung zweier geschätzter Ballonorte, die um 160 bis 170 km in südwestlicher 
und südöstlicher Richtung vom wahrscheinlichen Ballonort abliegen, durch- 
gerechnet. Es ergab sich: 
2 = 139° pp = 52,059 Az=223,3° Mw= 88° 1 St = 71km 
and 2 = 142 P = 52.1 Az = 223.5 Mw =— 8.6 1, St = 71km. 
Die genaue logarithmische Rechnung liefert 
wahrscheinlicher Ballonort: 4 = 13°55) g@# = 52910 Mw = 881° 
linker Endpunkt der begrenzten Standlinie: A431 = 13 17 yı = 52 33 Mwı = 9.09 
rechter < « « : Ar= 14 41 fr = 51 43 Mwr = 8.42, 
wonach die beiden Zweige der begrenzten Standlinie folgende Längen haben: 
1, Stı = 60.6 km 3 Str = 72.5 km 
"77 Mittel 1 St = 67km. ; 
Die Fehler der Rechnungen mit den Stäben, die sich hieraus ergeben, 
zeigt nachstehende Tabelle: 
A 2 
Ä@ 
4 Entfernung = | AM 
LIDL w 
V(4 A + cos gp)? (4 g)? 
Al St 
2 
1 
17 
&' 4.05 = 7.5 km 0° 
+10 10.07 = 18.7 0.0 
+ 7 7.04 = 18.1 | 0.0 
L 4 11.14 — 20.6 | +02 
— 1 km 
4 
„4 
Die beiden größeren Abweichungen dürften wohl auf die Teilungsfehler 
der handgeteilten Papierskalen zurückzuführen sein; sie hätten sich bei Be- 
nutzung eines auf festerem Material und genau geteilten Stabes sehr wahrschein- 
lich vermeiden lassen, so daß die von Herrn Professor Marcuse aufgestellte 
Grenze von 10’ trotz einer um 160 bis 170 km fehlerhaften Anfangsschätzung 
des Ballonortes nicht überschritten worden wäre.!) 
Dies Beispiel lehrt auch die Zweckmäßigkeit der Berechnung der be- 
grenzten Standlinie, denn nach Marcuse war der wahre Ballonort 4 = 13° 13.5’, 
9 = 52° 26’; er lag also sehr viel näher am linken Endpunkt der begrenzten 
Standlinie als am wahrscheinlichen Ballonort. . 
Die Entnahme der Mißweisung aus Karte II bei Marcuse ist etwas un- 
bequem, weil man erst den Ballonort nach zwei Richtungen in das Gradnetz 
einschalten und dann auch für die Mißweisung interpolieren muß. Eine Karte 
mit engerem Gradnetz und eventuell auch engeren Isogonen wäre wünschenswert. 
\ Die Marcuseschen Methoden hätten in diesen Fällen gänzlich versagt.
	        
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