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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Pollitz, Th.: Die Stürme im südlichen Indischen Ozean usw. 
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Der obere Teil der Tabelle gibt die so gruppierten Stürme nach Monaten 
und Jahreszeiten geordnet, und zwar bedeutet die obere Ziffer jeder Zeile die 
Zahl der innerhalb der nördlichen Fünfgradzone beobachteten Fälle, die untere 
Ziffer die Fälle der südlichen Fünfigradzone des Zehngradstreifens einer jeden 
Tabelle. Der untere linke Teil der Tabelle enthält die mittleren Werte der 
Dauer, des Barometerminimums und die extremen. Barometerstürze (oder Maxima) 
für die Stürme der vier Windklassen, Der untere rechte Teil gibt Aufschluß 
über die durchschnittliche Drehung; die Exponenten geben die Zahl der Fälle; 
die Hauptziffern links und rechts bedeuten die mittlere Links- bzw. Rechts- 
drehung in Kompaßstrichen; der Exponent der Null gibt die Fälle ohne Drehung. 
Die letzten Zeilen der Tabelle enthalten die Barometerbewegungen zu Anfang (A), 
auf. der Höhe (H) und beim Ende (E) des Sturmes, Aus dem Verhältnis der 
übereinander stehenden Zahlen kann man auf die Wahrscheinlichkeit schließen, 
mit der das Barometer in einem der drei Zeitpunkte eine steigende oder fallende 
Bewegung machen wird. . 
In den Tabellen tritt das Übergewicht der winterlichen Stürme, das schon 
bei der Häufigkeitsuntersuchung festgestellt werden konnte, besonders in den mit 
reichlichen Beobachtungen versehenen Gebieten höherer Breiten deutlich hervor; 
so fallen z. B. im Gebiet 9 von 243 Stürmen 121, also 50°%,, in den Südwinter, 
während der Sommer nur 7°, aufzuweisen hat; auch der Frühling mit 25% 
ist noch stürmischer als der Herbst mit 18%, In den zwischen Madagaskar und 
Australien. gelegenen tropischen Gebieten 6, 7 und 8 überwiegt der Herbst die 
anderen Jahreszeiten mit 43%, 50%, und 38%, aller Stürme, Diese Tatsachen 
zeigen schon die auf ganz anderem Material aufgebauten Häufigkeitskarten, 
Während im Winter, Sommer und. Frühling große Flächen der genannten drei 
Felder weniger als 1°/ Stürme angeben, ist im Herbst fast das ganze Gebiet 
innerhalb der 1%, -Kurve gelegen. 
Viel auffälliger und wichtiger sind die Tatsachen, die sich ergeben, wenn 
man in den Tabellen die nach der Anfangsrichtung geordneten Sturmgruppen 
untereinander vergleicht, In den einzelnen Gebieten tritt dann nicht nur eine 
Sturmgruppe gegen eine andere in der Zahl der Stürme besonders hervor, 
sondern auch die Unterschiede der Gruppen unter sich hinsichtlich der Dauer, 
Drehung und des Barometerverhaltens sind oft ganz bedeutend und sollen daher 
einer eingehenden Betrachtung unterzogen werden. 
Die Anfangsrichtung der Stürme. (Tafel 39, Karte 1.) 
Die Anfangsrichtung der Stürme ist ein Unterscheidungsmoment, hinter 
dem die Sturmdauer oder die Winddrehung an Bedeutung weit zurückstehen; 
denn die Windrichtung, aus der es zu stürmen beginnt, ist etwas Ursprüngliches; 
sie ist vollkommen durch die meteorologischen Verhältnisse bedingt, aber auch 
nur durch sie, während z.B. die Angabe über Sturmdauer, die an Bord registriert 
wird, von der Bewegungsrichtung und Geschwindigkeit des beobachtenden Schiffes 
abhängig ist und durch diese beiden Faktoren in bedeutsamer Weise modifiziert 
werden kann, 
Die Richtung des Windes zu Beginn des Sturmes fällt in der Regel mit 
der in dem betreffenden Gebiet vorherrschenden Windrichtung zusammen. Zu 
allen Jahreszeiten liegt unter 30° S-Br. im Indischen Ozean ein barometrisches 
Maximum, aus dem gegen die Linie zu südöstliche Winde herauswehen, während 
die südlichen Gewässer von Nordwestwinden beherrscht werden. Diese Tatsache 
erklärt zugleich den Hauptunterschied in den Anfangsrichtungen der stürmischen 
Winde, so daß sich also ein tropisches Gebiet mit SO-Stürmen und ein ge- 
mäßigtes mit NW-Stürmen gegenüberstehen. Die so unterschiedenen beiden 
Hauptgebiete werden durch eine Kurve getrennt, die von Südafrika nach West- 
australien zieht, zwischen 50° und 60° O-Lg. am weitesten polwärts, zwischen 
100° und 110° O-Lg. am meisten gegen den Aquator vordringt. Südlich von 
dieser Linie treten am häufigsten NW-, am seltensten SO-Stürme auf, nördlich 
davon. sind umgekehrt die SO-Stürme die Regel, während es hier am seltensten 
zu einem ausgebildeten NW-Sturm kommt. Lassen wir für einen Augenblick
	        
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