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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 37 (1909)

Forch, C.: Der Druckgradient L Meerwasser In seiner Abhängigkeit v. Temperatur- u. Salzverteilung, 499 
Tabelle 6. 
Tiefe 
m 
2 
DU 
vi 
LO0 
150 
0] 
Gefälle der einzelnen Tiefenschichten 
ın Zentimetern zwischen den Stationen 
U—B | B— | C—M 
1700 km?) * 40 km) ! (670 km?) 
A 
x} 
ZA 
En 
A 
Tiefe 
m 
JOU 
600 
1000 
LRO0 
2000 
3000 
Gefälle der einzelnen Tiefenschichten 
un Zentimetern zwischen den Stationen 
HB | BC | CM 
700 km 1 0 km | (670 km ®) 
S] 
-— G 
+ © 
+18 
426 
37 + 
+0 »ı + 0 
0 2) —16 
u} u ZT 
| —37 
Die Tabellen 4, 5 und 6 enthalten nun bis auf die Kompressionskorrektion 
in gleicher Weise, wie dies früher für die Stationen A bis D der Fall war, die 
Werte der Stationen X, B und €. Die Reihenfolge, in der hier in Tabelle 6 die 
Gefälle gerechnet sind, ist die gleiche wie in Tabelle 3, Demgemäß ist auch in 
Fig, 4 Tafel 37 das abgerollte Prisma orientiert: von N über W, S, O nach 
N zurück. 
Diskussion. Bei den Stationen A bis D verlaufen die Gefälle auffallend stetig. 
Von der Oberfläche bis zu 150 m Tiefe ist das Gefälle etwa nach SS0, geht dann 
bei 200 nı etwas mehr nach Süden hin und bei 500 m genau nach Süden, bei 
1000 m hat es wieder etwa dieselbe Richtung wie bei 200 m, Bei 2000 m und 
2500 m ist es entgegengesetzt gerichtet, etwa nach NNW, bei größeren Tiefen 
Fast genau nach N. Ob die Umkehrung der Gefällrichtung bei 5000 m verbürgt 
ist, Jäßt sich schwer mit Sicherheit behaupten. 
Bei den Stationen WM, SB und € dürfte dem Werte für die Oberfläche wenig 
Gewicht zu schenken sein, da er durch Extrapolation unter sehr ungünstigen 
Verhältnissen gewonnen ist, Denn während der Verlauf der Linienzüge zwischen 
50 m und 600 m sehr gleichmäßig ist, weicht der für 25 m stark ab, so daß er 
an sich schon etwas unsicher ist, Um so mehr gilt dies für den extrapolierten 
Wert, Von 50 bis 600 m ist der Druckgradient nach SW gerichtet, Der Gegen- 
gradient unterhalb 1000 m bis 3000 m verläuft nach NO. 
Beide Stationsfelder liegen im Gebiet des nach den Kanarien hin ab- 
zweigenden Astes des Golfstromes, und zwar die Stationen U, 3 und € in NO 
und die Stationen A bis D in SO des Azorenplateaus, Der Gradient der oberen 
Schichten schneidet beidesmal die Richtung der Oberflächenströmung etwa unter 
45°, und zwar so, daß die Strömung gegen den Gradienten nach rechts abweicht, 
Würde also, worüber wir aber zur Zeit keine Sicherheit haben, der Strom bis 
zur Grenzfläche des Gegenstromes ebenso verlaufen wie an der Oberfläche, so 
würden Gradient und Strom im Meer sich annähernd ebenso verhalten wie in 
der Atmosphäre. Der Gradient der tiefer liegenden Schichten ist beidesmal 
gegen das Plateau hin gerichtet. Ob ein diesem Gradient entsprechender Strom 
tatsächlich vorhanden ist und ob auch der Tiefenstrom in seiner Richtung wie 
die Ströme des Luftmeeres stark von der Richtung des Gradienten abweicht, 1äßt 
sich aus den von Thoulet für das Azorengebiet zusammengestellten Zahlen!) 
weder für den Salzgehalt noch für die Temperatur ermitteln, So sind z, B, alle 
Temperaturen unterhalb der 1500 m-Linie aus der seichteren, landnahen Umgebung 
der Azoren höher als die Temperaturen der landfernen Station U, etwa zur 
Hälfte sogar noch höher als die Mitteltemperatur für die weitab südöstlich des 
Plateaus liegenden Stationen A bis D. Bei dieser Sachlage ist es unmöglich, 
auch nur Vermutungen über die Strömungen aus der Anordnung von Temperatur 
und Salzgehalt in den weniger tiefen Gebieten auszusprechen, Es ist diese Tat- 
sache um so auffallender, als die für das Kap Verdengebiet geltenden Zahlen 
sowohl im Salzgehalt wie in der Temperatur einen gegen das Land hin ge- 
richteten Strom meines Erachtens zweifellos erkennen lassen, Es ergeben diese 
Zahlen nämlich für die seichteren landnahen Meeresteile meistens zu tiefe Salz- 
+ Besultats ete.. t. 29. S. 73—59
	        
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