accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

18 
Annalen der Ardrographie und Maritimen Meteorolozie, Januar 1900, 
der Luftdruckverteilung ein; während sich das Hochdruckgebiet südostwärts 
antfernte, schritt von Island her ein neues heran, wobei sich zunächst ver 
breiteter Nebel und im äußersten Westen Erwärmung einstellten, Eine zugleich 
im Nordosten auftretende Depression hatte an der Ostseeküste und am folgenden 
Tage bei ihrer westwärts gerichteten Ausbreitung fast an der ganzen übrigen 
Küste Niederschläge im Gefolge, Das Hochdruckgebiet drang nun weiter vor 
und beherrschte bis zum 11. die Witterung an der deutschen Küste, Vom 6. ab 
trat überall Frost ein. Am tiefsten sank in dieser Witterungsperiode die 
Temperatur in Wilhelmshaven, das am 11. —5.5° verzeichnete, Während dieser 
Zeit traten im äußersten Osten im Bereich der genannten Depression stürmische 
Winde aus nördlichen Richtungen und starke Schneefälle auf, Auch am 10, ent- 
wickelten. sich dort, als der Kern des Hochdruckgebiets nach dem Kontinent fort- 
geschritten und ein Teilminimum von dem Norwegischen Meer nach der Ostsee 
vorgerückt war, wieder stürmische Winde, die aus dem Südwesten wehten, Sonst 
aber war die Witterung überall heiter und meist trocken. Am 11. begann das 
Hochdruckgebiet sich südwärts zu verlagern, als eine tiefe Depression aus dem 
Nordwesten herannahte. Am 12, trat dabei ein Witterungsumschlag ein, da die 
südwestlichen Winde Trübung und Erwärmung herbeiführten. Das Tauwetter 
beschränkte sich jedoch zunächst auf den Westen, Am 13. November drang nun 
ein neues Hochdruckgebiet von Skandinavien südwärts vor, brachte an diesem 
Tage auch der Ostseeküste Tauwetter und vereinigte sich dann mit dem kontinen- 
talen Hochdruckgebiet, mit dem Kern über der östlichen Ostsee, Dieses Hoch- 
druckgebiet schritt während des Vorüberganges einer tiefen Depression im Norden 
iangsam südostwärts. Es hatte bei östlichen bis südöstlichen Winden bis zum 
17. wieder Frostwetter im Gefolge, An diesem Tage aber breitete sich die 
Depression so weit südwärts aus, während zugleich ein neues Maximum über der 
Biskayasee erschien, daß nunmehr die Winde nach Südwest drehten und am 18. 
allgemeines Tauwetter mit ergiebigen Regenfällen, im äußersten Osten sogar 
stürmische Südwestwinde herbeiführten, Diese Luftdrückverteilung, nämlich ein 
Hochdruckgebiet über dem Südwesten von Europa und im Norden vorüber- 
ziehende Depressionen, blieb nun im wesentlichen bis zum 26. bestehen, so daß 
bis zu diesem Tage meist mildes Wetter mit vielfach ergiebigen Niederschlägen 
herrschte, Während des Vorüberganges der Depressionen traten mehrfach 
stürmische Winde auf, Ein Ausläufer, der am 19, über der Nordsee lag, zog 
aetwärts und erzeugte stellenweise an der Küste steife Winde, die am 20. im 
yanzen äußersten Osten auftraten. Am 22, als eine neue Depression herannahte, 
entwickelten sich stellenweise wiederum steife und stürmische Winde, Am {ol- 
senden Tage trat bei dem Vorübergang des Minimums und dem Nachdrängen 
eines Hochdrueckkeils vielfach voller Sturm meist aus Nordwest an der Nordsee- 
küste auf Eine neue Depression von 725 mm Tiefe erschien am 25, südlich von 
(sland; sie erzeugte schon an diesem Tage vielfach steife und stürmische Winde 
aus Südwest, die am 26, mit verbreiteten Gewittern an der ganzen Küste auf- 
traten und im Westen aus Nordwest, im Osten zunächst noch aus Südwest wehten, 
hier aber am folgenden Tage ebenfalls nach Nordwest herumgingen. An diesem 
Tage, dem 27, war das südwestliche Hochdruckgebiet unter Abflauen der Winde 
langsam nach Frankreich vorgerückt. Es erhielt sich bis zum Schluß des Monats 
über Kontinentaleuropa und hatte im Küstengebiet bei schwachen westlichen bis 
südlichen Winden mildes Wetter im Gefolge. Ein südwärts reichender Aus- 
(äufer der nordischen Depression führte an den letzten Tagen noch einige 
Niederschläge herbei, 
Gedruckt und in Vertrieb bei E, S. Mittler & Sochn 
Königliche Hofbuchbandhmg and Hofbuchdrackerei 
Berlin SW, Kochstraße 68—1.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.