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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Thorade, H,: Über die Kalifornische Meeresströmumng. 
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Die Windverhältnisse werden beständiger, Nördlich von 35° N-Br. herrschen 
über dem Ozean der neuen Luftdruckverteilung entsprechend SW-Winde. Die 
Windtabelle gibt: 
45°—30° N-Br., 125—135° W-Lg. (199 bzw, 121 Beobachtungen). 
X NNO NO ONO 0 080 SO 8850 RR BSW SW WSW W WNW NW NNW € 
Nov — 2 — 2 3. 5. 8 7 6 M S 10 92 2 3 3 8 
Don. 9a — _ 182 23 27 14 8 4 8 22 PL 2 
Südlich davon, in 40°-—45° N-Br, kommen im Dezember 47%, aller Wind- 
richtungen aus 050 bis SSO; doch ändern sich diese Richtungen oft bald nach 
ihrem Auftreten, denn sie stehen unter der Einwirkung atmosphärischer 
Störungen, die, je weiter nach Norden, desto häufiger und heftiger auftreten 
und in den Monaten November und Dezember ein Maximum in der Häufigkeit 
rechts drehender, aus SO beginnender und in W bis NW endender Stürme ver- 
anlassen?), — Auch an Land gewinnen südliche und südöstliche Winde die Ober- 
hand. Henry gibt (a. a. 0. S, 680: 
Portlund-Oreson, 
N NO 20 PSO 8S SW WW NW © 
Xor. 5 4 8 22 22 12 7 18 1 
Dez. G 5 BB 2 19 10 Öö 16 I 
Das streifenförmige Gebiet der NW-Winde beginnt etwa bei San Francisco 
und wird vom Passat immer mehr eingeengt, bis er im Dezember bereits nahe 
an Kap San Lucas heranrückt; auf 140° W-Lg. verschiebt sich seine Grenze süd- 
Jich bis etwa 31°-—32° N-Br. 
Strömungen und Wärmeverteilung. Entsprechend den Windverhält- 
nissen. werden auch die Strömungen bestimmter. Nördlich von 35° N-Br, wiegen 
nordöstliche und Östliche Versetzungen vor; die Östtrift verzweigt sich an der 
Küste etwa in 45° N-Br., und der eine Teil weicht nach Norden aus, begünstigt 
durch die südlichen Winde; im Gegensatz zu den vergangenen Monaten staut 
sich jetzt warmes Wasser an der Küste; Auftrieb vermag der SO-Wind 
nicht zu erzeugen (s. 5. 75 u. 76). Während beider Monate kühlt sich das 
Gebiet gleichmäßig ab; daher bleibt die Gestalt der Isothermen fast dieselbe im 
November und Dezember. 
Weiter südlich treffen wir wieder die SO-Strömung mit ihren, wenn auch 
nicht so regelmäßigen, Ausläufern nach Südwesten und Nordwesten; da nördlich 
35° N-Br. NO-Strom beobachtet wird, ist die Möglichkeit eines »Fleurieuschen 
Wirbels« nicht ausgeschlossen; sogar die letzten Spuren der Kälteinsel machen 
sich im November bemerkbar, 
Unterschiede zeigen die beiden Monate besonders an zwei Stellen. In der 
Gegend von San Franeiseo scheinen im November noch, auf kleinen Raum be- 
schränkt, Auftriebserscheinungen vorzukommen, die im Dezember nachlassen: die 
Windrichtungen sind folgende (Henry a. a. 0. S. 6810}: 
Mount. Hamilton (1283 ın). 
X XO Ö So S SW W NW C 
Nor. % 0 3 2 Io G a 0 76 0 
Dez, Ya G 3 { 40 9 Ö Ö 42 d 
Das Aufquellen des Tiefenwassers ist also, wie weiter nördlich, so auch 
hier vom NW-Wind abhängig; der SO-Wind vermag kein Wasser aus der Tiefe 
anzusaugen, 
Der zweite Unterschied betrifft den Golf von Kalifornien, Die Abkühlung, 
lie im Ozean und noch mehr an der Küste von Niederkalifornien langsam fort- 
schreitet, erfolgt hier rasch; auf den verhältnismäßig warmen November folgt 
ein beträchtlich kühlerer Dezember; bei Kap San Eugenio haben wir im November 
über 19°, im Dezember über 18°, auf der gegenüberliegenden Seite aber zuerst 
etwa 25°, dann 20° in gleicher Breite, 
Die Strömungen im Golf sind dieselben wie im Oktober. 
‘) Vgl. Knipping, Die Dampferwege usw. in: Annalen der Hyrdrographie u. Marit, Meteoro- 
ogie 1907, 2, 3. 534 
Ayn. 4, Hydr. naw,, 1009, Heft In
	        
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