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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 24 (1896)

Köppen: Die Windhose vom 5. Juli 1890 bei Oldenburg. 
aus: ein schwarzer Klumpen in den‘ Wolken mit starker Wirbelbewegung. darin, 
darunter durchsichtig, am Boden aber aufwirbelnde Staubmassen. Auch von hier 
aus haben Mehrere ein starkes Auf und Ab in den Wolken gesehen. 
In Rodenkircherwurp selbst, wo an mehreren Stellen Windschaden geschehen 
ist, hat ein Zimmermann, den ich gesprochen habe, die Windsbraut etwa 20 Minuten 
lang während ihrer Annäherung von Frischenmoor her beobachtet. Er sah keine 
Säule, auch keine Zapfen, sondern schwarze und helle, im Sinne gegen die Uhr 
kreisende .Wolken, tief herabhängend und mindestens 60 bis 70m breit, Ein 
anderer Augenzeuge gab an, mehrere Zapfen an den tief herabhängenden schwarzen 
und weißen rollenden Wolken gesehen zu haben. Dafs das Herannahen des 
Wirbels nur langsam geschah, wird dadurch bewiesen, dafs ein dritter. Zeuge 
nach dessen Erkennen Zeit hatte, fünf Hemmer Land weit, etwa 150 Schritt, zu 
laufen, die Thür zu schliefsen und den Sturm im Zimmer anzumelden, ehe er 
ausbrach. Gleich hinter dem Windstofs war hier ein kurzer Regenschauer, darauf 
schönes Wetter. . ; 
Von seinem freigelegenen Häuschen an der Chaussee zwischen Rodenkirchen 
und dem Wurp sah Schuster Jürgens den Regen nach der Hose nach NW zu 
wie Schnee erglänzen, am Ort aber war wenig Regen; er sah keinen Wolken- 
zapfen, aber dunkle und gelbe Wolken in auf- und niedergehender Bewegung. 
Auch von Hartwarden aus sah man eine merkwürdige Wolkenbildung sich 
aus SE (?) herüberwälzen und hinter ihr einen Regenschauer, welcher im Sonnen- 
schein wie Schnee oder Hagel aussah. Dabei herrschte eine merkwürdige 
Finsternifs. 
Der von diesen Orten im NW gesehene Regen ist in Oberdeich als 
Wolkenbruch von 20 Minuten Dauer mit Regentropfen von kolossaler Gröfse 
niedergegangen. 
Herr Dr. med. Kreymhborg in Rodenkirchen, mit dem ich beim Besuche 
dieser Stadt mich über die Windhose unterhalten habe, hatte die Güte, mir 
unterm 23, August eine von einem Augenzeugen in Rodenkircherwurp entworfene 
Zeichnung der Wolkenbildung dabei zu übersenden (vgl. Fig. 14). Ich weiß nicht, 
Fig, 
14 
wann die Zeichnung entstanden ist und wie weit das Gesehene dem Zeichner noch 
frisch im Gedächtnis war; aber die Buckel und Wülste an der mächtigen Wolke 
zeigen die ganz charakteristischen Züge eines „Mammato-cumulus“. Die mehreren 
kleinen Zapfen entsprechen dem von Herrn Behrmann Gesehenen, während der 
größere stumpfe Kegel rechts vielleicht dem von: Herrn Janssen genauer ins 
Auge gefafsten Hauptgebilde ‚entspricht. 
Ann. dd, Hyär. ete.. 1896. Haft X.
	        
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