Kleinere Mitteilungen,
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Bei der Fahrt von Island nach der Davis-Straße wurde am 11, Juli zu-
nächst einiges loses Eis und kleine Eisfelder südlich Kap Farewell auf etwa
59'/,° N-Br., angetroffen. Von Kap Desolation bis Frederikshaab lag ein etwa
20 bis 30 Sm breiter Eisgürtel längs der Küste, der in seinem südlicheren Teil
leicht, im nördlichen dagegen sehr schwer zu passieren war, so daß sich im
meteorologischen Tagebuch die Bemerkung findet: »Alles dick von Eis, kein
Durchgang zu finden. Arbeiteten uns so gut als möglich vorwärts, blieben zu-
weilen stecken.« Nord von Frederikshaab kam der Dampfer in offenes Wasser,
sichtete jedoch zwischen Frederikshaab und 63° N-Br. am Vormittag des 18. Juli
noch 80 Eisberge, Bis 68° N-Br. wurde kein Eis angetroffen, dagegen wurden
zwischen 68° und 69° N-Br., wieder etwa 30 KEisberge gesichtet, die wohl aus der
Disco Bucht herstammten,
Auf der Rückfahrt wurden verschiedene Eisberge, namentlich zwischen
63%* und 60° N-Br., angetroffen, jedoch war der Eisgürtel, welcher auf der Hin-
fahrt zwischen Kap Desolation und Frederikshaab vorhanden gewesen war, jetzt
vollständig verschwunden, Der Dampfer hielt sich in einem Abstand von
10 bis 15 Sm von der Küste, traf jedoch nur Eisberge und einige größere Schollen
an, Südlich von Kap Farewell stand das Eis sowohl auf der Hin- wie Rückfahrt
bis 59° Br. hinunter, die Eisgrenze lag aber auf der Hinfahrt etwa 30 Sm öst-
licher wie auf der Rückfahrt. Dies dürfte mit den Windverhältnissen zusammen-
hängen, Das Schiff hatte nämlich auf der Hinreise einige Tage gegen westliche,
zum Teil starke Winde angedampft, wogegen es auf der Rückreise den Meridian
von. Kap Farewell bei leichten östlichen Winden passierte, Vor der Westküste
Grönlands wurden im allgemeinen umlaufende, namentlich in der Nähe größerer
Eismassen ganz leichte Winde und ruhige See, Nebel oder doch vie] diesiges
Wetter angetroffen. Nur am 14. VIL hatte man in der Nähe von 66° N-Br., wo
kein Eis lag, einen mehrere Wachen anhaltenden ONO-Sturm, bei dem das
Barometer von 760 auf 748 mm fiel und bei dem eine hohe wilde See entstand,
die den Dampfer zum Beidrehen zwang, bis der Wind abflauend nordwestlich
holte, worauf auch der Seegang schnell abnahm. Br.
5. Starke magnetische Störung zwischen Öland und Gotland. Herr
Jürgensen, Schiffsführer des D, »Harald« der Flensburger Dampfer-Kompagnie,
schreibt unter dem 13. September 1909 aus Riga an das Reichs-Marine-Amt:
»Uber KXompaßstörungen zwischen Öland und Gotland auf der Reise von
Rotterdam nach Riga erlaubt sich Unterzeichneter folgendes zu berichten:
Am 2, September verließen wir in Wasserballast Rotterdam für Riga, Unsere
gesteuerten Kurse um Skagen bis Öland Södra Udde mit angebrachter Deviation
stimmten genau hin, Und die genommene Deviation stimmte mit der Deviation
von der vorherigen Reise überein,
Am 5. September 7k 25 N Sandhammer in mw, NzO 4.5 Sm Abstand,
Steuerten von nun ab ONO*/,0 nach Kompaß mit %, Strich West-Deviation und
passierten am 6, September 4b 207m Öland Södra Udde in 6 Sm Abstand, Steuerten
nun 0N0!/,O nach Kompaß mit ?2/, Strich Deviation,
Da Gotland nicht in Sicht kam und die entgegenkommenden Dampfer
unsern Kurs kreuzten, wurde eine Deyiation genommen; wir fanden aber jetzt statt
$/, Strich West- !/, bis %, Strich Ost-Deviation. Mit dieser Devintion bekamen wir
Gotland natürlich nicht in Sicht. Wir ließen das Schiff auf demselben Kurse
weiterlaufen und fanden mittags nach astronomischer Beobachtung 56° 34‘ N-Br.
und 18° 26° O-Lg. Eine genommene Deviation!) um 1% 30" N ergab statt Ost-
jetzt wieder 1 Strich West-Deviation, Unser gesteuerter Kurs von nun ab mit
i Strich West-Deviation stimmte genau.
Da ich keine Fehler in der Berechnung und Peilungen fand und der
Kompaß in bester Ordnung war, nehme ich an, daß irgend eine magnetische
1, Es kam diese Er heinanr zunächst. nur als eine beträchtliche lokale Störung der erd-
magnetischen Elemente gedeutet werden, die in der an Bord beobachteten Kompaßabweichung zum
Ausdruck kommt. Vgl. die Mitteilung über eine Störung bei Bezout Island in Lecky: Wrinkles
in practical navigation, 15% dit, p. 29—30. (D. Red}