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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1910,
hinzugefügt, die auch den Rechenstäben von Nelting) und von Runge®) zu-
grunde liegt. Von einer genauen Berechnung mittels des Rechenstabes habe ich
zunächst abgesehen, obgleich sich auch diese, wie der Vorgang von Nelting
zeigt, sehr wohl bewerkstelligen ließe. Die Ablesegenauigkeit beträgt daher nur
9.1°, so’ daß auf eine Genauigkeit der Ortsbestimmung von 0.1° bis 0.2° gerechnet
werden kann, abgesehen von den Beobachtungsfehlern. Es entspricht dies etwa
der von Herrn Professor Marecuse als genügend bezeichneten Genauigkeit von 10’.
Eine schematische Darstellung?) des nach diesen Gesichtspunkten kon-
stru:erten Stabes zeigt Tafel 17 u. 17a. Die Funktionen, deren Logarithmen in den
einzelnen Skalen aufgetragen sind, sind rechts daneben geschrieben, Der obere
Teil nebst Schieber 1 dient zur Berechnung der halben Summe (M) und der
halben Differenz (N) von Azimut und Stundenwinkel. Statt der doppelten
Tangenten- und Sinusteilungen des halben Winkels würde man auch mit je einer
dieser Teilungen, von denen eine auf dem Stabe, eine auf dem Schieber an-
geordnet ist, auskommen. Ich habe aber je zwei Teilungen vorgezogen, weil
man dadurch die zu verschiedenen Werten des Winkels am Gestirn (q) gehörigen
Werte von M und N bei derselben Schieberstellung ablesen kann, was für die
Variation des Winkels am Gestirn von Bedeutung ist.
Das Verfahren ist dann folgendes:
1. Stelle (h + ö) der Skale IV über (h — 0) der Skale VII, dann ist M in
Skale II unter q in Skale I abzulesen,
2. Stelle (h + ö) der Skale V über (h — 6) der Skale VI, dann ist N in Skale H
unter q in Skale I abzulesen. ;
3. Wenn dies nicht möglich ist, weil der Schieber zu weit links steht,
so wird der Läuferstrich auf den Endstrich der Skale II gestellt, und danach
dieser Endstrich unter q gebracht, dann ist M oder N unter dem Läuferstrich
auf Skale III abzulesen.
Für die kleinen Winkel unter 0.5° bzw. 1° sind entsprechende auf Tafel 17
und 17a weggelassene Hilfstellungen vorgesehen,
Die Quadrantenregeln gestalten sich verhältnismäßig einfach, Sie lauten:
Ist (h -+- 8) negativ, so ist M = 180° — Ablesung,
Ist (h — d) negativ, so ist N = — Ablesung.
Bei einem Ostgestirn ist
Az = MAN 5 — 3609 --(M— N)
Bei einem Westgestirn ist
Az = 360° — (MN)
Die Länge ergibt sich dann aus
Ä = 1Gr—t,
wenn Westlänge positiv gerechnet wird oder
A = t—10
wenn Ostlänge positiv gerechnet wird, was in Deutschland bequemer ist. Den
Stundenwinkel des Gestirns in Greenwich findet man aus
tür = m, Gr. Zt. — Ztgl. bei der Sonne,
Gr = m, Gr. Zt. +m, Ox—Cx*«a bei Mond und Sternen.
Wenn der Übergang von Zeitmaß auf Bogenmaß bei dem Stundenwinkel
in Greenwich (tcr) gemacht wird, gibt auch der Umstand, daß der Stundenwinkel
am Ort (t) nicht in dem meist gebräuchlichen Zeitmaß, sondern wie die Länge
in Bogenmaß erscheint, zu keinen Weiterungen Veranlassung.
Zur Bestimmung der Breite dient der Schieber 2 in folgender Weise.
4, Stelle N auf dem rechten Teil der Skale XI mit Hilfe des Läuferstriches
unter (h — 0) der Skale I, dann ist g auf dem rechten Teil der Skale XII unter M
der Skale XI abzulesen.
1) R. Nelting, Der Nautisch- Astronomische und Universal-Rechenstab und seine Verwendung.
Hamburg 1909. Selbstverlag und bei L. Friederichsen & Co. Siehe auch das in der folgenden An-
merkung angezogene Referat,
%) Nach dem Referat von Ambronn in dieser Zeitschrift Bd. 37, 8. 373, August 1909.
3) Die Schieber sind auf einem losen Stück durchsichtigen Papiers gedruckt, damit man sie
anf das Bild des Stabes auflegen kann.