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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Allmähliche Senkung des Bodens der Xicderlande, 
BT 
eine Ziffer, die wenig mehr von der Wirklichkeit abweicht als die für den Zeit- 
raum 1862 bis 1906, also In 45 Jahren, aus Wasserstandsbeobachtungen an selbst- 
vegistrierenden Pegeln gefundene Senkung ron 18 em in einem Jahrhundert nicht 
zu erlangen, 
Wenn man bedenkt, daß auf einen Abstand von 1200 km ein Unterschied 
von 60 cm in einem Jahrhundert zwischen der Hebung des Bodens von Schweden 
and der Senkung des Bodens der Niederlande an der Westküste zu bestätigen 
ist, so muß man annehmen, daß zwischen beiden Bewegungen ein langsamer 
Übergang stattüindet und möglicherweise die Oldenburgisehe Küste sich am 
stärksten senkt, 
Während die an der Deutschen Ostseeküste beobachteten Pegel im Mittel 
60 kn voneinander stehen, also den Berechnungen daraus geringer Wert bei- 
zulegen ist, liegen die Pegel für die berechnete Senkung von 18 cm alle inner- 
halb eines Kreises von 100 km Halbmesser und 12 davon selbst nur von 35 km. 
Es geben in den Niederlanden die mittleren jährlichen Wasserstände, die in 
Asuptsache durch den Wind abweichen, für die verschiedenen Pegel ungefähr 
gleiche Abweichmgen, was z. B. an der Ostsee nicht der Fall ist, wo der herrschende 
Wind den Wasserstand an der Westseite senkt und an der Ostseite hebt, so daß 
die verschiedenen. Jahre nicht ungefähr dieselben, sondern verschiedene Ab- 
weichungen von dem allgemeinen. Mittel aufweisen, man also für jeden Pegel 
keine hinreichende Vergleichung mit nahebei belegenen Pegeln anstellen kann, 
um eventuelle Änderungen zu. konstatieren. 
Der mittlere Seestand ist in gewissem Maße von den meteorologischen 
Umständen abhängig und hängt von dem Wind ab. Es Iragt sich also, ob diese 
Umstände in den letzten 45 Jahren der Beobachtungen so mit der mittleren Kon- 
stante übereinstimmen, daß daraus eine Schlußfolgerung gezogen werden kann, 
Nach den Beobachtungen an dem sehr zuverlässigen Pegel in Cuxhaven, die über 
einen größeren Zeitraum reichen, sind in einzelnen Jahren auch feüher größere 
Abweichungen als gewöhnlich eingetroffen. Es ist demnach nicht von der Hand 
za weisen, daß die Periode von 45 Jahren zu kurz ist, um daraus mit. Bestimmt- 
heit zu schließen, daß sich der Boden in dieser Zeit um genau 8 oem, also in 
einem Jahrhundert um 18 cm gesenkt hat, Daß aber eine fortwährende 
Senkung in bezug auf den Seestand stattfindet, ist nach den bisherigen 
Untersuchungen als zweifellos zu betrachten. H. 
Kleinere Mitteilungen. 
i. Der Taifun vom 27, und 28. Juli 1908 in Hongkong. Über diesen 
Taifun übersandte Herr A, Gollert, der 3, Offizier des Dampfers »Vandalia«, 
Kapitän. Karberg, einen Bericht, dem wir folgendes entnchmen : 
»Der 26, Juli war ein ausnahmsweise heißer und klarer Tag gewesen mit 
völliger Windstille, Am 27, während der Dampfer an der Anlegebrücke in 
Kowloon lag, wurde 1% 30 N, ein Taifun im Südosten von Hongkong sienalisiert, 
mehr als 300 Sn entfernt, Der Himmel war bedeckt und seit 10% V, rieselte 
feiner Regen. Um 6 30° wurde signalisiert, Taifun in SO, weniger als 300 Sm 
entfernt, Der Wind war leicht, ONO 1—2, der Himmel bedeckt. Um 74 30 N, 
fing es bei NNO 8 wieder zu regnen an und hörte auch nicht wieder auf, Um 
8b 30% bei N 4 fing: das Barometer an entschiedener zu fallen, um 9b 300 wehte 
es NzW 6. Gegen 115 N. ankerte der Dampfer in der Kowloon Bucht, um dort 
den Talfun abzureiten, Um 116 15" wehte es N 7, um Mitternacht NNO 11 mit 
heftigem Regen und Blitzen im SO-Quadranten, 
Am 28, früh wm 1 wehte ein voller Taifun, NO 12, der um 14 1506 
nach © 12, um 1b 25" nach 0SO 12 herumging. Um diese Zeit trat der tiefste 
Barometerstand ein, 736 mm (auf 0°C), Um 1b 357 bei wieder steigendem 
Barometer wellite es SO 12, am 2a 05212 5.12 und um 2b 45m SW 19. Der Wind
	        
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