Kleinere Mittelungen.
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Der vorhin erwähnte, etwa 3 bis 4 Sm lange Feuerstreifen war mittler-
weile auch nähergerückt und hatte sein Aussehen derartig verändert, daß man
meinte, man hätte an Stelle einer Stadtbeleuchtung hohe, steile Kreidefelsen vor
sich, die von einer starken Brandung umspült und erleuchtet wären. Nach einiger
Zeit zeigten sich neben und hinter diesem hellen Feuerschein lange und schwarze
Schattenstreifen, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit niedrigem Küstenland
hatten, sich aber beim Näherkommen als einfache, vollständig unerleuchtete
Wasserstreifen auswiesen.
Ganz allmählich verzog sich dann die kolossale Lichtfülle, bis nur noch
ein schwacher Schimmer in nordwestlicher Richtung übrig blieb, der aber gegen
3b 45% V ebenfalls verblaßte und dann ganz verschwand. Das Leuchten des
Meeres blieb bestehen, wenn auch nicht mehr so intensir wie vorher.
In der folgenden Nacht steuerten wir von Colombo weggehend südliche
Kurse, als wiederum starkes Meerleuchten auftrat auf etwa 6° 2’ N-Br. und
79° 44' O-Lg., jedoch nur in Form von hellen, 1 bis 2 Sm breiten Streifen oder
Lichtbändern, die in der Richtung von ONO nach WSW und über die ganze
Wasserfläche verteilt waren. Die Erscheinungen dauerten diesmal etwa von
12% nachts bis 2% morgens und verblaßten dann ebenfalls.
In der Nacht vom 11. zum 12. August hatten wir zur Zeit der Beobachtung
Windstärke 5 bis 6, Richtung WSW, Bar. 762,0 unkorr.,, vom 12, zum 13. Wind-
stärke 3, Richtung SW, Bar, 763,2 unkorr,«
Möglicherweise ist die vom Schiff »Ambria« beobachtete Erscheinung die
unter dem Namen »Milchmeer«!) bekannte. 5. M. S. »Luise«, Kapt, z. S. Schering,
hat z, B. am 9. Februar 1879 bald nach Sonnenuntergang in 155° N-Br., 62° O-Le.
während der Reise von Aden nach Bombay beobachtet, daß das Meerwasser
innerhalb weniger Minuten eine milehweiße Farbe annahm; es glich einer vom
Mond beschienenen Eisfläche, Der Horizont war ganz dunkel, ein Meerleuchten
fand nicht statt, Nach dem Aufgang des Mondes nahm die Erscheinung ab und
das Wasser erhielt seine gewöhnliche Färbung wieder.
8. Auffallende Meteore. a) Der 3. Offizier Arndt des D. »Santa Elena«,
Kapt. Hanssen, berichtet: »Am 27, Januar 1909 auf 16° N-Br, und 22° W-Lg.
um 5b 2520 V, erschien im Sternbild des Skorpion in der Richtung von NW ach
SO eine kleine, helle Wolke, aus welcher mit großer Geschwindigkeit eine Feuer-
kugel, ungewöhnlich lichtstark und von grünlichblauer Färbung, hervorbrach und
nach fünf Sekunden wieder verschwand. Die sichtbare Strecke ihres Laufes
nahm die Ausdehnung vom Sternbild des Skorpions ein, Nach dem vollständigen
Verschwinden des Aeroliths konnte man ein Geräusch, ähnlich dem Geknatter
eines in der Ferne tätigen Maschinengewehrs wahrnebmen. Der Himmel war
während der Zeit dieser Beobachtung fast wolkenlos und sonst ohne besondere
Erscheinungen,«
b) Im meteorologischen Tagebuch des Dampfers »Polynesia«, Kapt. J. Eck-
horn, steht der folgende Bericht: »Am 22, Februar 1909 um etwa 7% N. in
49° N-Br. und 4° W-Lg. schoß plötzlich ein heller Stern raketenartig aufwärts,
einen auffallend hellen, Jangen Schweif hinter sich herziehend, Die Bahn am
Himmel war wie folgt: Dreimalige Verlängerung der Vorderachse des Großen
Bären nach der dem Polarstern entgegengesetzten Seite, Während der Stern
ebenso plötzlich wieder verschwand, blieb der Schweif noch etwa 1!/, Stunden
dem unbewaffneten Auge sichtbar, erst allmählich schwächer werdend, Seine ur-
sprünglich gerade Gestalt nahm dabei mehrere Krümmungen an, ebenfalls wurde
seine Lage am Himmel eine andere, Zuletzt wurde der Schweif gegen 814 N,
als eine schwach sichtbare, mehrfach gekrümmte Linie auf der dem Polarstern
zugekehrten Seite des Großen Bären gesechen,.«
e) Im meteorologischen Tagebuche des D. »Cassel«, Kapt, E. Zachariae,
befindet sich folgende vom 1], Offizier bestätigte Eintragung über die be-
sonders helle Erscheinung eines Meteors: »Am 26, Februar 1909 um 22h 25m V,
3 Val. G. v. Boguslawskl, Handbuch der Ozeanographie, Bd, I, 1884, 8. 1784f,