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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

548° Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1008, 
die andere zurücktritt. Immerhin drängt sich die Vermutung auf, als hätte die 
Umrißgestaltung der Küste einen Einfluß auf die Richtung der Stürme, 
In den höheren Breiten des Indischen Ozeans sind die Stürme aus äquä- 
torialen Anfangsrichtungen fast ausschließlich Hinksdrehend; dagegen finden sich 
anter den polaren Stürmen mehrfach Krimper an, besonders bei denen, die aus 
SO beginnen, Zwischen 30% und 50° S-Br. sind. unter 73 SO-Stürmen 42, also 
58% beobachtet, die den Wind rechts drehen, während nur 18%, ausschießen 
and 24 9%, ohne Drehung verlaufen, Die SW-Stürme enthalten unter 299 Füllen 
nur noch 14% Krimper, dagegen schon 61 /. linksdrehende Stürme, Bei den 
96 beobachteten NO-Stürmen jst das Verhältnis zwischen Ausschießern und Krimpern 
81:10; unter den NW-Stürmen ereignet sich nur in ganz seltenen Fällen ein 
Rechtsdrehen, die Hauptmasse dieser Sturmklasse gehört vielmehr zu den Aus- 
schießern, die mit 91 on den Krimpern (mit 3°%)} gegenüberstehen. 
Die vorherrschende Linksdrehung findet eine Erklärung darin, daß eine 
Hauptzugstraße von Zyklonen im Süden des Streifens in ungefähr 40° bis 50° 
3.Br. den Ozean im seiner gesamten Längenausdehnung durchzieht. Auf ihr 
wandern ununterbrochen Minima mit stürmischer Umgebung von West nach Ost, 
Im Süd-Winter verschiebt sich das ganze System mit der Sonne nach Norden; 
dann zweigen die Zyklonen off von dem Hauptast nach NO ab. So ziehen in 
dieser Jahreszeit häufig SW-Stürme auf die SW-Ecke von. Australien zu (siehe 
Fig. 4), Zyklonen, die wir wohl verantwortlich machen können für die verhältnis- 
mäßig starken Niederschläge, die gerade nur die SW-Spitze Australiens, des sonst 
so niederschlagsarmen Erdteils, im südhemisphärischen Winter empfängt, 
Diese in äquatorialer Richtung verlaufende Hauptzugstraße des südlichen 
Indischen Ozeans wird oft düurchkreuzt von. den parabolischen Bahnen tropischer 
Zyklonenausläufer, die teils meridional laufen und west-ost segelnden Schiffen 
zwischen 40° und 80° O-Lg, als linksdrebende NO-Stürme begegnen, teils aber 
auch derart gerichtet sind, daß sie als linksdrehende Weststürme den außer- 
tropischen Zyklonen parallel ziehen und in 60° bis 90° O-Lg. von Schiffen an- 
getroffen werden, die den Ozean unter 30° bis 35° S-Br. in diesem Meeresabschnitt 
durchkreuzen, 
Das Verhalten des Baromefers in den Stürmen. 
Dem Verhalten des Luftdrucks in den Stürmen ist bei der Materialsammlung 
zu den vorliegenden Untersuchungen, soweit überhaupt brauchbare Barometer- 
angaben vorlagen, besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden nötig gewesen, ist doch 
das Barometer während des Sturmes oft der alleinige Ratgeber des Seemanns. 
Wie bei Knipping wurden in den Tabellen die durchschnittlichen »Tiefs« — auf 
0% und Meeroshöhe reduziert — für jede Windgruppe ermittelt und äußerste 
Maxima und Minima gesondert angegeben. Die folgende Tabelle gibt für die 
einzelnen Gebiete und. Breitenzonen das mittlere Minimum der Stürme in mm. 
Die Ziffern in (} bedeuten die Anzahl der Beobachtungen, aus denen das Mittel 
berechnet wurde, 
440g Barometer bilmunt der usrb ührer Anfanesrichtung georne fan Stürme. 
(diebieat 
NO 
Sr 
NW 
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Richtungen 
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