Meereskundliche Dienste
das Globale Telekommunikationssystem (GTS)
der Meteorologischen Weltorganisation (WMO)
eingespeist. Die so gewonnenen Temperaturwerte
dienen vor allem den wissenschaftlichen Fra
gestellungen des Weltklimaforschungsprogramms
(WCRP). Sie fließen auch in operationelle, ge
koppelte Ozean/Atmosphäre-Modelle ein. Über
bisher vorliegende Ergebnisse wird auf S. 135
berichtet.
Ergänzt wurde das XBT-Meßprogramm
durch oberflächennahe Temperaturmessungen
auf mehreren Handelsschiffen in Nord- und Ost
see. Diese Schiffe sind mit speziellen Kontakt
thermometern ausgerüstet, die an der Innenseite
der Schiffshaut befestigt sind. Sie liefern stünd
liche Meßwerte, die international über das GTS
verbreitet und z. B. in die wöchentlich vom
BSH herausgegebene Oberflächentemperatur
karten von Nord- und Ostsee Nordsee eingearbeitet
werden. Im Winter liefern sie wichtige Hinweise für
die Vorhersage der Eisbildung In der Ostsee.
Deutsches Ozeanographisches Datenzentrum
(DOP)
Mit dem DOD erfüllt die Bundesrepublik
Deutschland ihre Verpflichtung als Mitglied der
Zwischenstaatlichen Ozeanographischen Kom
mission (IOC - Intergovernmental Oceanographic
Commission) der UNESCO, ein nationales Da
tenzentrum für Ozeanographie zu betreiben. Es
soll ozeanographlsche Meßdaten und die dazu
gehörenden Informationen deutscher Forschungs
reisen sammeln, prüfen, aufarbeiten, archivieren
und dem nationalen und internationalen wissen
schaftlichen Datentausch zur Verfügung stellen.
Dieser Auftrag wurde vor 10 Jahren aufgrund der
Meeresumweltübereinkommen um die Datenbe
arbeitung erweitert und umfaßt damit auch die
marinen Umweltdaten. Die Zusammenführung
dieser aufgrund der föderalen Struktur von vielen
verschiedenen Institutionen des Bundes und der
Länder erhobenen Daten kann wegen der zentra
len Verantwortlichkeit des Bundes sowie aus Effi
zienz- und Kostengründen nur durch eine zen
trale Datenhaltung bewältigt werden.
Als ein wesentliches Werkzeug nutzt das
DOD die gemeinsam mit dem Umweltbundesamt
betriebene Meeresumwelt-Datenbank (MUDAB),
die sowohl die ozeanographischen als auch die
Daten der Messungen von Schadstoffen im Was
ser, Sediment und biologischen Material auf
nimmt. Während im Jahr 1997 der Datenzuwachs
noch etwa 2 500 Stationen betrug, wurden in
1998 Daten von über 11 000 Stationen von 240
Forschungs- und Überwachungsreisen in die Da
tenbank geladen. Diese mehr als dreifache Zu
nahme war möglich durch die Inbetriebnahme der
neu entwickelten und nun routinemäßig arbeiten
den Eingangsdatenbank für Wasser-, Sedlment-
und Schwebstoffdaten. Rückstände beim Laden
von Daten aus den Jahren 1994 bis 1996 konnten
überwiegend aufgeholt werden. Weiterhin werden
historische Daten, die bisher in File-Sammlungen
im DOD vorliegen, schrittweise in die Datenbank
überführt.
Zur Verbesserung des Datenflusses vom
Datenerzeuger zum DOD wurden Formate erstellt,
die Form und Inhalt der Meßdaten festlegen. Da
mit soll die Vollständigkeit der Datensätze für den
internationalen Datenversand, vor allem aber auch
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