Forch, C.: Der Druckgradient i. Meerwasser In seiner Abhängigkeit v. Temperatar- u. Salzverteilung, 493
Späterhin ist ihm Chevallier!) auf diesem Wege gefolgt. Beide gehen hierbei
von folgender Überlegung aus: Bedeutet n die Tiefe eines bestimmten Wasser-
elementes und SS % dessen Dichte bei der im Meere in jener Tiefe herrschenden
Temperatur bezogen auf Wasser von 4° und bei einer Atmosphäre Druck, so sei
unter n 55 die Dichte bei einem der Tiefe n entsprechendem Drucke verstanden.
Dann ist
=D D .
nST = 8 T (1 —— 00000046614 - n)
Vergleicht man zwei Wasserelemente, die sich bei gleicher Tiefe unter der
Oberfläche an verschiedenen Stellen des Meeres befinden, so kann man mithin
S Oo
ebensowohl mit s = wie mit nS =. arbeiten, da beide Werte ja in diesem Falle
nur um einen konstanten von der Tiefe n abhängigen Faktor voneinander ab-
weichen. Die Grundlage der Ausführungen der beiden französischen Forscher
bildet folgendes: Trägt man die Werte nS 7 zweier Vertikalschnitte in das
gleiche Koordinatennetz graphisch ein, so verlaufen diese Kurven im allgemeinen
nicht parallel, sondern sie schneiden sich an verschiedenen Punkten, Trifft dies
etwa für die Tiefen Nı, Mo, + + + ZU, SO sind an diesen Schnittpunkten die Dichten
des Seewassers in situ gleich. Hieran wird nun ohne weiteres der Schluß ge-
knüpft, daß die Verbindungslinie zweier gleich tiefer Punkte von gleicher Dichte
in situ der geometrische Ort der Punkte mechanischen Gleichgewichtes sei und
daß mithin längs dieser Verbindungslinie eine Strömungskomponente statischen
Ursprungs nicht bestehen könne.?)
Ähnliche Ausführungen finden sich auch an anderer Stelle; so sagt
Thoulet in einer Arbeit über eine Methode aus .den Temperatur- und Salz-
gehaltsunterschieden im Meere die Strömungen zu berechnen: »En trois points
de l’Ocean dispos6s sur un triangle... on recueille une serie verticale d’6chantillons
d’eau, Sur chacun d’eux on determine Ian densit&€ normale & zero ef, Ja. densitö
ä D° in situ ss? Ja densite ns? in situ corrigee de la pression due & la
profondeur, le poids des halogenes et celni de Vacide sullurique SO* au kilo-
gramme d’ean, Ces donnees permetiront de döterminer graphiquement &ä toute
profondeur au dessous du triangle des trois Stations, l’intensite, la direction et
le plongement du courant qui y passe«.°)
Man erkennt das Unzutreffende dieser Anschauung sofort, wenn man sich
die Frage vorlegt, ob, damit zwischen zwei in gleicher Meereshöhe liegenden
Punkten der Atmosphäre der Windgradient Null bestehe, nur die Dichte der
Luft in situ gleich sein muß ohne Rücksicht darauf, ob die Barometerstände
gleich sind, Diese Frage ist natürlich zu verneinen; denn damit z, B, bei ver-
schiedener Temperatur der beiden Beobachtungsorte die Dichten in situ gleich
sein können, müssen die Luftdrucke verschieden sein, und letztere bedingen dann
bekanntlich den Druckgradienten,
Aber auch die umstehende Zeichnung (Fig, 1 und 2) gibt hierüber leicht
Aufschluß, Es seien A, und B, (Fig. 1) zwei Luft- oder Wassersäulen eines
Beckens mit von oben nach unten in horizontalen Ebenen gleichmäßig {fort-
schreitender Dichte, Die beiden Elemente &, und ß, befinden sich im mittleren
Abstand n von der Oberfläche, Es werde nun in der Säule A, das Stück a, ag
dadurch plötzlich um da verkürzt, daß etwa die Temperatur des unteren Teiles
von A, entsprechend erniedrigt wird. Dann treten die in Fig, 2 schematisch
dargestellten Verhältnisse vorübergehend auf, Die Schicht a, befindet sich nun-
mehr im Abstand a, a, — da über dem Boden des Beckens und die Oberfläche von
1) A. Chevallier: Courants marins profonds dans l’Atlantique Nord. Bull. Mus. Oedan. d,
Monaco Nr. 63 und. Comptes Rendus t. 142, 1006 8. 116,
2 Thoulet: Resultats ete. fase, 29 5, 106.
A Comptes Rendus t, 138, 1904 S. 597.