196 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1909.
Bedenkt man, daß die Oberflächen in niederen und mittleren Breiten Orte mehr
oder minder starker Verdunstung sind, so wird man ohne weiteres erwarten, daß
der Salzgehalt von oben nach unten hin zunimmt, Man wird, da die Verdunstung
wegen der Temperaturverteilung nicht direkt in tiefe Schichten eingreifen kann,
mit Berechtigung annehmen, daß die Konzentrationszunahme von oben nach
anten rasch abnimmt, also etwa eine Kurve von der Form III erwarten. Man
sieht aber, daß die Beobachtungen bei 500 und 1500 völlig, und zwar, wie ein
Blick in die Tabelle 1 lehrt, an allen 8 Beobachtungspunkten stark aus der
Kurre IM herausfallen, Es bilden vielmehr die Beobachtungen für die Schichten
von 200 bis 1500 m und für jene von 1500 bis 5000 m je einen Kurvenast mit in
sich homogenem Verlauf, beide Kurvenäste stoßen bei 1500 m aneinander, Ein
solcher Kurvenpunkt kann nun aber nichts anderes bedeuten, als das Aneinander-
zrenzen zweier Ströme, welche Wasser verschiedener Herkunft und damit Wasser
verschiedener Gehalte führen. In den der Grenzschicht nach oben und unten
hin benachbarten Schichten müssen sich durch Diffusion und Konvektion — letztere
bedingt oder doch unterstützt durch den Wogenwolken ähnliche Erscheinungen —
lie Salzgehalte in etwa ausgleichen. Kine scharfe Grenze der beiden Strömungen
läßt sich mithin nicht ermitteln und der hier benutzte Wert von 1500 m wird
deshalb vielleicht auf einige hundert Meter unsicher sein. Daß es aber immerhin
in Ermangelung von etwas besserem ein recht annehmbarer Näherungswert ist,
arkennt man daraus, daß für die späterhin zu betrachtenden Stationen Thoulets
die Lage der Grenzschicht bei etwa 1000 m gefunden werden wird.
Tabelle 2.
Tiefe
Drucke in Kilogramm auf den Quadrat-
dezimeter
nn, Ir
Il
6
ao
D
23
50
100
200
00
LOCO
25,62
51.24
102.58 |
538
205.25 |
513,80
02921
25,63
5127
102.509
153.94
205,31
13.85
1009.85 |
25.62
51.26
102,50
153.04
205.55
513.85
020.26
208
5127
102,61
153.97
205.36
513,98
1029.12
1500
15602 | 1546.25
1546.13 | 154631
2000 2064.11
2300 2053,09
3000 3103,58
3500 3025.08
1000 4148.54
4500 4072,06
SOO0Ö 3195.02
2064,39
2583.78
3104.25
3625.97)
4148,89}
1672.95
519819
2004,25
2583,55
3104,06
3625,77
1148,65
1672,74
3198.02
2064.45
2083.78
3104.26
3625,06
4148.56
1672.05
3198.25
Drucke unter Berücksichtigung der Höhen-
unterschiede der ÜÖbertläche nn
A
IL
B CD
25.78 6
51.40 20 1 A
102.69 52 | 64 AS
1 O4 } 87 ® Do S4
205.41 | 24 36 23
513,96 - 78 ‚90 SS
020.37 28 21 ET
IM6.18 | 1s | 168 | 8
MOGL27
3104.04
3625,74
1148,70
1672,82
198.185
66 | 0 |
18 | u a
; 82 8%
1 S 70 |
„79
13 | 0597 =
Im TeilI der Tabelle 2 sind die aus den Dichten sich ergebenden Wasser-
Adrucke für die einzelnen Schichten angegeben, Diese Werte, welche also, abgesehen
von dem später zu berücksichtigenden konstanten Glied, direkt den Barometerständen
anserer meteorologischen Beobachtungen entsprechen, werden in der Weise er-
halten, daß man die Gewichte der über den betreffenden Tiefenstufen lagernden
Wassersäulen won je einem Quadratdezimeter Querschnitt addiert, Als Gewicht
jeder einzelnen Teilstufe (0 bis 25, 25 bis 50, 50 bis 100, ...., 4500 bis 5000 m)
ist hierbei das aus der oberen und unteren Begrenzungsfläche sich ergebende
arithmetische Mittel eingeführt,
Um nun die Neigung der Oberflächen zu berücksichtigen, wird entsprechend
den an der Salzgehaltskurve angestellten Betrachtungen angenommen, daß die
Grenzfläche der beiden. Strömungssysteme bei 1500 m Tiefe liegt, daß also hei
1500 m die Fläche gleichen Druckes in dem von den vier Stationen einge-
schlössenen Gebiet. horizontal verläuft. Das heißt, es ist jeder der Vertikalreihen
jer Wasserdrucke ein solches konstantes additives Glied hinzuzufügen, daß die