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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Kleinere Mitteilungen, 
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zahlreichen Beobachtungen der verschiedensten Nationen und nach den zusammen- 
{assenden Kartenbildern %z. B. von Helland-Hansen, Nansen, Pettersson, 
Meinardus u. a. eing neue Auffassung der Stromvorgänge ziemlich gesichert 
scheint. Leider gelangte das neueste und grundlegende große Werk von Helland- 
Hansen und Nansen‘) zu spät in meine Hände, um noch berücksichtigt zu 
werden. Kleinere Änderungen im Atlantischen Ozean betreffen den Golf von 
Mexiko, wo Soleys Arbeiten beachtet sind, ferner die Gewässer zwischen dem 
La Plata und den Falkland-Inseln, wo nach einer noch ungedruckten Unter- 
suchung Klähns die Darstellung sich der von Krümmel vertretenen ent- 
schieden nähert, 
{m Indischen Ozean boten die von der Deutschen Seewarte im Jahre 1908 
herausgegebenen »Monatskarten für den Indischen Ozean« eine willkommene 
Unterlage zur nochmaligen Durchprüfung der Weltkarte, Der Madagaskarstrom 
hat daraufhin eine wesentlich andere Richtung (mehr nach WSW statt nach SSW 
und Süd) erhalten und wird in höheren Breiten sofort, olıne daß nennenswerte 
$tromstille Flächen dazwischen liegen, abgelöst von kalten Triften mit vor- 
wiegender ONO-Bewegungsrichtung, Einzelne Warmwasserstreifen gelangen aber 
bis über 50° S-Br. hinaus, wie die Sprünge in der Wassertemperatur nach den 
Beobachtungen der ihre Länge ablaufenden Schiffe unwiderleglich voraussetzen: 
nur nehmen wir jetzt an, daß diese Streifen mehr aus einer WNW-Richtung als 
aus der Nord-Richtung sich einfügen in die Westwindtrift. 
Im Stillen Ozean sind im Gebiete der hinterindisch-australischen Inselwelt 
mancherlei kleinere Änderungen ausgeführt, z. T. nach den Berichten 8, M.S. 
‚Planet« und des niederländischen Kriegsschiffes »Edi«, Die kalifornische 
Strömung hat unter Benutzung der Ärbeit von Thorade?) eine manchem viel 
leicht auffällige Darstellung gefunden; das Zurückkurven des Wassers aus der 
normalen Süd-Richtung an der inneren, also westlichen Kante nach Westen und 
sogar Nordwesten ist aber in dem neuen Material so deutlich ausgesprochen, daß 
as nicht vernachlässigt werden kann. Es ist eine solche der ablenkenden Wirkung 
der Erdrotation auf nördlicher Breite übrigens entsprechende Drehung. auch um 
deswillen gar nicht so unwahrscheinlich, weil in der Gegend, für die sie ein- 
Zezeichnet ist, noch nicht eigentlich der Passat, bzw. die Winde der kalifornischen 
Küste wehen, sondern das subtropische Luftdruckmaximum mit leichten ver- 
änderlichen Winden liegt; man kann dies aus den Tafeln 13 bis 16 und 18 bis 19 
des Atlas zum Stillen Ozean’) ersehen, Es dürfte südwestlich von den Azoren 
die Sachlage ganz analog sein, und auf Rechnung derartiger zurückkurvender 
Bewegungen sind offenbar die Strömungen zu setzen, die den Fürsten von Monaco 
schon vor Jahren veranlaßt haben, in seinen Schriften einen geschlossenen Strom- 
wirbel in jenen Gewässern anzunehmen, 
II. Schiffswege, 
Die mit der 2. Auflage eingeführte Darstellung der wichtigsten Dampfer- 
wege hat in der 3. Auflage eine wesentliche Ergänzung erfahren durch Hinzu- 
nahme auch der wichtigsten transozeanischen 
Segelschiffswege Sie sind in schwarz gestrichelten, feinen Linien ge- 
geben und dürften die Übersichtlichkeit der ganzen Karte in keiner Weise be- 
einträchtigen, Bei der Auswahl sind einmal diejenigen bevorzugt worden, die 
noch heute viel befahren werden, sodann die, deren geographische Lage in Hin- 
sicht auf Wind und Strom besonders lehrreich ist. Für alles Fachtechnische ist 
auf die deutschen Segelhandbücher zu verweisen; doch hat eine auf das Ver- 
ständnis weiterer Kreise berechnete Beschreibung der Segelschiffswege Schott‘) 
gegeben, zu ihr gesellt sich noch eine neuere, mehr statistische Arbeit von 
Paulus®, die durch ihre umfangreichen tabellarischen Nachweise über die 
Be 9 The Norwegian Sea, its physical oceanography based upon. the norwegian researches 1900—1904, 
sen. 1909. 
en Annalen der Hydrographie usw. 1909, Heft I und IL. 
Herausgegeben von der Seewarte, Hamburg 1896, | N 
Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin, XXX, Band, 1895. Nr. 3, 
‚Aus dem Archir der Deutschen Seewarie zu Hamburge, XXX. Band, 1907. Nr. I.
	        
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