Wendling: Drei Zwischenreisen deutscher Segelschiffe im Stillen Ozean, 505
»R, C. Rickmers« auf jener Strecke beobachtet hat und die bis auf zwei Fälle
-— am 2, und 7, Februar -— den Fortgang des Schiffes förderten und an drei
Tagen den Betrag von 30 Sm überschritten.
Datam
Breite
|
Länge
Besteckversetzung
Bemerkung
NW 6 Sm
WzS 2R
SWzZW A
WILS 34
we
NWzW
SzO
WSW
WNW
WS
Win
4:00
SSW
i | SWzW 35
Da mit der Führung des meteorologischen Tagebuches leider nicht bei dem
Verlassen des Hafens von San Francisco begonnen ist, sondern von 37.5° N-Br.
und 124.3° W-Lg, läßt sich eine genaue Reisedauer nicht ermitteln, Von der
öben erwähnten Position bis zum Ankerplatz in Kuchinotsu gebrauchte »R. C.
Rickmers« 42.6 Tage, von denen 10.6 unter Dampf zugebracht wurden.
IL
Fahrten von den Salpeterhäfen Chiles nach Sydney oder Newcastle N. 5. W.
kamen vor dem Jahre 1905 für die deutsche Segelschiffahrt fast gar nicht in
Betracht. Die Anzahl dieser Zwischenreisen ist seitdem aber so sehr angewachsen,
daß allein. nach den im Jahre 1908 bei der Deutschen Seewarte eingegangenen
Journalen elf Schiffe zwischen den genannten Häfen versegelten. Im Segelhand-
buch für den Stillen Ozean ist daher dieser Weg nicht besprochen, wohl aber
werden in den Ann. d. Hydr. usw.,, Band 1908, Seite 146 und 147, kurze An-
weisungen über den einzuschlagenden Weg und die mittleren Schnittpunkte ge-
geben, ohne auf Einzelheiten näher einzugehen.
Das 1861 R-T. große, stählerne Vollschiff »Flottbek«, Kapt. W. Haß, verließ
am 22. November 1908 bei Tagesanbruch Mollendo in Ballast, bestimmt nach
Sydneyheads, Nachdem man sich bei sehr flauen Winden von der Küste frei-
gesegelt hatte, setzte zwei Tage darauf in 174°5S-Br. und 743° W-Lg. der Süd-
ostpassat ein und stand allmählich auffrischend bis 24° S-Br. und 124.5° W-Lg.
stetig durch, Hier trat am 11. Dezember eine Passatstörung ein, die in der Nähe
der Paumotu-Inseln zu allen Jahreszeiten, besonders zur Zeit des südlichen
Sommers, zu erwarten ist. Der Wind holte, etwas abflauend, nach Nordost und
später nach Nord; noch weiter herumpehend, setzten auf 136° W-Leg. heftiger
Regen und harte Böen, oft von Stärke 8 aus NW, ein, worauf dann der Wind
bis SSO drehte, Am 17. Dezember mittags wurde 140° W-Lg,. in 26.5° S-Br. ge-
schnitten, von. wo »Flottbek« bei einer Passatstärke 8 vier Tage lang äußerst
gute Distanzen ablaufen konnte, Nicht solche günstigen Verhältnisse wurden,
nachdem 180° Lg. am 28, Dezember in 26.5°S5-Br, geschnitten worden war, auf
der östlichen Halbkugel angetroffen. Von 180° bis 170° O-Lg, wurden acht volle
Tage gebraucht, indem man sich bei steigendem Barometerstande der Südgrenze
des Passatgebietes zu sehr näherte und wenig befriedigende, umlaufende Winde
oder Stille vorfand. Von der Norfolk-Insel, die am 7. Januar 1909 nahebei passiert
wurde, segelte »Flottbek« mit günstigem Winde in vier Tagen nach Neweastle:
die Gesamtreisedauer betrug demnach 50 Tage,
Vielleicht wäre es ratsamer gewesen, nach dem Überschreiten des 180. Längen-
grades zuerst nicht auf den Bestinimungsort zu halten, sondern bis 165° O-Lg. in
5%, Jamnar 1909
5
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