Kohlschütter, E.: Betrachtungen über Höhenstandlinien im allgemeinen und ihre Anwendung usw. 75
Oder .
5. Stelle N der Skale X unter [180° — (h + ö)] der Skale I, dann ist @
auf dem rechten Teil der Skale XII unter M der Skale X abzulesen,
Die Übereinstimmung der beiden Werte für @ kontrolliert die Rechnung
mit Ausnahme der Bildung von (h—68) und (h +6). Eine durchgreifendere
Kontrolle ist mittels der Skalen IX und X möglich, da entsprechend dem Sinus-
satze bei derselben Stellung des Schiebers 2 t über h, q über %, Az über ö
stehen muß.
Die linken Seiten der Skalen XI und XII enthalten die Logarithmen der
Zahlen und stellen einen gewöhnlichen Rechenstab dar, mit dem die Proportionen
(4) dieses‘ Aufsatzes und die halbe Länge der begrenzten Standlinie nach
Gleichung (21a) meines ersten Aufsatzes!) berechnet werden können.
Der Rechenstab kann auch zur Ermittlung des dem geschätzten Ort ent-
sprechenden Winkels am Gestirn qy mit Hilfe der Skalen IX und X dienen,
indem man t% = tar + 44 bildet, h der Skale X unter t, der Skale IX stellt und qg
auf IX über @, der Skale X abliest. ;
Einige Nachteile, die die auf Tafel 17 u. 17a dargestellte Form aufweist,
sollen bei der definitiven Ausgestaltung des Stabes, dessen Berechnung und Her-
stellung Herr Nelting gütigst übernommen hat, beseitigt werden, Dahin gehört
erstens die Notwendigkeit, bei der Ablesung von M und N halbe Zehntelgrade
zu schätzen, wenn man Azimut und Stundenwinkel auf 0.1° bis 0.2° richtig haben
will. Um dies zu erreichen, müssen die Skalen II und III nicht.für den ein-
fachen, sondern für den doppelten Winkel geteilt werden; allerdings sind dann
Summe und Differenz der Hilfswinkel noch zu halbieren, um Azimut und Stunden-
winkel zu ergeben. Mir erscheint dies jedoch als das kleinere Übel gegenüber
der Schätzung auf Zwanzigstel. Zweitens erscheint es mir zweckmäßiger, die
Skale II unter Verlängerung des Stabes so weit nach rechts hin fortzuführen,
daß die Skale III ganz fortfallen kann. Drittens kann die Notwendigkeit der
Bildung von 180° — (h + 0) dadurch vermieden werden, daß eine besondere
Skale für etg !/, (h + 0) hinzugefügt wird.
Für den Seegebrauch würde der obere Teil des Stabes zur Bestimmung
des Zeitazimutes geeignet sein. Zu diesem Zwecke brauchten nur die Skalen I
bis VII anders bezeichnet zu werden, indem (d— g@) und (ö+ @) an Stelle von
{h — 80) und (h + 0), sowie t an Stelle von q tritt. Das Azimut würde dann aus
Az —= M-—N gefunden werden. Die Skale I wäre dann zweckmäßiger in Zeit-
maß zu geben.
Ist die Breite des wahrscheinlichen Ballonorts aus Polarishöhen oder sonstwie
hinreichend genau bekannt, so ergibt sich die Länge aus Höhen von Ost- oder
Westgestirnen gemäß der oben angeführten Stundenwinkelformel (8) analog den
Neltingschen und. Rungeschen Stäben,
Berechne (z + u) und (z— u), wo z=90°—h, u = og—d ist.
Stelle den Endstrich der Skale IV über (z — u) der Skale VI,
Stelle g der Skale X unter (z + u) der Skale IV.
‘. Stelle den Läuferstrich auf den Endstrich der Skale X.
5; Stelle $# der Skale X auf den Läuferstrich und lies t in der Skale VIII
über dem Endstrich der Skale X ab.
Darin, daß (z + u) und (z— u) nicht halbiert zu werden braucht und daß
nicht !/„t, sondern direkt t abgelesen wird, möchte ich eine Vermehrung der
Bequemlichkeit gegenüber dem Rungeschen Stab erblicken. (Der Neltingsche
Stab kommt seiner viel größeren Genauigkeit wegen als Vergleichsobjekt nicht
in Frage.)
Gegenüber der Johnsonschen Tafel, so wie sie Marcuse als Tafel 8 in
seinem Werke?) gegeben hat, scheint mir die Stabrechnung nicht unwesentlich
bequemer zu sein, während die Genauigkeit nahezu dieselbe ist. Dies rührt von
der Unbequemlichkeit des Interpolierens in Tafel 8B bei Marcuse her, die eine
1) Diese Zeitschrift Bd. 37, S. 456, Anmerkung 1, Oktober 1909.
3) A. Marecuse, Astronomische Ortsbestimmung im Ballon. Berlin. Georg Reimer 1909.