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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

30 Annalen der Hrdrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1008, 
und die Zustellung‘ von Abschriften in Briefumschlägen von Hamburg uach 
Aachen in Aussicht genommen werden. 
Die einzelnen Anordnungen für den Versuch sind von deutscher Seite so 
getroffen worden, daß zwecks funlichster Verringerung der Kosten nur die not- 
wendigen Beobachtungen vorgeschrieben werden und daß andererseits eine aus- 
reichende Beantwortung der hinsichtlich der Benutzung von Wetter-Funkentele- 
grammen schwebenden Fragen gewährleistet erscheint; in der letzten Beziehung 
möge. besonders hervorgehoben. werden, daß die Benutzung dieser Nachrichten 
für den Wetterdienst ihra Zustellung bis vormittags eiwa 9, Uhr M. Gr. Z. in 
Hamburg zur Voraussetzung hat und daß aus diesem Grunde a priori die Möglichkeit 
besteht, daß die im Vergleich mit den um diese Zeit vorliegenden Morgen- 
beobachtungen weiter nach Westen hin reichenden Abendbeobachiungen sich als 
die für den Wetterdienst wichtigeren herausstellen möchten. 
Was die Funkentelegramme betrifft, so werden diese von den deutschen 
Schiffen in zwei fünfizif{Irigen Zahlengruppen nach dem Schema BEWWS PPFPDD 
abgegeben werden, in dem BB den vom Instrumentalfehler befreiten auf 0° und 
den Meeresspiegel reduzierten Luftdruck, WW die rechtweisende Windrichtung 
von 2 zu 2 Strich, S die Windstärke nach Beaufort (0 bis 12), PPP die Schiffs 
position und DD den Monatstag (Datum) bezeichnen, Im einzelnen möge noch 
angeführt werden: 
1. Die Windrichtungen werden in der gewöhnlichen Weise chiffriert, indem 
NNO durch 02, NO durch 04... N durch 32 gegeben wird, bis auf die Anderung, 
daß bei den Windstärken 10, 11 und 12 jene Windrichtungschiffren um 33 erhöht 
werden, so daß ohne die Gefahr einer Verwechslung auch diese hohen Windstärken 
für S die Chiffren 0, 1 und 2 gestatten, denen sonst, wenn sie zusammen mit Wind- 
richtungschiffren unter 33 vorkommen, die Windstärken 0, 1 und 2 entsprechen, 
2, Das deutsche Beobachtungsgebiet umfaßt 500 Quadratfelder von je 
1° Länge und Breite, die für die Morgenbeobachtung von 000 bis 499 numerijert 
sind, während dieselben Positionen für die Abendbeobachtung durch die je um 
300 größeren. Zahlen angegeben werden, so daß mittels der Chiffren PPP nicht 
allein die Position, sondern auch die Zeit der Beobachtung übermittelt wird, 
3 An Stelle des Monatstages DD war ursprünglich eine Chiffrierung NN 
für den durch eine zweistellige Zahl zu meldenden Namen des Dampfors ge- 
plant, doch erfolgte die Einsetzung des Monatstages an seiner Stelle infolge des 
Umstandes, daß bei der Zustellung der Teleeramme von Schiff zu Schiff bis zum 
Lande sehr wohl ein früheres Telegramm von einem späteren überholt. zu werden 
vermag, und es demnach höchst erwünscht ist, aus dem Telegramm selbst das 
Datum zu ersehen. Diese Einführung von DD an Stelle von NN wurde dadurch 
ermöglicht, daß die Marconi-Gesollechaft zusagte, in den Telegrammen stets die 
Chiffre des Beobachtungsdampfers von den Küstenstationen bei der tele- 
graphischen Weitergabe nach Land voransetzen zu lassen, und daß diese Tole- 
gramme auch dann bei je zwei Adreß- und Textworten und jenem Zusatz nur 
fünf Taxworte umfassen und somit der Minimaltaxe bei der Beförderung von 
den Britischen Inseln nach Deutschland unterliegen, 
Hinsichtlich der Telegramme von den britischen Schiffen möge kurz 
angeführt werden, daß sie zusammen mit der erwähnten Kontrollbeobachtung 
vier fünfzifferige Zahlengruppen als Text enthalten, von denen aber stets nur 
die dritte und vierte, enthaltend Luftdruck, Windrichtung, Windstärke, Schiffs- 
position, Zeit der Beobachtung und. Himmelsbedeckung, von den Küstenstationen 
an die Sooewarte weitergegeben werden sollen, Die Marconi-Gesellschaft wird ihro 
Küstenstationen anweisen, neben der angeführten Chiffre des Schiffsnamens in 
den Telegrammen auch das Monatsdatum der Beobachtung voranstellen zu 
lassen, falls die Beobachtung an einem früheren Tage als demjenigen der Weitergabe 
des Telegramms von der Küstenstation stattgefunden hat. Die Art der Chiff- 
sierung weicht von der deutschen durchweg abj da das Meteorolagical Office mit 
Rücksicht auf eine etwaige spätere Ausdehnung des Bezuges einschließlich des 
angegebenen Beobachtungsgebietes 900 Quadratfelder mit den Zahlen 000 bis 899 
bezeichnet hat, so muß in den englischen Telegrammen abweichend von den 
deutschen. auch eine besondere Chiffre für die Zeit der Beobachtung dienen.
	        
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