520 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1908.
beobachteten auf 43,9° N-Br. und 42.3° W-Le, ein Meteor von der ungefähren
Größe eines Enteneies; es bewegte sich von Nord nach Süd, explodierte und
hinterließ einen langen Schwanz feuriger Teilchen, Es war etwa 3** sichtbar
and von solcher Helligkeit, daß die ganze Umgebung des Schiffes wie durch
Tageslicht erleuchtet wurde. Unmittelbar vor der Erscheinung hörte man ein
donnerartiges Getöse,«
d) Der 2, Offizier Nientiedt, D. »Friedrich der Große«, N, D. L, be-
richtet: Am 9. Juli 1909 auf 43° 45’ N-Br., 43° 1’ W-Lg. beobachteten wir um
7h 55m N, kurz nach Untergang der Sonne, ein glänzendes Meteor. In der
Gegend des Kleinen Bären firat dasselbe in die Erdatinosphäre und entwickelte
sich hier bei seinem fast senkrechten Sturz zu einem weißglühenden Ball von
großer Leuchtkraft. Etwa 5° über dem Horizont platzte es in mehrere Stücke,
die in dem über der See lagernden Dunst verschwanden, Das Meteor hinterließ
einen breiten glühenden Streifen, der schnell abkühlte, dann aber noch etwa
LOmin. als weißer Dampfstreifen zu sehen war, bis eine schwache Luftströmung
diesen Jangsam verwehte, Die Luft war zur Zeit der Beobachtung sehr feucht.
Mit bloßem Auge, besonders aber mit Hilfe unserer Gläser, konnten wir den
Schwaden so genau erkennen, als entströme er irgend einem Dampfherde in
nächster Nähe.
Neuere Veröffentlichungen,
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben,
Yahrbuch für die Gewässerkunde Norddeutschlands. Herausgegeben von der
Preußischen Landesanstalt für Gewässerkunde, Abflußjahre 1904 und 1905.
Je 7 Hefte. 4% Berlin 1909. E, S. Mittler & Sohn,
Von der Prenßischen Landesanstalt für Gewässerkunde sind in diesem Jahr die Bearbeitungen
der Abflußjahre 1904 und 1905 erschienen, so dulß jetzt ein durchweg einheitliches, ausführliches
Material für fünf Jahre im Druck vorliegt. Die bei den: cesten Jahrgang getroffene Anordnung der
Tabellen usw. ist auch hei den jüngsten Jahrbüchern dieselbe geblieben. n einem allgemeinen Teil
erden zunächst Erläuterungen zu dem Inhalt der späteren Tabellen nebst einem alphabetischen Ver-
zeichnis sämtlicher Pegelstellen gegeben, an die sich eine Darstellung des Witterungsverlaufs für das
Abflußjahr (von November bis Oktober gerechnet) sowie der Wasserstands- und Kisverhältnisse «ler
ainzelnen Fiußgebiete anschließt. Die sechs Einzelhefte bringen dann das gesamte Beobachtungsmaterial,
Heft 1: Memel-, Pregel- und Weichschgebiet; Heft 2: Odergebiet; Heft 3: Klbegebiet; Heft 4: Weser-
and Emsgebiet; Heft 5: Rheingebiet; Heft 5: Küstengebiet der Ost- und Nordsee, (Über den Inhalt
‚Jieser Tabellen siehe das Referat in dieser Zeitschrift 1905, Seite 328 bis 320.)
Das Jahr 1904 zeichnete sich durch eine meist von Mitte Mai bis Ende August anhaltende
Trockenperiode aus, indem die Zufuhr von Meeresfeuchtigkeit nach dem RBinnonlande fast ganz aus-
blieb, So fehlten in dieser Periode im Gebiet der Oder 539%, der Elbe 52%, der Weser 49%, der
Ems 49% und des Rheins 64%, (1. Juli bis 31. August) an den durchschnittlichen Niederschlags-
nengen, ohne daß der Sommer im ganzen ungewöhnlich warm gewesen wäre. Die Folge der Sommer-
dürre machte sich namentlich im Gebiet der Oder und der Elbe durch eine außerordentliche Wasser-
klemme hemerkbär, so daß der Wasserspiegel Niedrigstände aufwies, wie sie nur selten oder, wie im
oberen Odergebiet, überhaupt noch nicht beobachtet worden sind, Der Schiffsverkehr mußte schon
Mitte Toni eingeschränkt und Mitte Juli auf einzelnen Strecken ganz eingestellt wenlen,
Der Winter des Abflußjahres 1905 war ziemlich mild und nice schlagsreich. jedoch blieben
die Wasserstände unter der Nachwirkung des vorhergehenden trockenen Sommerhalbjahres zwmächst
noch unter dem Normalmittel, hoben sich jedoch im Frühlipg and überschritten im April meist die
Normalmittel, In der ersten Hälfte des Sommers, die namentlich im Osten wenig Niederschläge
xder für die Speisung der Flüsse wenig günstige Niederschläge brachte, fiel er Wasserspiegel in
vielen Gebieten wieder bedeutend unter den Kir diese Jahreszeit normalen Stand, woran vielleicht noch
die Dürre des vergangenen. Sommers beteiligt war. Zu einer Wasserklemme kanı es jedoch nicht, da
vald reichliche Niederschläge einsetzten, so daß das Gesamtmittel des Sommers einen. Überschuß an
Regen aufweist. Weder 1904 noch 1905 traten größere Hochwasser auf. Br.