Kleinere Mitteilungen,
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zahlreichen Beobachtungen der verschiedensten Nationen und nach den zusammen-
{assenden Kartenbildern %z. B. von Helland-Hansen, Nansen, Pettersson,
Meinardus u. a. eing neue Auffassung der Stromvorgänge ziemlich gesichert
scheint. Leider gelangte das neueste und grundlegende große Werk von Helland-
Hansen und Nansen‘) zu spät in meine Hände, um noch berücksichtigt zu
werden. Kleinere Änderungen im Atlantischen Ozean betreffen den Golf von
Mexiko, wo Soleys Arbeiten beachtet sind, ferner die Gewässer zwischen dem
La Plata und den Falkland-Inseln, wo nach einer noch ungedruckten Unter-
suchung Klähns die Darstellung sich der von Krümmel vertretenen ent-
schieden nähert,
{m Indischen Ozean boten die von der Deutschen Seewarte im Jahre 1908
herausgegebenen »Monatskarten für den Indischen Ozean« eine willkommene
Unterlage zur nochmaligen Durchprüfung der Weltkarte, Der Madagaskarstrom
hat daraufhin eine wesentlich andere Richtung (mehr nach WSW statt nach SSW
und Süd) erhalten und wird in höheren Breiten sofort, olıne daß nennenswerte
$tromstille Flächen dazwischen liegen, abgelöst von kalten Triften mit vor-
wiegender ONO-Bewegungsrichtung, Einzelne Warmwasserstreifen gelangen aber
bis über 50° S-Br. hinaus, wie die Sprünge in der Wassertemperatur nach den
Beobachtungen der ihre Länge ablaufenden Schiffe unwiderleglich voraussetzen:
nur nehmen wir jetzt an, daß diese Streifen mehr aus einer WNW-Richtung als
aus der Nord-Richtung sich einfügen in die Westwindtrift.
Im Stillen Ozean sind im Gebiete der hinterindisch-australischen Inselwelt
mancherlei kleinere Änderungen ausgeführt, z. T. nach den Berichten 8, M.S.
‚Planet« und des niederländischen Kriegsschiffes »Edi«, Die kalifornische
Strömung hat unter Benutzung der Ärbeit von Thorade?) eine manchem viel
leicht auffällige Darstellung gefunden; das Zurückkurven des Wassers aus der
normalen Süd-Richtung an der inneren, also westlichen Kante nach Westen und
sogar Nordwesten ist aber in dem neuen Material so deutlich ausgesprochen, daß
as nicht vernachlässigt werden kann. Es ist eine solche der ablenkenden Wirkung
der Erdrotation auf nördlicher Breite übrigens entsprechende Drehung. auch um
deswillen gar nicht so unwahrscheinlich, weil in der Gegend, für die sie ein-
Zezeichnet ist, noch nicht eigentlich der Passat, bzw. die Winde der kalifornischen
Küste wehen, sondern das subtropische Luftdruckmaximum mit leichten ver-
änderlichen Winden liegt; man kann dies aus den Tafeln 13 bis 16 und 18 bis 19
des Atlas zum Stillen Ozean’) ersehen, Es dürfte südwestlich von den Azoren
die Sachlage ganz analog sein, und auf Rechnung derartiger zurückkurvender
Bewegungen sind offenbar die Strömungen zu setzen, die den Fürsten von Monaco
schon vor Jahren veranlaßt haben, in seinen Schriften einen geschlossenen Strom-
wirbel in jenen Gewässern anzunehmen,
II. Schiffswege,
Die mit der 2. Auflage eingeführte Darstellung der wichtigsten Dampfer-
wege hat in der 3. Auflage eine wesentliche Ergänzung erfahren durch Hinzu-
nahme auch der wichtigsten transozeanischen
Segelschiffswege Sie sind in schwarz gestrichelten, feinen Linien ge-
geben und dürften die Übersichtlichkeit der ganzen Karte in keiner Weise be-
einträchtigen, Bei der Auswahl sind einmal diejenigen bevorzugt worden, die
noch heute viel befahren werden, sodann die, deren geographische Lage in Hin-
sicht auf Wind und Strom besonders lehrreich ist. Für alles Fachtechnische ist
auf die deutschen Segelhandbücher zu verweisen; doch hat eine auf das Ver-
ständnis weiterer Kreise berechnete Beschreibung der Segelschiffswege Schott‘)
gegeben, zu ihr gesellt sich noch eine neuere, mehr statistische Arbeit von
Paulus®, die durch ihre umfangreichen tabellarischen Nachweise über die
Be 9 The Norwegian Sea, its physical oceanography based upon. the norwegian researches 1900—1904,
sen. 1909.
en Annalen der Hydrographie usw. 1909, Heft I und IL.
Herausgegeben von der Seewarte, Hamburg 1896, | N
Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, XXX, Band, 1895. Nr. 3,
‚Aus dem Archir der Deutschen Seewarie zu Hamburge, XXX. Band, 1907. Nr. I.