Thorade, H.: Über die Kalifornische Meoresstömung,
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der »Reibungstiefe«, der Strom dem ÖOberflächenstrom entgegen; seine Ge-
schwindigkeit beträgt nur e*"==0,0438 der Oberflächengeschwindigkeit und kann
vernachlässigt werden. Für diese Tiefe ergibt sich
7.6
D = ——..hem,
Feine
wenn @ die geographishe Breite und h die Windgeschwindigkeit in cm ist‘).
Bei einem Passat von 7 m Geschwindigkeit wäre D auf 5° N-Br. = 190 m, in
unserem Gebiet sicherlich kleiner, Die Wirkung des Windes reicht also nur in
sehr beschränkte Tiefen,
2, Wenn in einem unendlich großen Ozean von konstanter Tiefe nur ein
Druckgradient wirkt, ergibt sich:
Il. Die Strömung ist am Boden um 45° nach rechts vom Druck-
gradienten abgelenkt (auf der nördlichen Halbkugel), Die Ablenkung steigt
bis auf 90° in der Höhe D über dem Meeresboden bei zunehmender Geschwindig-
keit; von da an bis zur Oberfläche herrscht ein gleichförmiger Strom, der um
90° nach rechts vom Druckgradienten abgelenkt ist.
Aus diesen Teilproblemen setzen wir ein neues Problem zusammen, das
die Lösung unserer Frage enthält:
3. Ein unendlich großer Ozean von konstanter Tiefe (> 2D) sei im Osten
von einer geradlinig von N nach 3 verlaufenden Küste begrenzt, an der Küste
herrscht überall ein Wind von gleicher Richtung und Stärke.
Il. Dann sind drei Strömungen zu unterscheiden:
ı. Ein Bodenstrom vom Boden bis zur Höhe D über ihm, am Boden
um 45°, oben um 90° von dem zur Küste senkrechten Druckgradienten ab-
gelenkt.
2, Ein zur Küste paralleler Tiefenstrom von gleichförmiger Geschwindig-
keit, der von der Höhe D über dem Boden bis zur Tiefe D unter der Öber-
Aäche reicht,
3. Ein Oberflächenstrom, von da an bis zur Öberfläche. Die Ge-
schwindigkeit, die sich für ihn aus I ergibt, muß um die Geschwindigkeit des
Tiefenstroms vermehrt werden; daher schwankt seine Ablenkung zwischen 0°
and 53°, Weht der Wind parallel zur Küste, so beträgt sie etwa 18°, bei
NW-Wind und SO-Wind fließt der Öberflächenstrom parallel zur Küste”. Die
Geschwindigkeit des Tiefenstroms ist der zur Küste parallelen Windkomponente
proportional, -— Ist also der Ozean von einer Küste begrenzt, so reicht hier die
Windwirkung bis zum Boden hinab,
ce. Anwendung der Ekmanschen Theorie.
Die Ekmansche Theorie erklärt drei Tatsachen, die ohne Berücksichtigung
der Erdrotation rätselhaft bleiben, Daher können diese Tatsachen neben den auf
5,73 u. 74 angeführten auch als Bestätigung der Theorie gelten,
1. Die Auftriebserscheinungen an der niederkalifornischen Küste, deren
Höhepunkt mit dem Maximum der Häufigkeit der NW-Winde zusammenfällt, er-
klären sich aus der Wirkung küstenparalleler Winde nach IIL Aber auch das
Auftriebgebiet an der nördlichen Küstenstrecke findet seine Erklärung, da nach
[XL die Auftriebserscheinungen erst aufhören, wenn der Wind über NW hinaus
nach W geht. Die Windtabelle gibt nämlich für den vierten Quadranten
folgende Werte:
40-—50° N-Br., Küste bis 135° W=Lsg.,
WwXw NW NNW
z 45 15 20
S 6 3 19
g 1 3 9
HH 3 6 9
Anzahl der
Beobachtungen
10 90
2R 63
5 9%
3 1855
Juli 9%
Ang. Do
Sopt. 7a
Okt. 9%
}
m
Ekman in Ann, d. Hydr. usw. 1906, 3, 530 £
Ekman in Ann, d. Hrdı. usw, 1906, 8. 529.