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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

76 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1910. 
Tafel mit doppeltem Eingang ist und in den meisten Fällen ein genaues Ein- 
schalten in beiden Richtungen erfordert. 
Ist die mit der Tafel 8 bei Marcuse erreichbare Genauigkeit von 
etwa 7.5’1) nicht ausreichend, so muß man den Stundenwinkel logarithmisch- 
trigonometrisch (nach einer der bekannten Stundenwinkelformeln oder mit 
Merkatorfunktionen) berechnen, oder zu einem der umfangreicheren, in der 
Nautik gebräuchlichen Tafelwerke zur Entnahme des Stundenwinkels greifen 
oder endlich die Schwarzschild-Birckschen Tafeln®) benutzen. Diese letzteren 
geben den Ballonort als Schnittpunkt des aus Polarishöhen gefundenen Breiten- 
parallels und der Standlinie eines Ost- oder Weststerns oder als den Schnittpunkt 
zweier Standlinien in der Karte an. Das Verfahren hat den großen Vorzug, 
die Standlinie mittels eines in seinen Grundzügen sehr einfachen Verfahrens 
fast ohne jede Rechnung und ohne Kenntnis der astronomischen Fachausdrücke 
und sonstigen astronomischen Grundlagen finden zu lassen, Es ist aus diesen 
Gründen besonders den in Nautik oder Astronomie nicht bewanderten Ballon- 
führern zu empfehlen, wenn seine praktische Anwendung im Ballon nicht auf 
Schwierigkeiten stößt, was zunächst durch Versuche zu ermitteln sein würde. 
Vielleicht ließe sich das Verfahren auch für den Gebrauch auf See einrichten, 
wenn man Karten größeren Maßstabes verwendet. 
3. Beispiele für das Rechnen mit einem Stabe der angegebenen Konstruktion und für 
die Variationsmethoden überhaupt. 
Um die Möglichkeit des Rechnens mit einem Stabe von der im vorigen 
Abschnitt beschriebenen Art auch an wirklich ausgeführten Rechnungen zu er- 
proben, habe ich mir zwei derartige Stäbe von 30 em und 36,3 cm Länge zwischen 
den Endstrichen selbst hergestellt, indem ich die Teilungen mit Tusche auf Papier 
auftrug. Mit diesen Stäben sind folgende Rechnungen ausgeführt worden. 
a. Bestimmung des Stundenwinkels, wenn die Breite aus Polarishöhen, 
Meridianhöhen anderer Sterne oder sonstwie ermittelt ist. 
1. Gegeben: h — 17.,9°%) die logarithmische Rechnung ergibt: t = 70.1° 
@ = 52.7 . n . f t = 70,39 
du TA die Rechenstäbe ergaben: \ t =— 70.29 
die Rechnung Marcuses ergibt: t = 70.4°. 
die logarithmische Rechnung ergibt: t = 62,5° 
. “ I t = 62.4° 
die Rechenstäbe ergaben: { t — 62.30 
die Rechnung Marcuses ergibt: t = 62.9° 
3, Gegeben: h = 11.6°°) die logarithmische Rechnung ergibt: t == 99.8° 
= 525 . N | ft= 999° 
6 == 292.0 die Rechenstäbe ergaben: \t=— 998° 
die Rechnung Marcuses ergibt: t — 100.0°. 
Es’zeigen sich daher folgende Fehler 
bei den Rechenstäben | bei Marcuses Rechnung nach Tafel & 
0.29 
Ö.1 
0.1 
0.15 
0.2 
OO 
96 
ud 
2 
 Marcuse a. a. 0,., 8, 37. 
2) K. Schwarzschild und O0, Birck, Tafeln zur astronomischen Ortsbestimmung im Luft- 
ballon bei Nacht, sowie zur leichten Bestimmung der mitteleuropäischen Zeit an jedem Orte Deutsch- 
lands. Mit Unterstützung der Göttinger Vereinigung für angewandte Mathematik und Physik. 4°% Mit 
Karte von Mitteleuropa auf Pauspapier in zwei Exemplaren als Einlage. Verlag von Vandenhoeck & 
Ruprecht in Göttingen. 1909. Preis kart, 3.50 ‚4. 
Ausgezeichnet mit dem Preise der »Ila« für astronomische Ortsbestimmung. 
*) Beispiel a) aus Marcuses Buch vom 18, September 1908 S. 35. 
) Beispiel b) aus Marcuses Buch vom 18, September 1908 S. 36. 
5} Beispiel c) aus Marcuses Buch vom 16. Juni 1908 S. 36.
	        
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