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Annalen der Hrdrographie und Mayichuen Meteorologie, Fehrnar 1900,
e. Klimatologisches,
Ein Vergleich der Jahresisothermen der Luft an der ÖOst- und Westküste
Nordamerikas?) zeigt, daß die Ostküste den kontinentalen, die Westküste den
ozeanischen Typus vertritt, An der Westküste Hegen die Isothermen von 10.0° und
15.6° C, um 121% Breitengrade auseinander, an der Ostküste um 5; dort gleicht
das Secklima die Breitenunterschiede aus, hier kann es wegen der Windverhält-
nisse nicht zur Geltung kommen”), Doch genießt nur ein schmaler Streifen der
Westküste die Vorzüge des Secklimas, da das Küstengebirge ein weiteres Ein-
dringen verhindert; die Isothermen verlaufen längs der Gebirgsrücken,
Weonn aber die Westküste im Gegensatz zur Ostküste dem KEinfluß der
See unterliegt, wird man mehr erwarten als nur die ausgleichende Wirkung des
Secklimas. In der Tat bewirkt das winterliche Stauwasser, daß in 45° N-Br. an
der West- und Ostküste sich die Temperaturen von +4.4° und —6.7° im Januar-
mittel gegenüberstehen; erst südlich von 33° N-Br. sind beide Küsten gleich
warm, obwohl der Westen hier bereits von relatiy kühlem Wasser bespült wird;
eine kalte Strömung braucht also noch keineswegs ein rauhes Klima zu bringen,
Im Sommer ist der Einfluß des kalten Küstenwässers so bedeutend, daß
die Juliisothermen auf weite Strecken dem Verlauf der Küste folgen, und daß
5 Breitenunterschiede gegenüber
2 Big 5 der Entfernung vom Meere eine
Jährlicher Ganz der Infttemperatur, geringe Rolle spielen, Die Iso-
TI Fafemporaku in San Pranehaen, therme von 18,3° C, begleitet die
ZI Wasgerfemperatär vor san Pranelaeh. Küste von Kap Coneepeion
(341.9 N-Br.) bis über 45° N-Br.
hinaus; ein Streifen von über
10° Breitenunterschied hat das
gleiche Julimittel Zur Erklärung
dieser Tatsachen genügt nicht
die ausgleichende Wirkung des
Seeklimas, zumal die Breiten-
unterschiede im Winter nicht in
gleichem Maße zurücktreten,
sondern hier beherrscht das Auf-
triebwasser das Küstenklima,
Ein zweiter Umstand kommt
hinzu, um den Temperaturabfall
aus der südnördlichen Richtung
in die ostwestliche zu verlegen:
In den zur Küste parallelen Tälern
bildet sich ein Landklima aus; da-
her liegen die schärfsten Gegen-
sätze nahe beieinander; sie sind
vertreten in San Francisco und
Sacramento?),
Beide Städte sind nur 120 km
voneinander entfernt, Sacra-
mento, dureh kohe Gebirge von
der See und von der Plateau-
region getrennt, hat eine jähr-
liche Schwankung von 115° 0; der Gang ist regelmäßig, abgesehen davon, daß
die Extreme in den Februar und August fallen (Fig. 5), Die Temperaturkurve
von San Franeisco verläuft völlig anders und schließt. sich vielmehr dem Gang
der Wassertemperaturen an, von der sie sich nie über 2° C, entfernt; am wärmsten
ist der Oktober mit 16.1° 0: die Temperatur ist während des Sommers sehr
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Henry, Climatologr, Tafel X,
Siche Hann, Handbuch der Klimatologie, 2. Aufl, Stuttgart 1507, Ba, I, 8. 178.
Henrs, 8. a. 0. ©. 987 und 989.